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Full text: Anforderungen an ein wissenschaftliches Konzept für den deutschen Beitrag (BSH-Berichte, Nr. 9)

GOOS-Workshop: Zusammenfassung und Ergebnisse der Themenkreis-Beratungen 
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Themenkreises III: Das Meer im System Erde 
Vorsitzender: Prof. Dr. J. Meincke, IfM Hamburg 
Berichterstatter: Dr. H. U. Lass, IOW Warnemünde 
Nach Herrn Prof. Duinker wird seit Beginn der Industriealisierung ein Ansteigen des 
C0 2 -Gehaltes der Erdatmosphäre beobachtet. Es wird erwartet, daß dies eine globa 
len Erwärmung der Atmosphäre zur Folge hat. 
Die Analyse des C0 2 -Haushalts zeigt, daß nur ein Teil des durch Verbrennung 
fossiler Energieträger freigesetzten Gases in der Atmosphäre verbleibt und der größte 
Anteil über die Meeresoberfläche vom Ozean aufgenommen wird. Durch Tiefen 
wasserbildung und die 'biologische Pumpe 1 wird das C0 2 in der gesamten Wasser 
säule des Ozeans verteilt und verweilt ein bis tausend Jahre im Ozean, bevor es von 
diesem an die Atmosphäre zurückgegeben wird. 
Es wurden verschiedene Methoden der Überwachung des C0 2 im Ozean dargestellt. 
Die Erfassung des Kohlenstoffinventar des im Ozean gelösten C0 2 ist durch räumli 
che Integration der C0 2 -Konzentration möglich, jedoch ist die durch das anthropogene 
Signal bewirkte Konzentrationsänderung im Vergleich zu Meßfehlern und natürlichen 
Fluktuationen sehr klein. Die Messung des C0 2 .FIusses durch die Meeresoberfläche 
auf der Grundlage der Partialdruckdifferenz zwischen Meer und Atmosphäre ermög 
licht die Bestimmung des aktuellen vom Ozean aufgenommenen Anteils. Die Bestim 
mung globaler Flüsse ist jedoch auf Grund der raum-zeitlichen Variabilität schwierig. 
Das Problem kann jedoch durch Kombination von Schiffsmessungen, Bojenmessun 
gen und Satellitenmessungen und ihre Assimilation in Modelle angegangen werden. 
Herr Prof. Schott zeigte, daß die Zirkulation und der damit verbundene Wärmetrans 
port des Nordatlantik durch die enge Kopplung mit der Atmosphäre einen starken 
Einfluß auf das Klima in Europa haben. Dieses gekoppelte System weist eine interne 
Variabilität mit Zeitskalen von Jahren bis zu Jahrzehnten auf. Die mit der großen 
atlantischen Salzgehaltsanomalie verbundenen Schwankungen der ozeanischen und 
atmosphärischen Zirkulation sind ein gut dokumentiertes Beispiel dafür. Ohne die 
Existenz langer ozeanographischer Zeitreihen von Wetterschiffen bzw. Routinepro 
grammen von Forschungschiffen hätte dieses Phänomen nicht entdeckt werden 
können. Der Kopplungsmechanismus ist kompliziert und die Rolle des Ozeans in ihm 
ist weitgehend ungeklärt. Als Basis zur Bearbeitung dieses Problems bedarf es einer 
Strategie zu Langzeitmessungen von wesentlichen Prozessen an Schlüsselpositionen. 
Dazu gehören das Überströmen untermeerischer Schwellen zwischen dem Nordmeer 
und dem Nordatlantik, die Tiefenwasserbildung in der Labradorsee, der Transport 
durch enge Passagen u.a. Die ozeanographischen Dauerbeobachtungen müssen in 
Modelle integriert werden. Darüber hinaus ist eine Verbesserung gekoppelter Ozean- 
Atmosphären Modelle erforderlich. Die inhärenten langen Zeitskalen machen die
	        
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