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Die in Absatz 1—4 aufgeführten trigonometrischen Bestimmungen von Punkten
dienen zur Bearbeitung und Herausgabe eines neuen nautischen Festpunktverzeichnisses
(vgl. hierzu auch die Angaben auf S. 30 unter Abteilung D, 4,
Plankammer).
7. Lehrgänge
In der durch die Witterung bedingten vermessungsfreien Zeit, während welcher
die Fahrzeuge zur Überholung in den Werften liegen, wurden in den Monaten
Januar bis März Vermessungslehrgänge durchgeführt. Dies war erforderlich, da
nach dem Kriege ein starker Personalweohsel eintrat, und bezweckte außerdem:
allgemeine Auffrischung der theoretischen Kenntnisse des verbleibenden Fachpersonals;
Schulung des älteren Vermessungspersonals in den inzwischen neu
eingeführten Rechenmethoden mit der Doppelrechenmaschine; Heranbildung von
Nachwuchs für die verschiedenen Funktionen.
Es liefen folgende Lehrgänge:
1. Vermessungsgruppenleiterlehrgänge mit Spezialvorträgen über Erdmagnetismus,
Astronomie, Gezeitenlehre, Ozeanographie und Wetterkunde durch
Fachleute des Deutschen Hydrographischen Instituts.
2. Zeichnerlehrgang.
3. Wiederholungs- und Weiterbildungslehrgang für Fachkräfte.
8. Versorgung und Nachschub
Mit der Zivilisierung der Vermessungsabteilung ergaben sich grundlegende
Veränderungen in verschiedener Hinsicht, die in monatelanger Arbeit den
völligen Neuaufbau des Vermessungsverbandes erforderten.
Innerhalb des letzten Jahres mußten 14 Fahrzeuge außer Dienst und 7 Fahrzeuge
in Dienst gestellt werden. Die laufende Umorganisation von Personal,
Ausrüstung und Material, die durch diese 21 Fahrzeuge verursacht wurde,
brachte in Anbetracht der Kleinheit des Verbandes erhebliche Mehrarbeit mit sich.
Trotz aller Bemühungen bei den zuständigen Dienststellen im Herbst 1945
war es nicht möglich, für die Vermessungsfahrzeuge eine rechtzeitige Werftzuteilung
durchzusetzen, da die Minensuchfahrzeuge vorgezogen wurden. Dies
hatte zur Folge, daß die Vermessungsfahrzeuge im Jahre 1946 mit durchschnittlich
zwei- bis dreimonatiger Verspätung zum Vermessungseinsatz gelangten.
Da die Vermessungsgebiete größtenteils noch nicht von Minen freigeräumt:
sind und eine Räumung des Küstenstreifens unter Land auf geringen Wassertiefen
wegen des Tiefganges der Minenräumfahrzeuge überhaupt nicht erfolgt
(die Seevermessung wird aber bis zu 0,8 m Wassertiefe und geringer durchgeführt),
mußten besondere Anordnungen für das Befahren dieser Gewässer
gegeben werden, die die Bewegungsfreiheit der Fahrzeuge einschränkten. Die
Vermessungsfahrzeuge selbst durften nur auf den vorgeschriebenen Zwangswegen
mit Minenabwehrgerät fahren, während die eigentliche Auslotung von
den Vermessungsbooten und Schiffsbeibooten durchgeführt wurde, die nach
Ansicht der zuständigen Stellen in Anbetracht der seit dem Minenabwurf inzwischen
verstrichenen Zeit und wegen des geringen Kraftfeldes der Beiboote
nicht mehr gefährdet sind. Gegen das Vorhandensein akustischer Minen wurde
das nicht freigeräumte Vermessungsgebiet vorher mit Knallkörpergerät abgeknallt.
Die Vermessungsfahrzeuge wurden zu diesem Zweck mit Geräten ausgerüstet
und die Besatzungen in der Handhabung der Geräte unterwiesen. In
besonders minengefährdeten Seegebieten mußte der Ansatz von zwei Fahrzeugen
bei einer Vermessungsaufgabe erfolgen.