39
nissmässig hohe Temperatur von 1.1° (s. Tabelle). Ebensowenig wie bei den
tiefsten gelotheten Stellen, gelang es hier, Grundproben heraufzuholen. Glück-
licher war man bei einer zweiten Lothung fast an derselben Stelle, wo man
in einer Tiefe von 8184 Met. (4475 Fad.) Kieselschalen von Radiolarien mit-
telst des Cylinders des Loth - Apparates heraufbringen konnte. Am 9. April
wurde die letzte Lothung in 31° 8‘ Nord-Br. und 137° 8‘ Ost-Lg. gemacht.
Neueren Zeitungsnachrichten zufolge, verliess der „Challenger“ die japanischen
Gewässer wieder am 16. Juni 1875 und segelte durch den nördlichen Theil des
Stillen Oceanes nach den Sandwich-Inseln und von da am 8. August nach
Valparaiso. Die Rückkehr des’ „Challenger“ nach Europa ist im April nächsten
Jahres zu erwarten.
Bemerkungen über die Meerestemperaturen der China-, Sulu-,
Celebes- und Banda-See*).
Dem Berichte über die Tiefseelothungen des „Challenger“ von Hongkong
bis zur Nordküste von Neu-Guinea und von da durch den Stillen Ocean bis
Japan, welchen wir nach den „Hydrographic Proceedings“ No. 37061 in diesem
Hefte der Annalen etc. pag. 381 mitgetheilt haben, ist eine Abhandlung des
Staff- Commander T, H. Tizard beigefügt, welche, grösstentheils auf Grund
der an Bord des „Challenger“ ausgeführten Reihentemperaturmessungen von der
Oberfläche bis zum Meeresboden, einige für die Kenntniss der Bodenconfigura-
tionen der von dem Indischen Archipel eingeschlossenen Meeresbecken und ihrer
Temperaturverhältnisse nicht unwichtige Thatsachen darlegt und die kurzen
Angaben einiger derselben in dem letzten Berichte des Kapitain Nares über die
Tiefseelothungen des „Challenger“ von Neuseeland bis Hongkong, von Juli bis
November 1874 (s. Ann. der Hydr. etc. pag. 221—226), vervollständiget. Diese
Abhandlung des Herrn Tizard theilen wir hier in nachstehender Uebersetzung
des Originaltextes mit.
Die Temperaturmessungen, welche man in den, von dem Indischen Archipel
zum Theil eingeschlossenen Meerestheilen erhalten hat, zeigen, dass diese tiefe
Becken bilden, welche von der allgemeinen oceanischen Circulation durch unter-
*) Leider ist in Bezug auf die Nomenclatur dieser Meerestheile noch keine Einheit erzielt
worden. Während in den englischen Karten und den betreffenden Segelhandbüchern und geo-
graphischen Werken die oben angegebene Benennung der einzelnen Meere zwischen dem süd-
lichen China und Hinterindien einerseits und dem Ostindischen Archipel und Australien anderer-
seits angenommen und gleichmässig angewendet wird, haben unsere hervorragendsten Karten-
werke und demgemäss auch unsere geographischen Lehrbücher eine nicht uur von dieser eng-
lischen, sondern auch unter sich abweichende Nomenclatur dieser Meere eingeführt. Um etwaigen
Missverständnissen bei dem Vergleiche der in dem obigen Aufsatze mitgetheilten Angaben über
die betreffenden Meerestheile mit einem oder dem andern der bei uns am meisten gebräuchlichen
Kartenwerke vorzubeugen, stellen wir hier die in diesen eingeführten Benennungen neben den
bei den Engländern allgemein gebräuchlichen übersichtlich zusammen:
Englische
Benennung,
China-Sea,
Sulu- or Mindoro-
Sea,
Celebes-Sea.
Molucca Passage.
Flores-Sea,
Banda-Sea,
Stieler’s Handatlas
No. 67. 1878.
Chinesisches Meer,
Mindoro-See,
Sulu- oder Celebes-
See,
| Molukken-See,
öhne Benennung.
Kiepert’s Handatlas
No. 30. 1874.
Süd-Chines. Meer,
Mindoro-See,
Sulu-See,
) Molukkos-See
) und -Strasse.
Banda-See.,
Berghaus,
Chart of the
World.
VI. edit. 1871.
China-Sea,
Sulu-Sea,
Celebes-Sea.
Molucca Passage
Flores-Sea,
Banda-Sea,
Berghaus,
Physikalische
Wandkarte,
1574.
China-See,
ohne Benennung
Sulu-See.
ohne
Benennung.
| Banda-See.
A. d. R.