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Object: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 18 (1890)

342 Aus dem Reiseberichte der Braker eisernen Bark „Auguste®. 
Strömung, während wir vorher in dem warmen Wasser immer südlich versetzt 
worden waren. 
Mit leichten nördlichen Winden gelangten wir am 22. August nach 
41,7° S-Br und 58,4° W-Lg, wo der Wind auf WSW, Stärke 5—6, lief. Dieser 
führte uns in zwei Tagen nach 47,5° S-Br und 56,7° W-Lg, und befürchtete 
ich schon, östlich von den Fn^and-Inseln passiven zu müssen; am folgenden 
Tage näherte sich uns jedoch wieder eine Depression, so dafs wir mit dem 
nördlich krimpenden Winde zum 27. August nach 50° S-Br und 63° W-Lg ge 
langen konnten, wo das Minimum mit 730 mm eintrat. Wir halsten dann nord 
wärts und hatten am 28. August schweren Sturm aus WSW (10) mit sehr 
heftigen Böen. Das Barometer stieg anfänglich nur sehr laugsam; als es rascher 
zu steigen begonnen, mäfsigte sich auch bald die Windstärke. Am 30. August 
standen wir auf 50° S-Br nach 31 Tagen Reise von der Linie. 
Ob ich besser gethan hätte, am 22. August mit dem Winde aus SWzW 
auf B-B.-Halsen zu gehen, ist mir fraglich. Ist der Wind SSW oder auch nur 
SWzS, so liegt die Sache freilich anders; wenn man aber auf B-B.-Halsen 
höchstens einen NWzW-Kurs einhalten kann, ist es doch wohl besser, auf 
St-B.-Halsen zu bleiben. Wenigstens glaube ich im vorliegenden Falle nichts 
verloren zu haben, da wir in zwei Tagen 6° Breite gutmachen konnten. Wie 
auch im Segelhandbuche bemerkt, sollte man immer die Möglichkeit des Ein 
tretens südöstlicher Winde in Betracht ziehen. Ich habe auf dieser Reise 
südlich von 40° S-Br zwar keinen SE-Wind gehabt, wohl aber auf früheren 
Reisen, in derselben Jahreszeit und mehr noch etwas später. Der Wind trat 
mitunter als Sturm auf und drehte sich ebenso wie der auf dieser Reise in 
35° S-Br angetroffene durch S nach SW, gehörte also der rechten Seite einer 
südostwärts ziehenden Depression an. 
Am 2. September Abends holte der Wind von WSW wieder südlicher, 
und es folgten Böen von Stärke 8—9. Um nicht zu weit landabwärts getrieben 
zu werden und im schlichteren Wasser zu bleiben, halsten wir nach NW. Am 
3. September, als der Wind westlich lief und das Wetter sich besserte, nahmen 
wir unseren südlichen Kurs wieder auf und erblickten Abeuds 7 Uhr das Feuer 
von Kap St. John. Bei flauer südwestlicher Briese und Mallung trieben und 
segelten wir dann in Sicht von Staaten Land bis zum 5. September, an welchem 
Tage wir uns nach PeiluDg in 55° 31' S-Br und 63° 52' W-Lg befanden. Das 
Barometer erreichte am Mittage einen höchsten Stand von 760,7 mm, worauf 
der Wind, wie zu erwarten, nördlich holte. Wir steuerten damit einen gut 
südlichen Kurs, um beim Einsetzen des demnächst zu erwartenden südlichen 
Windes den letzteren gut ausnutzen zu können. Am Morgen des 7. September 
erreichten wir in 57,4° S-Br und 70° W-Lg den Ort des niedrigsten Barometer 
standes von 739,4 mm, und holte der Wind hier durch N nach E und SE. Wir 
waren also an die Südseite der Depression gelangt. Letztere schien ihren Ort 
in der nächsten Zeit nur wenig zu verändern, denn der Wind holte, nachdem 
er wieder westlich sich gedreht hatte, noch einmal wieder nach E und S, 
freilich immer nur sehr flau wehend und von Schneeschauern begleitet. Er 
brachte uns jedoch bei allmählich steigendem Barometer zum 13. September 
nach dem Parallel von 50° Süd zurück, den wir in 81,3° W-Lg schnitten. Die 
Umsegeluug des Kaps, von 50° S-Br im Atlantischen nach derselben Breite im 
Stillen Ocean, hatte 14 Tage in Anspruch genommen und war von solch schönem 
anhaltend ruhigem Wetter begleitet, wie ich es noch nie bei Kap Horn an 
getroffen habe. In der That haben wir, seitdem Kap St. John passirt, nur für 
vier Stunden das Grofs-Ob er bramseg el fest gehabt. Wir wechselten Signale 
mit der Hamburger eisernen Bark „Levuka“, welche dieselbe Zeit von Glasgow 
in See war, und mit der englischen eisernen Bark „Clyde Vale“, die Shields 
14 Tage vor uns verlassen hatte. 
Nach flauen, vorherrschend westlichen Winden und Mallung setzte am 
17. September in 44° S-Br und 83° W-Lg bei fallendem Barometer kräftiger 
Ostwind ein. Wir steuerten damit einen gut westlichen Kurs, um, wenn mög 
lich, an der Süd- und Westseite der Depression zu bleiben und um die hohe 
Dünung aus ENE mehr achterlich zu bringen, und konnten somit bei dem zeit 
weilig als Sturm auftretendeu Winde die volle Segelkraft des Schiffes ausnutzen. 
Am 19. September in 39° S-Br und 89° W-Lg erreichte das Barometer mit
	        
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