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Full text: 7, 1884 (7, 1884)

No. 3. 
Die Lehre von den Deviationen der Kompasse 
unter Voraussetzung einiger Vorkenntnisse in der Mathematik und Mechanik und mit 
Benutzung des Neumayer’sehen Deviations-Modells erläutert. 
Die Aufgabe einer mathematischen Behandlung der Deviationslehre lässt sich kurz in dem Satze 
zusammenfassen: Man stelle die Deviation d als Funktion des an Bord direkt abzulesenden Kompass-Kurses 
r dar. 
Auf den Kompass an Bord eines eisernen Schiffes wirkt nun ausser der magnetischen Erdkraft T noch 
der von dieser Kraft in den Eisentheilen des Schiffes induzirte flüchtige Magnetismus und der in denselben 
vorhandene feste Magnetismus ein. 
Zur Lösung der uns gestellten Aufgabe wählen wir als Koordinaten-System ein rechtwinkliges und 
zwar nach den drei Dimensionen des Schiffes, Länge, Breite und Tiefe, so dass die X-Axe die Längsschiffs- 
Induktionsaxe, die Y- Axe die Dwarsschiffs-Induktionsaxe und die Z- Axe die vertikale Induktionsaxe des 
Schiffes bildet. 
In jeder dieser drei Axen wird nun von der magnetischen Erdkraft T eine magnetische Kraft induzirt, 
welche derselben proportional ist. Es möge: 
in der Längsschiffs-Induktionsaxe.... « T, 
in der Dwarsschiffs-Induktionsaxe ... u T 
und in der vertikalen Induktionsaxe. uT 
induzirt sein. 
Die gesammte auf den Kompass einwirkende magnetische Kraft — von Erde und Schiffseisen her 
rührend — denken wir uns nun in 3 Komponenten zerlegt und zwar ebenfalls nach den Dimensionen des 
Schiffes in die vom Kompass aus längsschiffs, dwarsschiffs und vertikal wirkende Komponente, welche 
wir bezw. mit X', Y', Z’ bezeichnen wollen. 
Den im Schiffe vorhandenen festen Magnetismus können wir, da derselbe eine für den in Betracht 
kommenden Zeitraum (eine etwaige Deviationsbestimmung, Itundschweiung u. s. w.) als unveränderlich an 
zusehende Grösse ist, ohne Weiteres wieder in 3 Komponenten nach den zuletzt erwähnten Axen (Nullpunkt 
— der Kompass) zerlegen. Die Längsschiffs-Komponente nennen wir P, die Dwarsschiffs-Komponente Q und 
die Vertikal-Komponente H. Die relative Grösse derselben wird natürlich abhängig sein von der Lage 
des Schiffes während der Aufnahme des festen Magnetismus gegen die Kichtung der magnetischeu Erdkraft, 
also, wie wir später sehen werden, vom Bauorte und Baukurse des Schiffes, sowie vom jeweiligen Schiffsorte 
und dem Kurse, den das Schiff in der letzten Zeit angelegen hat. 
Bezeichnen wir nun noch die 3 Komponenten der magnetischen Erdkraft T, welche bezw. vom Kom 
pass aus in der Längsschiffs-Kichtung, Dwarsschiffs-Richtung und in der vertikalen Richtung liegen mit X, 
Y und Z, so erhalten wir die 3 Gleichungen: 
(«) X' - X+aT+P 
(ih) - T = Y+a'T+Q 
(c) X' = Z+a"T+R 
Bezüglich der Vorzeichen bestimmen wir hier gleich anfangs, dass in Bezug auf das Nordende der 
Kompassnadel X eine nach vorne, Y eine nach Steuerbord und Z eine nach unten wirkende Kraft 
Archiv 18S3. 3. 
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