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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

114 Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Oktober 1884. 
starkem vorherrschend nach OSO setzendem Strome begleiteten Zug gleich 
wieder eine bedeutende Verzögerung. Bis zum 24. Dezember konnte „Willy“ 
nicht weiter als bis nach 4° N-Br in 133,4° O-Lg vorrücken. Wenige Meilen 
nördlich von diesem Punkte stellte sich schwacher nordöstlicher Wind ein, der 
allmählich auffrischte und zum Monsun wurde. Begünstigt von diesem frischen 
Winde, konnte man den letzten Theil der Reise dann in rascher Weise voll- 
enden. Es wurde: 5° N-Br in 133,4 O-Lg am 26. Dezember, 10° N-Br in 
129,2° O-Lg am 29, Dezember, 15° N-Br in 126,2° O-Lg am 1. Januar 1884, 
20° N-Br in 122,3° O-Lg am 3. Januar gekreuzt und endlich am 6. Januar die 
Rhede von Hongkong erreicht. Um zu derselben vom Kanal her zu gelangen, 
waren 137 Tage erforderlich gewesen. Der Mitsegler „Madeleine Rickmers“ 
war zur Linie in 92° O-Lg am 25. November gelangt. Als „Willy“ sich am 
2. Dezember in der Nähe der Ombay-Passage befunden, hatte man eine heftige, 
von einem Erdbeben herrührende Erschütterung beobachtet. 
Nachdem „Willy“ in Hongkong den für diesen Platz bestimmten Theil 
der Ladung gelandet hatte, ging derselbe am 13. Februar wieder in See, um 
nach Manila zu segeln. Man erreichte diesen Hafen am 19. Februar und setzte 
von ihm die Reise später nach /oilo fort, um dort eine für Halifax bestimmte 
Ladung Zucker einzunehmen. Nachdem dieses geschehen, trat die Bark am 
29. März die Reise nach diesem letzteren Platze an. Sie durchsegelte die 
Sulu-See bei leichtem nördlichem und östlichem Winde und passirte am 4. April 
die Balabac-Strafse. In der China-See führte der in mäfsiger Stärke wehende 
NE-Monsun den „Willy“ bis zum 7. April nach 4° N-Br in 1126° O-Lg. Da 
der Wind südlich von diesem Punkte schwach und unbeständig wurde, konnte 
der Aequator in 108,3° O-Lg erst am 13. April überschritten werden. Am 
16. April durchsegelte „Willy“ die Karimata-Passage, und am 25. April befand 
die Bark sich in Sicht von Java Head. Der dort schon herrschende SE-Passat 
frischte bald auf und gewährte dem Schiffe dann für längere Zeit eine recht 
günstige Gelegenheit zur Förderung der Reise. Unweit 16° S-Br wehte der 
Passat für 2 Tage nur in sehr geringer Stärke, doch falste derselbe später 
noch wieder recht kräftig durch. Die polare Passatgrenze schien am 10. Mai 
in der Nähe von 21,4° S-Br und 66° O-Lg zu liegen. Der Wind nahm dort, 
bei einem Barometerstande von 763,2 mm, bis zum ganz leisen Zuge ab und 
veränderte sich darauf durch N nach W. Später bewegte sich der Wind in 
mehreren unregelmäfsig verlaufenden Drehungen nach links, die von bedeuten- 
den Luftdruckschwankungen begleitet waren und während welcher der Wind 
für längere Zeit kräftig aus dem südöstlichen Viertel wehte. Der Luftdruck 
erreichte später einen, unweit von 26,5° S-Br in 49° O-Lg abgelesenen, höchsten 
Stand von 771,8 mm. Anhaltend im westlichen Halbkreise hielt sich der Wind, 
nachdem derselbe am 31. Mai in der Nähe von 34° S-Br und 27,5° O-Lg durch 
N nach W gedreht hatte. Derselbe wehte, wie es in diesem Meerestheile nicht 
selten geschieht, bei verhältnifsmäfsig hohem Barometerstande zu wiederholten 
Malen stürmisch. Während eines am 3. Juni, in geringer Entfernung von 
35° S-Br und 25° W-Lg, überstandenen Weststurmes sank der Luftdruck bis 
auf 764,7 mm. Nach demselben stieg derselbe innerhalb 24 Stunden auf 
775,6 mm. Am 7. Juni wurde unweit 36° S-Br in 20° O-Lg ein höchster Baro- 
meterstand von 778,5 mm abgelesen. Ungefähr zur selben Zeit als dieser beob- 
achtet wurde, veränderte sich der frische Wind durch S nach SE, worauf dann 
am nächsten Tage bei Wind aus letzterer Richtung auch die Länge des Kap 
der guten Hoffnung überschritten werden konnte. Der SE-Wind begleitete die 
Bark im Atlantischen Ocean bis nach 33,4° S-Br in 14,4° O-Lg. Er endete in 
der Nähe dieses Punktes in Stille, und auf diese folgte nach einem Tage ein 
kräftiger Westwind, bei dem „Willy“ bis zum 12. Juni nach 30° S-Br in 13,5° 
O-Lg segelte. Es waren damals 18 Tage verflossen, seitdem dieselbe Breite 
im Indischen Ocean verlassen worden war, Während der Fahrt über dieses 
Meer hatte man: 10° S-Br in 99,2° O-Lg am 27. April, 20° S-Br in 71° O-Lg 
am 7. Mai und 30° S-Br in 39,2° O-Lg am 25. Mai, wie 90° O-Lg in 13,7° 
S-Br am 30. April, 60° O-Lg in 22,7° S-Br am 14. Mai und 30° O-Lg in 
32,9° S-Br am 30. Mai gekreuzt. Die auf einer Reise von Saigon nach Rio de 
Janeiro begriffene Hamburger Bark „Bonito“, welche die Sunda-Strafse am 
24, April verlassen hatte, gelangte nach 30° S-Br in 10,5° O-Lg am 16. Juni.
	        
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