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Die wirtschaftlichen Schäden der tropischen Wirbel stürme.
die Yukatanstraße in nordwestlicher Richtung und überquert nordostvvärts gewendet die Halbinsel
Florida. Die zweite Hauptstraße liegt nördlich der Antillen, überquert in west-nordwestlicher
Richtung die Bahamainseln und biegt im Osten von Florida um; die großen Antillen, ausgenommen der
Westen von Kuba liegen also zwischen beiden Zugstraßen. Auffallend ist, wie eng sich diese an die
Äquatorialströmungen anschließen. Von abweichenden Bahnrichtungen sei besonders die nicht umbiegende,
auf die Texasküste sich zuwendende erwähnt. Der Scheitelpunkt ist je nach der Jahreszeit weiter nördlich
oder südlich gelegen, was durch die Thermaltheorie eine befriedigende Erklärung findet 1 ). Vifles gibt
dafür folgende durchschnittliche Lage:
August 29°—33° n. B.
Juli und September 27®—29° n. B.
Juni 3. Dekade, Oktober 1. Dekade 23°—26° n. B.
„ 2. „ „ 2. „ 20°—23° n. B.
„1. „ „ 3. „ 16»—20° n. B.
Die jährliche Schwingung beträgt also fast 18° und vollzieht sich kontinuierlich regelmäßig und symmetrisch.
Für die Orkanmonate ergibt sich im einzelnen folgendes 5 ):
Die Juniorkane sind nur selten von größerer Stärke, sie entstehen meist im Karibischen Meer
westlich des 80. Meridians oder im Golf von Mexiko und überqueren vor ihrem Umbiegen den westlichen
Teil von Kuba und die Yukatanstraße.
Im Juli ist die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines starken Orkans größer. Seinen Ursprung
nimmt er etwas weiter westlich, entweder bei den Bahama-Inseln oder über den kleinen Antillen zwischen
Barbados und St. Thomas.
Im August hat der äquatoriale Stillen-Gürtel seine nördliche Lage erreicht, aber trotzdem ist der
Monat noch ziemlich ruhig, Stürme außertropischer Breiten sind sehr selten. Der Orkanherd liegt sehr
weit östlich; einzelne Stürme kommen von den Capverden her. Der geographischen Länge nach fallen
über 65 •/* der Entstehungsorte zwischen 55° und 70° w. L. und 9 % zwischen 75° und 80° w. L. Der
Breitenlage nach ist das Maximum zwischen 15° und 20° n. B. scharf ausgeprägt (40 7«) s ). Von den
westindischen Inseln kommen Jamaika, Haiti, Porto Rico und einige der kleinen Antillen in die Gefahrzone
zu liegen. Auf der Höhe von Porto Rico hat diese Zone eine Breite von ungefähr 450 Seemeilen, von
denen etwa 100 Seemeilen südwärts und 350 Seemeilen nordwärts der Insel liegen. In der Nähe Kubas
erstreckt sie sich vom Kanal Viejo der Bahamainseln bis etwa 500 Meilen in Nordosten. Am meisten
heimgesucht ist der Golf von Charleston und das Gebiet 300—400 Meilen östlich davon. Stürme, die
im Süden von Haiti vorbeiwehen, biegen durchweg nicht um und betreten in Zentralamerika oder der
westlichen Golfküste Land.
In eine Periode von 6 Wochen, beginnend in der zweiten Augusthälfte, fällt die größte Aktivität
der Hurricanes, die durchaus nicht mit dem Intensitätsmaximum zusammenfallen braucht. Im September
ist der Verbreitungsbezirk größer, der Orkanherd liegt etwas weiter westlich, das Maximum zwischen
60® und 65° w. L. Auch im mexikanischen Golf und dem westlichen Karibischen Meer entstehen häufiger
Stürme, als im Vormonat. Auffallend ist das weitere Vorrücken der ganzen Gefahrzone nach Norden
Die Septemberstürme sind sehr lebensfähig, nicht wenige können noch in 60° und 65° n. B. festgestellt
werden. In das Gebiet der Septemberorkane gehören die Leewards-Inseln und Porto Rico, nur selten
wird Jamaika betroffen. Von der Mitte des Monats an ist der westliche Teil des Golfes von Mexiko
nahezu orkanfrei. Dafür ist aber zu Beginn des Monats die Texasküste den Orkanen umsomehr ausgesetzt,
weil nämlich dann die Scheitelpunkte der Sturmbahn bis zu 98® w. L. liegen. Die Breite der Gefahrzone
beträgt in der Nähe von St. Thomas 400—450 Meilen, in der Nähe von Kuba 550—600 Meilen,
gemessen senkrecht zur Sturmachse. In der zweiten Hälfte des September sind die Hurricanes der Zahl
nach schon sehr stark im Abnehmen begriffen.
Anfang Oktober tritt ein zweites Maximum schwerer Stürme ein. Sie sind viel mehr gefürchtet
als die der vorhergehenden Monate, nicht allein wegen ihrer Stärke, sondern auch um ihres unregelmäßigen
Auftretens willen, sogar schleifenförmige Bahnen sind beobachtet worden (1910). Auch das Areal ist
') Newnham (£3). S. 239. *) nach Mitchel (30) und Vihes (129). *) nach Kranzfcider.