Skip to main content

Full text: 43, 1925

24 
Die wirtschaftlichen Schäden der tropischen Wirbel stürme. 
die Yukatanstraße in nordwestlicher Richtung und überquert nordostvvärts gewendet die Halbinsel 
Florida. Die zweite Hauptstraße liegt nördlich der Antillen, überquert in west-nordwestlicher 
Richtung die Bahamainseln und biegt im Osten von Florida um; die großen Antillen, ausgenommen der 
Westen von Kuba liegen also zwischen beiden Zugstraßen. Auffallend ist, wie eng sich diese an die 
Äquatorialströmungen anschließen. Von abweichenden Bahnrichtungen sei besonders die nicht umbiegende, 
auf die Texasküste sich zuwendende erwähnt. Der Scheitelpunkt ist je nach der Jahreszeit weiter nördlich 
oder südlich gelegen, was durch die Thermaltheorie eine befriedigende Erklärung findet 1 ). Vifles gibt 
dafür folgende durchschnittliche Lage: 
August 29°—33° n. B. 
Juli und September 27®—29° n. B. 
Juni 3. Dekade, Oktober 1. Dekade 23°—26° n. B. 
„ 2. „ „ 2. „ 20°—23° n. B. 
„1. „ „ 3. „ 16»—20° n. B. 
Die jährliche Schwingung beträgt also fast 18° und vollzieht sich kontinuierlich regelmäßig und symmetrisch. 
Für die Orkanmonate ergibt sich im einzelnen folgendes 5 ): 
Die Juniorkane sind nur selten von größerer Stärke, sie entstehen meist im Karibischen Meer 
westlich des 80. Meridians oder im Golf von Mexiko und überqueren vor ihrem Umbiegen den westlichen 
Teil von Kuba und die Yukatanstraße. 
Im Juli ist die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines starken Orkans größer. Seinen Ursprung 
nimmt er etwas weiter westlich, entweder bei den Bahama-Inseln oder über den kleinen Antillen zwischen 
Barbados und St. Thomas. 
Im August hat der äquatoriale Stillen-Gürtel seine nördliche Lage erreicht, aber trotzdem ist der 
Monat noch ziemlich ruhig, Stürme außertropischer Breiten sind sehr selten. Der Orkanherd liegt sehr 
weit östlich; einzelne Stürme kommen von den Capverden her. Der geographischen Länge nach fallen 
über 65 •/* der Entstehungsorte zwischen 55° und 70° w. L. und 9 % zwischen 75° und 80° w. L. Der 
Breitenlage nach ist das Maximum zwischen 15° und 20° n. B. scharf ausgeprägt (40 7«) s ). Von den 
westindischen Inseln kommen Jamaika, Haiti, Porto Rico und einige der kleinen Antillen in die Gefahrzone 
zu liegen. Auf der Höhe von Porto Rico hat diese Zone eine Breite von ungefähr 450 Seemeilen, von 
denen etwa 100 Seemeilen südwärts und 350 Seemeilen nordwärts der Insel liegen. In der Nähe Kubas 
erstreckt sie sich vom Kanal Viejo der Bahamainseln bis etwa 500 Meilen in Nordosten. Am meisten 
heimgesucht ist der Golf von Charleston und das Gebiet 300—400 Meilen östlich davon. Stürme, die 
im Süden von Haiti vorbeiwehen, biegen durchweg nicht um und betreten in Zentralamerika oder der 
westlichen Golfküste Land. 
In eine Periode von 6 Wochen, beginnend in der zweiten Augusthälfte, fällt die größte Aktivität 
der Hurricanes, die durchaus nicht mit dem Intensitätsmaximum zusammenfallen braucht. Im September 
ist der Verbreitungsbezirk größer, der Orkanherd liegt etwas weiter westlich, das Maximum zwischen 
60® und 65° w. L. Auch im mexikanischen Golf und dem westlichen Karibischen Meer entstehen häufiger 
Stürme, als im Vormonat. Auffallend ist das weitere Vorrücken der ganzen Gefahrzone nach Norden 
Die Septemberstürme sind sehr lebensfähig, nicht wenige können noch in 60° und 65° n. B. festgestellt 
werden. In das Gebiet der Septemberorkane gehören die Leewards-Inseln und Porto Rico, nur selten 
wird Jamaika betroffen. Von der Mitte des Monats an ist der westliche Teil des Golfes von Mexiko 
nahezu orkanfrei. Dafür ist aber zu Beginn des Monats die Texasküste den Orkanen umsomehr ausgesetzt, 
weil nämlich dann die Scheitelpunkte der Sturmbahn bis zu 98® w. L. liegen. Die Breite der Gefahrzone 
beträgt in der Nähe von St. Thomas 400—450 Meilen, in der Nähe von Kuba 550—600 Meilen, 
gemessen senkrecht zur Sturmachse. In der zweiten Hälfte des September sind die Hurricanes der Zahl 
nach schon sehr stark im Abnehmen begriffen. 
Anfang Oktober tritt ein zweites Maximum schwerer Stürme ein. Sie sind viel mehr gefürchtet 
als die der vorhergehenden Monate, nicht allein wegen ihrer Stärke, sondern auch um ihres unregelmäßigen 
Auftretens willen, sogar schleifenförmige Bahnen sind beobachtet worden (1910). Auch das Areal ist 
') Newnham (£3). S. 239. *) nach Mitchel (30) und Vihes (129). *) nach Kranzfcider.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.