Jahresbericht Nr. 9/1954
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Observatoriums Wilhelmshaven nachzugehen. Für die vom Committee on Tides der
Association Internationale d 1 Océanographie Physique, IUGG, vorbereitete Bi-
bliography of Tides wurden mit Unterstützung der Bibliothek alle vorhandenen
oder nachweisbaren Titel der deutschen und niederländischen, teils auch der
englischen und französischen Literatur seit 1665 überprüft. Auf die vorgese
hene Teilnahme an der Tagung der IÜGG in Kom mußte verzichtet werden, das
Dezernat blieb im Committee on Tides und ist in dem neu gebildeten Committee
on Storm Surges vertreten.
In den letzten Jahren waren für eine Reihe von Orten an der deutschen
Nordseeküste die Unterlagen zur Vorhersage der Windstaudifferenzen gegen
den Bezugsort Cuxhaven ermittelt worden. Nunmehr wurde damit begonnen, die
Unterlagen zur Vorhersage des Windstaus bei Cuxhaven zu ergänzen. Dieser wird
zum Wind und der Luftdruckverteilung über verschiedenen Teilgebieten der
Nordsee in Beziehung gesetzt, zunächst zum Wind über der Deutschen Bucht,
aus der seit 1949 Windregistrierungen mehrerer Feuerschiffe beim Seewetter
amt Hamburg vorliegen. - Die Vorhersagen stärker erhöhter Niedrigwasser, die
das Wasser- und Schiffahrtsamt Leer 13 Stunden vor dem Eintritt erhält, um
sie beim Betrieb des Leda-Sperrwerks berücksichtigen zu können, haben sich
als zweckdienlich erwiesen. Auf Wunsch des Amtes wurde damit begonnen, Unter
lagen auszuarbeiten, nach denen die Hochwasserhöhe beim Leda-Sperrwerk 6
Stunden vor dem Eintritt aus dem Wasserstand bei Borkum und dem Wind vor der
Emsmündung bestimmt werden soll. - Das Dezernat wirkte in der Arbeitsgruppe
"Sturmflut vom 1. Februar 1953" des Küstenausschusses Nord- und Ostsee mit,
verschiedene Behörden wurden bei ihren diesbezüglichen Untersuchungen bera
ten.
Zahlreiche Auskünfte und Gutachten, über Gezeiten und Gezeitenströme wa
ren an Schiffahrtskreise, Seeämter, Gerichte und Privatpersonen zu erteilen.
d) Windstau- und Sturmflutwamdienst. Der Dienst wird seit dem 3. März
im neuen Dienstgebäude durchgeführt. Der Fuess-Universalschreiber wurde an
das Anemometer des Seewetteramts angeschlossen, zu Beginn des kommenden Jah
res soll ein Fernpegel der Firma Hagenük aufgestellt werden, der die Wasser
stände von Cuxhaven und Hamburg aufzeichnet. Zur Übertragung der Hamburger
Werte wird die bisherige Postmietleitung dienen, die Cuxhavener Werte werden
über die Wasser- und Schiffahrtsdirektion Hamburg erhalten, die ein entspre
chendes Gerät seit einiger Zeit in Betrieb hat. Der Dienst wurde wie bisher
mit wetterkundlioher Beratung durch den Deutschen Wetterdienst, Seewetteramt,
und mit personeller Unterstützung durch die Abteilung IV durchgeführt. Die
Vorhersagen der Hochwasserstände an 'der deutschen Nordseeküste, bei Emden,
Bremen und Hamburg wurden regelmäßig über den Nordwestdeutschen Rundfunk im ■
Anschluß an die Nachrichtensendungen gegen 9 und 22 Uhr verbreitet, "Sturm-
flutwarnungen" außerdem durch Posttelegramme und (im Hamburger Bereich) fern-