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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1896. 
schreitendes Minimum hatte nur an der mittleren Ostsee vereinzelt stürmische 
Winde aus SW bis NW im Gefolge. 
Eine Aenderung des Wetters erfolgte, als ein am 12. in der nördlichen 
Nordsee erschienenes tiefes Minimum am 13. und 14., zeitweise West- und 
Centraleuropa beherrschend, durch die Nordsee nach Mitteldeutschland zog. Die 
Winde gingen an der Küste zunächst im Osten, am 13. meist auch an der Nordsee 
nach Süd bis Ost herum und wehten in der Folge bis zum 26, meist aus Ööst- 
lichen Richtungen. Am 11. waren die Nordsee und westliche Ostsee, am 12. und 
13. war die östliche Ostsee meist frei von Niederschlägen, dann folgten am 14. 
bis 18. vorwiegend trockene Tage für die ganze Küste, die der mittleren Ostsee 
am 14. heiteres, der Nordsee bis mittleren Ostsee am 15. und 17. viel nebeliges 
Wetter brachten. Ein tiefes Minimum über den Britischen Inseln gegenüber einem 
von NE her über Skandinavien vordringenden Hochdruckgebiet ließ die südöst- 
lichen Winde an der Küste am 15. und 16. etwas auffrischen; dann zog Sich 
jenes Minimum zurück und breitete sich von Süden her niedriger Luftdruck über 
Centraleuropa aus, so dafs die Küste bei hohem Druck über Nordeuropa, am 19. 
bis 21. im Depressionsgebiet gelegen, fast tägliche Niederschläge bei östlichen 
and nordöstlichen Winden hatte. Auch während der folgenden Tage, vom 22. 
bis 29., wo die Küste meist im Bereich hohen Druckes lag,‘ erfolgten an der 
östlichen Ostsee aufser am 25. fast tägliche geringe Niederschläge, während die 
Nordseeküste vom 21. bis 29., die westliche Ostseeküste vom 25. bis 29. meist 
frei von Niederschlägen waren. Durch Wechselwirkung des vorwiegend über 
Skandinavien gelegenen Maximums mit einem am 22. bis 27. südwestlich der 
Britischen Inseln lagernden. tiefen Minimum frischten die östlichen Winde im 
Westen stark auf und wehten am 24. und 25. an der Nordsee vereinzelt stürmisch. 
Während - der Herrschaft der östlichen Winde zeigten die Morgen- 
temperaturen an der Nordsee und westlichen Ostsee bis zum 24. wenig Aenderung 
und lagen meist über dem Gefrierpunkt, während an der östlichen Ostsee, nach 
geringer Aenderung, am 18. eine starke Abkühlung eintrat, auf welche eine 
weniger starke Erwärmung und dann wenig weitere Aenderung bis zum 24. 
folgte. Am 25, und 26. zeigten die Morgentemperaturen bedeutende Erniedrigung, 
zumal im Osten und darauf am 27. wieder eine Zunahme, besonders im Osten, wo 
die Temperatur seit dem Vortage in Neufahrwasser um 13°, in Königsberg und 
Memel um 11° gestiegen war. Da sich nämlich das Maximum am 26. von 
Skandinavien, unter dem Einflufs eines über Westrussland gelegenen Minimums, 
vorübergehend westwärts verlagerte, so gingen die Winde an der Ostsee nach 
Norden herum und führten der Küste die mildere Luft der Ostsee zu. Die 
Morgentemperaturen lagen mit wenig Ausnahmen an der Nordsee vom 15. bis 
19. und 24. bis 31., an der Ostsee am 18. bis 31., aufser am 27. unter den 
Normalen; meist herrschte während der letzten Pentade am Morgen Frostwetter, 
Nachdem sich dann am 28. und 29. das Maximum nach Südosten zurück- 
gezogen hatte, schritt am 30. und 31. ein Theilminimum von der südlichen 
Nordsee durch Norddeutschland nach Polen und bedingte für die Küste meist 
umlaufende leichte Winde mit Niederschlägen, bei steigender Temperatur im 
Westen und sinkender im Osten. 
In den Monatswerthen lagen der Luftdruck erheblich, die Temperatur 
meist wenig, im äufsersten Osten um 1/2 bis 2'/2°, unter der Normale, während 
die Niederschlagsmengen und die mittleren registrirten Windgeschwindigkeiten 
meist um kleine Beträge in verschiedenem Sinne von den vielJährigen Werthen 
abwichen. Von den Winden herrschten im Osten östliche und südöstliche an 
Zahl erheblich vor, während im Westen meist einige östliche und westliche 
Richtungen durch nahezu gleiche Häufigkeit hervortraten. 
Berichtigung. 
1895, Heft XII, S. 482. Zeile 3 von oben lies Abblendungswinkel statt Abblendungsmittel. 
A AV 
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW, Kochstrafse 68—71.
	        
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