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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 43 (1915)

Thraen, A.: Der Einfluß der Nord- und Ostsee auf den Niederschlag usw. 507 
materials nach 1900 richtiggestellt. Er kommt z. B. zu ganz anderen Resultaten 
hinsichtlich des monatlichen Maximums, nämlich genau in dem Sinne, wie unsere 
Mittel es ergeben. 
Auch formell weicht er von der früheren Darstellung in einer Weise ab, die hier 
auszugsweise wiedergegeben werden soll: Hellmann betont mit Recht, daß in 
Gegenden, in denen das monatliche Maximum hinsichtlich seines Eintritts starken 
Schwankungen unterworfen ist — so wie in unserem Gebiete! — die Darstellung der 
jährlichen Regenperiode nicht erschöpfend ist, wenn nur das absolute Maximum 
berücksichtigt wird; und er unterscheidet!) daher den 
I. Haupttypus, wenn ein Monat alle übrigen in seiner Niederschlagsmenge 
wesentlich überragt, weiter den . 
Übergangstypus, wenn unmittelbar neben dem Höchstwert ein fast 
gleicher Monatswert liegt?), und endlich den | 
Nebentypus, wenn ein zweiter dem Höchstwert sehr nahe kommender 
Wert von diesem durch einen oder mehrere Monate getrennt ist (sekundäres 
Maximum). 
In diesem Sinne kommt Hellmann zu folgenden Regenzonen an der deutschen 
See hinsichtlich des Eintritts des monatlichen Maximums: 
I. Die Zone vom Nebentypus „August Oktober‘. Sie umfaßt die Um- 
gebung des Kurischen Haffs, den nördlichen Teil von Rügen und die 
unmittelbar westlich benachbarte Küste, endlich fast die ganze Nordsee- 
küste und fast ganz Schleswig. 
Die Zone vom umgekehrten Nebentypus „Oktober— August‘ gilt für 
die Nordsee-Inseln. . 
Die Zone vom Übergangstypus „August— Juli“ fällt in das Samland 
und das sich nordöstlich anschließende Gebiet. 
Die Zone vom umgekehrten Übergangstypus „Juli— August‘ begleitet 
in einigem Abstand die ganze deutsche Küste. ; ; 
Die Zone vom reinen Haupttypus „August“ findet sich nur in Hinter- 
pommern. 
Die Zone vom reinen Haupttypus „Juli“ liegt südlich unserer Zone IV 
(siehe daselbst). — 
Selbst bei langjährigen Niederschlagsmitteln ist der Monat für den Eintritt 
des Niederschlagsminimums nicht so eindeutig bestimmt wie der des Maximums. 
Dies trifft ganz besonders zu in den Gegenden der Erde mit Niederschlag zu allen 
Jahreszeiten. In solchen Gegenden hat das Minimum nicht so stark den Charakter 
des Extremen wie das Maximum. Vielmehr weichen häufig 1. bis 4. Minimum bei 
derselben Station kaum um einige Millimeter voneinander ab, was Wunder, wenn die 
in unserer Tabelle III als Minima durch Kursivschrift angedeuteten Monate stark 
und ganz unregelmäßig von Hellmanns Kärtchen Nr. 93) abweichen. 
{ndessen zeigt uns wieder unsere Tabelle IV, daß die Minima nach 35 jährigen 
und langjährigen Beobachtungen mit Hellmanns Feststellungen übereinstimmen, 
wenigstens im ganzen. ; 
Für eine regionale Darstellung der Minima’ reichen also unsere 20jährigen 
Mittel nicht aus. 
D. Niederschlag in den Einzelabschnitten des Jahres, 
Die Betrachtung der Einzelabschnitte des Niederschlagsjahres soll an der 
Hand der Tafeln 19 u. 20 erfolgen, denen als Zahlenmaterial die Koeffizienten unserer 
Tabelle III zugrunde liegen. 
We Die auf diesen Tafeln enthaltenen Linien gleicher relativer pluviometrischer 
Koeffizienten sollen zur Abkürzung von uns „Isokoeffizienten‘‘ genannt werden. 
—. Es dürfte von selbst einleuchten, daß diese Linien wie die‘ Einzelwerte nur 
1) Hellmann hat die hier besprochenen Zonen auf einem Kärtchen dargestellt, ‘°C 
„'.. 2) Dabei soll z. B. die Schreibweise August/Juli bedeuten, daß der August das absolute Maximum 
und der Juli der benachbarte Monat mit unwesentlich geringerem Niederschlag ist, 
3) ‚Regenwerk‘, Bd, I, S. 84.
	        
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