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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1913.
Äußerst spärlich sind die Mitteilungen aus der Republik Honduras. Nach
Moe!) sind dort Mai—Oktober die Passatwinde unbeständig. In der gleichen
Zeit unterliegt die pazifische Abdachung W- und SW-Winden, die hier die Regen-
zeit bedingen, Also ist auch hier im Gebiete der Fonsecabai die Bedeutung der
südlichen Strömungen größer, als man unseren Windkarten nach erwartet. Von
den auch bei Hann”) unterschiedenen trockenen und nassen Nortes der Nord-
küste sind die ersteren wohl immer auf den Passat, die letzteren größtenteils
auf »Norther« im engeren Sinne, also Nordwinde, die auf der Rückseite von
Depressionen sich einstellen, zurückzuführen. *)
In der Hauptstadt Salvadors befindet sich zwar eine gut ausgerüstete
Wetterwarte, doch haben die Windbeobachtungen eine mehr lokale Bedeutung,
da die Stadt von Bergen umgeben ist. Die von Villacorta auf Grund 14jähriger
Beobachtungen entworfene Windtafel ist daher für unsere Zwecke nicht ver-
wertbar.*) Dasselbe gilt von denjenigen des observatorio meteorologico, aus
denen Verfasser durch die für jeden Tag angegebene Hauptrichtung ein an-
genähert zutreffendes Bild der Windverteilung zu gewinnen versuchte, doch sind
die Ergebnisse der drei Jahrgänge 1893 bis 1895 zu widersprechend, als daß
sich ihre Wiedergabe rechtfertigen ließe.®*) Mit den allgemeinen Verhältnissen
stimmen am besten die Messungen 7, 2 und 9% des Jahres 1889 überein,°) die
für Trockenzeit und Regenzeit zusammengezogen folgendes ergeben:
San Salvador.
Windverteilung (%,) 1889 nach den Beobachtungen 7h V, 2b N und 9b N.
NINO Oo I1sol s& law! wol sw seyn
Januar— April .....\ 2915 m * Em =] Ö:
November Dezember‘ |} 315 4.1 24 / 65° 155 | 67 | 20 220 | 9,3
Mai-—Oktober. ..... 21.1 | 6.7 5.2 | 186 | 19.7 | 42 ı 07 * 133 | 105
Jahr .....0..... 1] 266 | 53 | 37 : 12.2 174 | 535 ! 14 | 17.9 | 98
Die zweite Horizontale läßt die Zunahme südlicher Winde im Regenhalb-
jahr erkennen, wie die Häufigkeit der N- und NW-Winde zur Trockenzeit aus
der ersten ersichtlich ist. SO bis SW überwiegen hier Mai—Oktober unbedeutend
gegen NW bis NO. Ende Oktober oder Anfang November mindert nach Villa-
corta der auffrischende Passat der caraibischen Seite die Luftfeuchtigkeit und
bringt so die Trockenzeit (Salvador liegt größtenteils im Lee der Gebirge von
Honduras).
Durch seine freiere Lage besser geeignet zur Untersuchung der allgemeinen
Luftströmungen ist die Hauptstadt Guatemala. »Die trockene Jahreszeit«, schreibt
Rockstroh,‘) »beginnt im Monat November, Starke N- und NO-Winde führen
die kalte Luft von den Ebenen der Altos dem Stillen Ozean zu, vermindern
beträchtlich die Luftfeuchtigkeit und herrschen fast ausschließlich während der
Monate Dezember, Januar und Februar. Im März und April beginnt mit der
größeren Sonnenhöhe eine Strömung aus S und SW mit den nördlichen Winden
zu kämpfen — —«, Nach Gonzalez®) wehen diese pazifischen Winde während
der Regenzeit (Mai—Oktober). Mithin haben selbst im nördlichen Mittelamerika
südliche Winde für die nasse Jahreszeit auf pazifischer Seite große Bedeutung,
1) Alfred K. Moe: Honduras. International bureau of the american republies. Washington
D. €. 1904,
2) Aa OS. 339.
3) Einige Messungen aus Tegucigalpa, jedoch ohne Windangaben, 8. Met, Ztschr. 1908, 8, 466,
4) P. A. Villacorta: Normales para el clima de San Salvador; Uniön Medien, ano I, Nr. 5.
San Salvador 1903.
5) Anales del observatorio astronomico y meteorologico de San Salvador. Für 1893 ergab sich
als herrschende Richtung N mit 34%, 18594 S 24%, 1895 SW 41° 4!!
6) Met, Zischr. 1890, S. 435.
7) Revista del observatorio meteorologico del instituto nacional central de Guatemala 1883,
8) Resumen general de las observacicnes meteorologicas hechas en el instituto nacional de
Guatemala (1857 bis 1898): Auszug in Met. Ztschr. 1899, 5. 570.