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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1911.
Chemurupo oder Chemulpo.
Nach Konsulatsfragebogen Nr. 2343 vom Dezember 1902, Nr. 2935 vom Januar 1904, Nr. 3379
vom Januar 1905, Nr. 4299 vom August 1907, Nr. 4823 vom Januar 1909. Nach Bericht Nr. 4615 des
Kapt. J. Karberg und des If. Offz, A. Gollert, D. »Vandalia«, vom Sommer 1908 und Nr. 4850
les Kapt. W. Hülsebusch, D. »Deike Rickmers«, vom August 1908, Ergänzt nach den neuesten
britischen, amerikanischen und japanischen Quellen. D. Adm-Krt. Nr. 299, Ost-Chinesisches Meer;
Brit. Adm-Krt. Nr. 913, West Coast of Korea; Nr. 1258, Approaches to Scoul, Nr. 1270, Approaches 10
Chemulpho Anchorage, Chemulpho Anchorage; Jap. Adm-Krt. Nr. 327, Approaches to Chemurupo
Anchorage. Letzte Veröffentlichungen: »Die wichtigsten Häfen Chinas« 1901. 8. 243, und
»Der Pilote« neue Folge 1902, S, 92
Chemurupo. früher Chemulpo genannt, Seehafen der koreanischen Landes-
hauptstadt Söul, liegt an dem Salge-Fluß, einem tiefen Mündungsarm des Han-
Flusses, der sich in das Gelbe Meer ergießt. Die anderen vielfach verzweigten
Mündungen des Han-Flusses sind versandet und können deshalb von Seeschiffen
nicht befahren werden, während der Salge-Fluß durch die Einwirkung der starken
Gezeitenströme leidlich schiffbar bleibt. Der 45 Sm lange Wasserweg von
Chemurupo bis nach Söul versandet immer mehr, so daß er nur noch von
kleinen Küstenfahrzeugen befahren wird, Die Verbindung zwischen der Haupt-
stadt und ihrem Seehafen beschränkt sich fast ganz auf die Eisenbahn. Die
Hafenanlagen werden seit der Besitzergreifung von Korea durch Japan beständig
verbessert und erweitert, der Handel und die Schiffahrt nehmen dementsprechend
beständig zu. Die geographische Lage des Leuchtfeuers von Chemurupo ist
37° 28' 29” N-Br. und 126° 37’ 8” O-Lg. Die Mißweisung für 1911 beträgt 5° W,
die jährliche Änderung ist + 1’.
Landmarken für die Ansteuerung des Salee-Flusses bilden die der Einfahrt
vorgelagerten Inselgruppen, Im Süden kommen als äußerste zunächst die Clifford-
[nseln in Betracht, von denen Muruchii an dem weißen sechseckigen, 105 m über
Wasser stehenden Leuchtturm erkennbar, dessen Feuer 25 Sm weit sichtbar ist.
Im Norden sind es die Ferri@res-Inseln, auf deren südlichster, Mogudeki, ein
weißer zylindrischer Turm, mit weißem Wärterhaus südlich davon, 63 m über
Wasser steht, dessen Feuer 18 Sm weit sichtbar ist. Zwischen den Clifford-
Inseln und dem Festlande liegen in west-östlicher Richtung viele hohe und steile
{nseln und Felsen, die alle gute Landmarken bilden. Von diesen Inseln wird die
in der Nähe des Festlandes gelegene 69 m hohe Baker-Insel oder Toku-somu
durch einen weißen achteckigen, 72 m über Hochwasser ragenden Leuchtturm
gekennzeichnet. Turm und Wärtergebäude sind von einer weißen Mauer um-
yeben, das Feuer ist 22 Sm weit sichtbar, Über die Landmarken bei der An-
steuerung der Salee-Mündung, von Westen kommend, berichtete der Kommandant
3. M. S. »Tiger«, Korpetten-Kapitän v. Mittelstaedt, vom 10, Juli 1901, der
seinen Kurs recht zwischen die Clifford- und Ferrieres-Inseln abgesetzt hatte:
Kaori, 126 m hoch, ist die höchste der drei Clifford-Inseln und kam in einer
Entfernung von 27 Sm in Sicht. Auf 36 52’ N-Br. und 125° 7’ O-Lg. wurde die
Insel Seun cheuptau in einer Entfernung von 42 Sm gesichtet, Diese Insel ist
358 m hoch und kommt daher bei klarem Wetter bedeutend früher in Sicht, als
die nur 215 m hohe Insel Shopaiul. Die höhere Bergspitze dieser sattelförmigen
Insel liegt übrigens in deren südöstlichem Teil und nicht wie man aus der Brit.
Adm-Krt. Nr. 1258 entnehmen könnte, im nordwestlichen Teil von Shopaiul.«
Baker-Insel bietet am Tage wie bei Nacht die beste Landmarke für vom
Süden kommende Schiffe, um auf dem kürzesten Wege in die sogenannte Ost-
Einfahrt von Chemurupo zu gelangen. Vom Westen kommende Schiffe werden
Mogudeki oder auch Muruchii als Ansteuerungsmarke wählen, Vom Norden
kommend wird man vorher schon die Techong-Gruppe, besonders deren süd-
lichste Insel, Soi-Chong-Tö mit dem weißen runden Leuchtturm oder nachts dessen
Feuer gesichtet haben und wird am Tage dann meistens die an der Einfahrt
liegende, eigenartig eingesattelte Insel Shopaiul ansteuern, die von NW aus ge-
sehen zwei spitze Gipfel zeigt, die bis zu 215 m Höhe ansteigen, (Siehe Ver-
tonung A auf der Brit, Adm-Krt, Nr. 1258.) Nachts und bei unsichtiger Luft
tut man gut, den kleinen Umweg westlich von Mogudeki und wegen der Nebel-
signale diese Insel als Ansteuerungspunkt zu wählen.