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Full text: Forschungsschiff Meteor 1964-1985

Trommel und Nabe gerissen war. Ein weiterer Einsatz der Tiefseewinde war dadurch 
nicht mehr möglich. Die Fahrt wurde deshalb einen Tag früher abgebrochen, um Zeit für 
eine Reparatur in Dakar zu erübrigen. In Dakar begannen darauf umgehend die Repara- 
turarbeiten an der Friktionswinde. METEOR konnte danach pünktlich den zweiten 
Fahrtabschnitt dieser Reise antreten. Eine Woche danach traten Schwierigkeiten bei der 
großen Umlenkrolle des Kragarmes auf und am darauffolgenden Tag brach die untere 
Welle der Friktionswinde der W10. Nur mühsam konnte das Kerngerät noch geborgen 
werden. 
Dieser Windenausfall war das endgültige „Aus“ für die „schwere Geologie“ während 
„GEOTROPEX 83“. Trotz der aufgetretenen technischen Pannen und der sich: daraus 
ergebenden Zeitverluste konnten während des 1. Fahrtabschnittes auf 17 von ursprüng- 
lich 18 geplanten Stationen insgesamt 122 m Schwerelot- und 39 m Großkastenlotkerne 
gewonnen werden. Hinzu kommt der Gewinn des längsten Schwerelotkerns (14,5 m). 
der im Ostatlantik bisher gewonnen worden ist. 
Der während der M-25-Reise mit der „Vibro-Susi“ gewonnene, 5,8 m lange Sand- 
kern vom westafrikanischen Schelf, an dem der nacheiszeitliche Meeresspiegel-Anstieg 
rekonstruiert werden konnte, ist in seiner Länge und Qualität bisher noch nicht überbo- 
ten worden. Vergleicht man die Ergebnisse der „schweren Geologie“ der 1. mit der 
65. METEOR-Reise, so ist festzustellen, daß sowohl die Technik an Bord, als auch die 
geologischen Geräte in den vergangenen 20 Jahren eine große Weiterentwicklung erfah- 
ren haben und einen internationalen Vergleich keineswegs zu scheuen brauchen. Das- 
selbe gilt auch für die an dem qualitativ hochwertigen Probenmaterial gewonnenen 
wissenschaftlichen Ergebnisse. 
Diese Erfolge waren aber nur durch den unermüdlichen Einsatz der METEOR-Be- 
satzung und die enge und sehr gute Kooperation zwischen ihr und den Geologen möglich. 
Diese von der 1. METEOR-Fahrt (1965) her bekannte Kooperation und Begeisterung an 
unseren Arbeiten haben wir nach 20 Jahren bestätigt gefunden. 
Dafür, auch den hier nicht genannten Besatzungsmitgliedern, sei an dieser Stelle 
herzlichst gedankt. 
Friedrich-Christian Kögler 
Marine Geophysik 
1. Refraktionsseismische Untersuchung von Tiefenstrukturen 
Mit der Erfindung des Echolotes im Jahre 1913 durch A. Behm begann ein neuer, interes- 
santer Abschnitt in der Meeresforschung: die systematische Erkundung der 
Meeresbodentopographie; das bedeutete den Vorstoß in eine bisher unbekannte Dimen- 
sion. Immer neue Überraschungen ergaben sich durch die Entdeckung der Vielfalt der 
Strukturen wie Tiefseegräben und -becken, mächtige Gebirgszüge von vielen tausend 
Kilometer Länge wie der Mittelatlantische Rücken, oder Plateaugebiete von möglicher- 
weise kontinentalem Ursprung. Als ein faszinierendes Erlebnis wird die Entdeckung der 
Kleinen Meteor-Bank durch die erste „Meteor“ während ihrer langen Expedition in den 
Jahren 1925 — 27 beschrieben. Nach diesem bedeutenden Forschungsschiff wurde die neu 
gefundene Tiefseekuppe benannt. 
Seitdem wurde eine immense Zahl bathymetrischer Daten gewonnen, zu denen auch 
diese METEOR ihren Teil beitrug. 
Allmählich vervollständigte sich das Bild über den weltweiten Ozeanbodenverlauf 
mehr und mehr. Es fand schließlich Ende der sechziger Jahre einen lebendigen Ausdruck 
in der eindrucksvollen Reliefkarte nach Bruce C. Heezen und Marie Tharp. 
Nun waren überall die markanten untermeerischen Strukturen erkennbar; wenn 
auch in vielen Bereichen das Wissen über die genaue Lage noch zu wünschen übrig ließ.
	        
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