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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Mey: Die dänische ozeanographische Expedition nach dem. Mittelmeere im Winter 1908/09. 667 
überall gleiche und reichliche Sauerstoffgehalt sich nur.dadurch erklären läßt, 
daß das Tiefenwasser aller Gegenden ziemlich rasch erneuert wird, so muß man 
annehmen, daß in der Tiefe ziemlich kräftige horizontale Strömungen stattfinden. 
Das Minimum des Sauerstoffgehaltes in einer Zwischenschicht und die Zunahme 
desselben nach unten hin würden dann darauf hinweisen, daß die tiefsten Wasser- 
schichten am raschesten ersetzt werden, während das Wasser unmittelbar unter 
der wärmeren und salzhaltigeren Zwischenschicht am längsten von der Berührung 
mit der Luft abgeschlossen gewesen ist. ; i Mey. 
Gezeiten an der Küste von Britisch-Columbien. 
Seit 1903 werden von der Tidal and Current Survey des Department of 
Marine and Fisheries in Canada Gezeitentafeln auch für wichtige Plätze an der 
Westküste des Stillen Ozeans herausgegeben, u. a. für Victoria auf Vancouver und 
für Sand Heads an der Mündung des Fraser-Flusses.!) Während des Sommers 1909 
hat unter der Leitung von Dr. W. Bell Dawson, dem Superintendenten der 
genannten Survey, eine ausgedehnte Untersuchung der Gezeitenverhältnisse an 
der canadischen Westküste, besonders im Gebiete mehrerer Fjorde, stattgefunden; 
es waren im ganzen 20 selbstregistrierende Pegel gleichzeitig in Tätigkeit, die 
an sorgfältig ausgewählten Plätzen aufgestellt wurden, und deren Aufzeichnungen 
erstens gestatten werden, die Gezeiten auch für dazwischen liegende Örtlichkeiten 
zu berechnen, und zweitens, das Geltungsbereich der Hauptgezeitenstationen, für 
die eigene Tafeln zu veröffentlichen sind, abzugrenzen, 
Die Ergebnisse der Sommercampagne 1909 werden, soweit sie in. neuen 
Gezeitentafeln zum Ausdruck kommen, für die Zeit von 1911 ab verfügbar sein. 
Inzwischen mögen, einem Wuhsche Dawsons gemäß, schon die allgemein inter- 
essanten Resultate veröffentlicht werden, umsomehr, als die Form der Gezeiten- 
welle sowie die Art ihres Fortschreitens in den Fjorden ‚eigenartig sind, die 
nachher noch kurz zu besprechen sein wird, 
Zunächst sind für die 2 wichtigen Häfen, New Westminster am Fraser- 
Fluß (49° N-Br.), und Port Essington am Skeena-Fluß (54° N-Br.), sowie für 
einige zwischen beiden gelegene Örtlichkeiten wörtlich nach der amtlichen Quelle?) 
folgende Angaben zu machen, 
New Westminster.?) Ein Vergleich der gleichzeitigen Tiden zu Westminster 
und Sand Heads während zweier voller Jahre lieferte das nachstehende Ergebnis, das 
gestattet, aus den Tafeln von Sand Heads die Gezeiten von Westminster zu berechnen: 
um das höhere Hochwasser?) zu erhalten, addiere 1% 0"ir; um die halben 
Tiden*) zu erhalten, addiere auch 1% 0min; während der Monate jedoch, in denen 
der Fluß viel Oberwasser führt, also gewöhnlich im Mai, Juni, Juli, ist 1% 14min 
zu addieren, ; 
Das niedrige Niedrigwasser?) tritt um so später ein, je geringer die Höhe 
des Wasserstandes in Sand Heads ist, da es dann mehr zurückgehalten wird. 
Der Zeitunterschied, der an die Zeitangaben für das tiefe Niedrigwasser bei 
Sand Heads anzubringen ist, um die entsprechenden Angaben für Westminster 
zu erhalten, wechselt daher gemäß folgender Tabelle: 
Höhe in den Sand Heads Tafeln 
5 Fuß 
4 Fuß 
3 Fuß 
! 
2 Fuß | 1 Fuß 
O0 Fuß ra 
Addiere, für tiefes Niedrigwasser, in 
Stunden und Minuten. . 
2013min | 2h28min | 204 7min | 
3h4min |3h16min | 3L25min | 3h33min 
‘) Vgl. diese Zeitschrift 1903, S. 124, 
2) Vgl. Notice to Mariners (Dominion of Canada), Nr. 32 of 1910, Pacific Notice ‚Nr. 9; 
vom 11, April 1910, Ottawa, 
3) Über die Lage dieser und der anderen genannten Plätze s, die Seckarten der Vereinigten 
Staaten von Amerika Nr. 903 und 1583. 
4) S. hierzu die Figur auf SS. 668. 
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