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Volltext : Nationale Folgerungen aus dem Inkrafttreten des UN- Seerechtsübereinkommens (BSH-Berichte, Nr. 5)

Die  Umsetzung  des  SRÜ  in  nationalen  Anweisungen  für  die  Streitkräfte

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aussetzt  als  die  gewohnheitsrechtliche  Anerkennung. 144  Vielmehr  hängt  die  Zuordnung ­
  der  EEZ  zum  allgemeinen  Seekriegsgebiet  bzw.  ihre  vollständige  oder
partielle  Ausnahme  entscheidend  von  ihrer  Rechtsnatur  ab.  Die  Rechtsnatur  der
EEZ  zu  bestimmen  ist  indes  angesichts  des  Formelkompromisses  der  Art.  55  ff.
SRÜ  1982  keine  einfache  Aufgabe,  was  nicht  zuletzt  die  unterschiedlichen  Stellungnahmen ­
  in  der  Völkerrechtslehre,  aber  auch  in  der  Staatenpraxis,  zu  der  mit
der  Rechtsnatur  eng  verbundenen  Frage  nach  der  Zulässigkeit  der  militärischen
Nutzung  in  Friedenszeiten  der  EEZ  eines  anderen  Staates  verdeutlichen. 145
Erlaubt  der  sich  in  den  Art.  55  ff.  SRÜ  1982  und  in  der  Staatenpraxis  widerspiegelnde ­
  Gegensatz  zwischen  den  "Territorialisten"  einerseits  und  den  "Verfechtern
der  Meeresfreiheit"  andererseits 146  schon  keine  eindeutige  Bestimmung  der  Zulässigkeit ­
  der  militärischen  Nutzung  der  EEZ  eines  anderen  Staates  in  Friedenszeiten, ­
  so  gilt  dies  erst  recht  hinsichtlich  der  Durchführung  von  Seekriegsmaßnahmen ­
  in  der  EEZ  neutraler  Staaten  während  eines  internationalen  bewaffneten
Konflikts  zur  See.  Soweit  in  der  Völkerrechtslehre  zu  diesem  Fragenkreis  überhaupt ­
  Stellung  bezogen  wird,  besteht  Einigkeit,  daß  die  EEZ  neutraler  Staaten  der
Hohen  See  gleichzustellen  ist,  so  daß
"[...]  acts  of  hostility  between  belligerents  can  be  committed  in  the
exclusive  economic  zones  of  neutral  States  as  a  legitimate  exercise  of
traditional  rights  under  the  law  of  war.  This  includes  not  only  hostilities
properly  so  called,  such  as  ship  to  ship  combat,  but  also  such  operations ­
  of  naval  warfare  as  capture  and  the  exercise  of  the  right  of  visit  and
search." 147

144  So  auch  statt  vieler  A.V.  Lowe,  Marine  Policy  12  (1988),  286-296,  289.
145  Vgl.  dazu  B.A.  Boczek,  Peacetime  Military  Activities  in  the  Exclusive  Economic  Zone  of  Third
Countries,  ODIL  19  (1988),  445-468;  B.-O.  Bryde,  Implikationen  (Fn.  99),  S.  167  ff.;  D.  Attard
(Fn.  134),  S.  53  ff.;  F.  Francioni,  Peacetime  Use  of  Force,  Military  Activities,  and  the  New  Law
of  the  Sea,  Cornell  I.L.J.  18  (1985),  203-226;  B.  Kwiatkowska,  The  200  Mile  Exclusive  Economic ­
  Zone  in  the  New  Law  of  the  Sea,  1989,  S.  230  ff.;  G.  Pohl,  The  Exclusive  Economic  Zone
in  the  Light  of  the  Negotiations  of  the  Third  United  nations  Conference  on  the  Law  of  the  Sea,
in:  F.  Vicuna  (ed.),  The  Exclusive  Economic  Zone  -  A  Latin  American  Perspective,  1984,  S.  31-60;
  H.B.  Robertson  Jr.,  Virginia  J.I.L.  1984,  865-915,  908  ff.;  A.V.  Lowe,  Marine  Policy  10
(1986),  178  ff.;  ders.,  Commander's  Handbook  (Fn.  46),  S.  112  ff.;  St.A.  Rose,  Naval  Law  Review ­
  XXXIX  (1990),  67  ff.;  E.  Rauch,  GYIL  28  (1985),  250  ff.;  jeweils  m.w.N.
146  Insoweit  trifft  es  zu,  daß  der  klassische  Streit  zwischen  Grotius  (mare  liberum)  und  Seiden
(mare  clausum)  heute  vor  allem  im  Zusammenhang  mit  der  EEZ  eine  Fortsetzung  erfährt;  so
St.A.  Rose,  Naval  Law  Review  XXXIX  (1990),  67.  U.  Jenisch  sagte  bereits  im  Jahre  1979  voraus, ­
  daß  "instituting  the  economic  zone  in  international  law  will  encourage  states  to  give  free
rein  to  protectionism  in  the  context  of  exploration";  Außenpolitik  30  (1979),  47.
147  E.  Rauch,  Protocol  Additional  (Fn.  13),  S.  38;  ihm  zustimmend:  H.B.  Robertson  Jr.,  The  "New"
Law  of  the  Sea  (Fn.  22),  S.  26  f.;  B.A.  Harlow,  UCLA  Pacific  Basin  L.J.  3  (1984),  52.
            
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