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Volltext : Nationale Folgerungen aus dem Inkrafttreten des UN- Seerechtsübereinkommens (BSH-Berichte, Nr. 5)

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Wolff  Heintschel  von  Heinegg

Angesichts  dieser  und  ähnlicher  Stellungnahmen 141  sowie  der  Tatsache,  daß
mehr  als  die  Hälfte  der  Küstenstaaten  eine  EEZ  beanspruchen,  sind  die  grundsätzliche ­
  Zulässigkeit  wie  auch  die  gewohnheitsrechtliche  Anerkennung  der  EEZ
heute  schwerlich  in  Zweifel  zu  ziehen. 142  Die  EEZ  ist  das  -  vorläufige  -  Ergebnis
eines  fast  fünf  Jahrzehnte  dauernden  Prozesses  der  Ausdehnung  küstenstaatlicher ­
  Vorzugsrechte. 143  Die  gesamte  wirtschaftliche  Nutzung  des  Meeresbodens
und  -Untergrundes  wie  auch  der  darüber  befindlichen  Wassersäule  ist  nunmehr
ausschließlich  den  Küstenstaaten  übertragen,  so  daß  sich  die  durch  die  3.  Seerechtskonferenz ­
  initiierte  Entwicklung  nicht  mehr  umkehren  lassen  wird.
Dieser  Befund  erlaubt  jedoch  noch  keine  Schlußfolgerungen  in  bezug  auf  das  allgemeine ­
  Seekriegsgebiet,  handelt  es  sich  doch  um  ein  spezifisch  friedensrechtliches ­
  Konzept,  dessen  Beachtlichkeit  im  bewaffneten  Konflikt  zur  See  mehr  vorden ­

  vertraglichen  Kontext  beschränkte  Bedeutung  zu.  Keinesfalls  vermag  der  "package-deal"-Charakter
  des  SRÜ  1982  die  gewohnheitsrechtliche  Zulässigkeit  der  EEZ  zu  beeinträchtigen.
141  In  einem  Memorandum  anläßlich  der  Veröffentlichung  des  Bundesgesetzes  betreffend  die  See
erklärte  der  mexikanische  Präsident:  "(...]  the  draft  Convention  provided  a  sound  basis,  since
it  constituted  written  evidence  of  the  international  practice  of  States.  Subsequent  developments ­
  have  merely  confirmed  the  validity  of  the  agreements  reached  at  the  Conference";  Explanatory ­
  Memorandum  from  the  President  of  the  Republic,  abgedruckt  in:  Law  of  the  Sea
Bulletin  No.  7  (April  1986),  S.  46  ff.,  48.
In  ihrer  gemeinsamen  Erklärung  von  Jackson  Hole  stellten  die  Regierungen  der  USA  und  der
ehemaligen  UdSSR  am  23.  September  1989  u.a.  fest:  "The  Governments  are  guided  by  the
provisions  of  the  1982  United  Nations  Convention  on  the  Law  of  the  Sea,  which,  with  respect
to  traditional  uses  of  the  oceans,  generally  constitute  international  law  and  practice  and  balance ­
  fairly  the  interests  of  all  States";  US  Dept,  of  State  Bull.  Vol.  89  (December  1989),  25  f.
Im  Abgrenzungsfall  zwischen  Guinea  und  Guinea-Bissau  Schließlich  gingen  sowohl  die  Parteien ­
  als  auch  das  Schiedsgericht  von  der  gewohnheitsrechtlichen  Geltung  der  Bestimmungen
des  SRÜ  1982  betreffend  die  EEZ  aus;  Award  by  the  Arbitral  Tribunal  on  the  Maritime  Delimitation ­
  (Guinea/Guinea-Bissau),  14  February  1985,  abgedruckt  in:  ILM  1986,  252  ff.
Schließlich  erkannte  die  Kammer  des  IGH  in  ihrem  Urteil  vom  11.  September  im  Rechtsstreit
zwischen  El  Salvador  und  Honduras  ("Land,  Island  and  Maritime  Frontier  Dispute")  ausdrücklich ­
  das  Recht  der  Streitparteien  auf  Geltendmachung  einer  EEZ  an;  U.N.  Press  Release,
ICJ/519.
142  So  auch  St.A.  Rose,  Naval  Activity  in  the  EEZ  -  Troubled  Waters  Ahead?,  Naval  Law  Review
XXXIX  (1990),  67-92,  69;  vgl.  ferner  A.V.  Lowe,  Some  Legal  Problems  Arising  from  the  Use  of
the  Seas  for  Military  Purposes,  Marine  Policy  10  (1986),  171-184,  178  f.;  E.  Rauch,  Military
Uses  of  the  Oceans,  GYIL  28  (1985),  229-267,  250  ff.;  F.  Francioni,  Use  of  Force,  Military
Activities,  and  the  New  Law  of  the  Sea,  in:  A.  Cassese  (ed.),  The  Current  Legal  Regulation  of
the  Use  of  Force,  1986,  S.  361-384,  368  ff.
143  So  auch  E.  Rauch,  Protocol  Additional  (Fn.  13),  S.  33:  "[The  EEZ]  is  the  synthesis  of  the  fisheries ­
  zone,  epicontinental  sea,  patrimonial  sea,  and  the  continental  shelf  concept  which  started
with  the  Truman  Proclamation  of  1945."  Ähnlich  Nye,  der  meint:  "[...]  the  major  maritime  powers, ­
  particularly  the  United  States  and  Great  Britain,  led  efforts  to  reform,  codify,  and  protect ­
  shelf  and  fishery  jurisdiction  in  1945  that  unlocked  Pandora's  Box";  Political  Lessons  of
the  New  Law  of  the  Sea  Regime,  in:  B.  Oxman  (ed.),  Law  of  the  Sea:  U.S.  Policy  Dilemma,
1983,  S.  114.  S.  ferner  St.A.  Rose,  Naval  Law  Review  XXXIX  (1990),  67.
            
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