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B. Ausführung:
Der hydrographische Aufbau in der Deutschen Bucht.
I. Die Temperaturverhältnisse.
1) Der mittlere jährliche Gang der Temperatur, sowie ihrer Maxima und Minima im Oberflächen- und
Bodenwasser
Die Dichteverhältnisse der beiden charakterisierten Wasserkörper der Deutschen Bucht (siehe I, S. 2) unter
liegen jahreszeitlichen Schwankungen. Die jeweilige Dichte des Meerwassers läßt sich aus gleichzeitigen Beob
achtungen der beiden Komponenten, Temperatur und Salzgehalt, berechnen. Diese Komponenten bedingen unab
hängig voneinander in verschiedener Weise den Dichtezustand des Meerwassers zu einer bestimmten Zeit und an
einem bestimmten Ort der Deutschen Bucht. Im folgenden werden nun die jahreszeitlichen Änderungen der einen
Dichtekomponente, des Temperaturfaktors, aufgezeigt.
a) bei den Feuerschiffen der Deutschen Bucht.
Die jahreszeitlichen Temperaturänderungen im Oberflächen- und Bodenwasser der Deutschen Bucht werden
hervorgerufen durch
- die jahreszeitliche Änderung der Größe der Sonneneinstrahlung,
- advektive Vermischung unterschiedlich temperierter Wassermassen,
- den jeweiligen Austausch der Wärme zwischen der Meeresoberfläche und den darüberliegenden bzw. hinweg
streichenden Luftkörper,
- die Einwirkung der jahreszeitlich sich ändernden Temperatur des Festlandes.
Der mittlere Temperatur-Jahresgang im Oberflächen- und Bodenwasser bei den einzelnen Feuerschiffen, wie
er sich für die verschieden langen Perioden innerhalb des Beobachtungszeitraumes 1920/42 ergibt, ist in den Abb.
2a bis 2t dargestellt. Diese Diagramme der Temperatur-Jahresgänge weichen insofern von denjenigen von Zorell
((16) Fig. 8a bis 8i auf Taf. 3) gebrachten ab, als hier zum ersten Mal auch die Jahresgänge der mittleren Extreme
und ferner Kurven mit monatlichen Temperatur-Grenzwerten wiedergegeben werden. Die Linien mit den beobach
teten Grenztemperaturen umschließen den Raum, in welchem die betreffenden Mittelwerte oder die Einzelbeob
achtungen der Temperatur um das langjährige Mittel herum streuen. Ein Gesamtüberblick über alle Feuerschiffs
diagramme überzeugt, daß die mittleren monatlichen Temperaturschwankungen im Jahr auf Grund der Streuung
der Einzeltemperaturwerte sich in der Größenordnung 4.5 °C bis 13 °C bewegen (siehe auch die Tabellen 11
bis 14). Ausgeglichene mittlere Jahresgänge der Temperatur an der Oberfläche wie am Boden zeigen die küsten
fernen Feuerschiffe wie Borkumriff, Amrumbank und Homs-Rev. Hiervon abweichende Jahresgänge weisen vor
allem die dicht unter der Küste sowie die weit in der Weser und Elbe stromaufwärts liegenden Feuerschiffe (Bre
men und Elbe 4) auf. Bei den letzteren Feuerschiffen macht sich das Charakteristikum der schnelleren Frühjahrser
wärmung und der ebenso rascheren Herbstabkühlung bemerkbar. Ferner treten auffallende Unterschiede zwischen
der Sommer- und Wintertemperatur bei den verschiedenen Feuerschiffen auf. Zorell ((16) Tab. 3 auf S. 17) gibt
eine tabellarische Zusammenstellung der Temperaturdifferenzen der Monatsmittel zwischen Borkumriff, Bremen,
Elbe 4 und Amrumbank. Im Winter sind diese Temperaturunterschiede bis zu 9 mal größer als im Sommer, z. B.
im wärmsten Monat: August. Daher haben die beiden Feuerschiffe Bremen und Elbe 4 hinsichtlich ihres Tempe
ratur-Jahresganges ein stark kontinentales Gepräge.
Bei allen Feuerschiffen (den 12 deutschen und den 3 ausländischen) der Deutschen Bucht tritt die niedrigste
mittlere Monatstemperatur des Oberflächenwassers im Februar auf. Ihr Wert schwankt zwischen 4.5 °C (bei Ter-
schellingerbank) und 1.6 °C (bei Elbe 4). Zorell berechnete für die beiden dänischen Feuerschiffe ((16) S. 15/17)
März als Eintrittszeit des mittleren Jahresminimum. Die 4 °C-Grenze ((16) S.15 unten) wird bei Terschellinger-
bank überschritten und bei Borkumriff erreicht. Im Bodenwasser wird schon bei Borkumriff diese Temperatur
grenze überschritten. Die entsprechenden mittleren Februar-Temperaturen bewegen sich zwischen den Grenzen
4.5 °C (bei Borkumriff) und 2.6 °C bei Amrumbank. Für die in der inneren Deutschen Bucht und in den großen
Flußmündungsgebieten weiter stromaufwärts liegenden Beobachtungsstationen liegen keine Mittelwerte auf
Grund längerer Temperaturreihen vor.