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DLR-P2 - Die räumliche Auflösung maritim-meteorologischer und meeresbiologischer Parame
terfelder in Küstengebieten mit ERS-SAR (SARPAK)
Zielsetzung
Es werden mesoskalige Windfelder, Seegangsparameter und Strömungen aus Radardaten des ERS Sa
telliten abgeleitet.
Wissenschaftlicher Kenntnisstand
Eine der hauptsächlichen Einschränkungen für die numerische Simulation maritim-meteorologischer
Parameter in Küstengebieten ist der Mangel an gemessenen Windfeldem mit einer ausreichend feinen
Auflösung. Die räumliche Auflösung in Verbindung mit räumlicher Überdeckung läßt speziell das
Synthetische Apertur Radar sehr wertvoll für die Messung von räumlich inhomogenen Wind- und See-
gangsfeldem erscheinen.
Es wird ein Verfahren entwickelt, um mesoskalige Windfelder von ERS SAR Bildern aus europäischen
Küstengebieten zu erstellen. Die Anzahl der Orte, die getestet werden sollen, bietet die Gelegenheit, die
Kalibrierung in Bezug auf regionale Abhängigkeiten zu prüfen. In situ Messungen und Modellergebnis
se werden von verschiedenen Sensoren und numerischen Modellen gesammelt und für eine Anzahl aus
gewählter Orte in europäischen Küstenzonen ausgewertet. Die so bereit gestellten Daten werden als
'ground truth' in Verbindung mit ERS SAR Daten benutzt, um auf die räumliche Struktur der Umwelt
parameter in Küstenregionen schließen zu können.
Zur genaueren Untersuchung des Seegangsbildungsmechanismus wurde das Experiment S INEWA VE
in der Nähe von Helgoland in Zusammenarbeit mit GKSS und BSH durchgeführt. Die beantragten
Arbeiten finden im Rahmen einer Zusammenarbeit von neun europäischen Partnerinstituten statt. Sie
sind in das laufende internationale Projekt LOICZ und die europäische COST Aktion 714 eingebunden.
Produkte
100 x 100 km Karten mesoskaliger Windfelder mit einer Auflösung von 500 m; zweidimensionale See
gangsspektren im Wellenlängenbereich 100 m bis 1000 m.
DLR-P3 - TIDE, Synergie von Fernerkundung und mathematischen Tidemodellen zur Optimie
rung divergierender Nutzungsansprüche in Astuaren
Zielsetzung
Die BAW betreibt numerische Modelle der Ästuargebiete und führt regelmäßig Naturuntersuchungen
der maßgeblichen physikalischen Prozesse durch. Im Projekt TIDE werden aus Femerkundungsdaten
synoptische Eingangsdaten für die numerische Modellierung erstellt und zur Verifikation die Modeller
gebnisse mit Femerkundungsdaten verglichen.
Wissenschaftlicher Kenntnisstand
Seit dem Start von ERS-1 haben verschiedene Untersuchungen das grundsätzliche Potential von Radar
daten für Anwendungen im Küstenbereich aufgezeigt. Aufgabe des Projektes TIDE ist es zu erforschen,
wie Femerkundungsdaten Operationen für die oben genannten Aufgaben eingesetzt werden können.
Dazu werden die folgenden Femerkundungsdaten Operationen benötigt:
Als Eingangsdaten: Topografie und Wind;
Als Vergleichsdaten: Wasserstand, Muster der Strömungsgeschwindigkeit, Sedimentkonzentration,
Seegang.
Es werden alle über der Deutschen Bucht im Bereich des Elbe-Ästuars aufgenommenen SAR-Szenen in
der DFD-Empfangsstation Neustrelitz aufgezeichnet, am DFD verarbeitet und in Bezug auf die oben
genannten Parameter ausgewertet.