Ann. d. Hydr. usw., XXXXIM. Jahrg. (1915), Heft XI.
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Die Eisverhältnisse des Winters 1913/14 in den außerdeutschen Ge-
wässern der Ostsee, in holländischen, belgischen und französischen
Gewässern.
(Amtlich)
In dienstlichem Auftrage bearbeitet von Kapt. G. Reinicke,
Die folgende Bearbeitung weicht von den seit dem Jahre 1908 erschienenen
insofern etwas ab, als mangels amtlichen Materials aus russischen Gewässern
wieder mehr auf Eisberichte und Schiffsmeldungen der Zeitungen zurückgegriffen
werden mußte. Abgesehen von den dadurch bedingten, im allgemeinen unwesent-
lichen Änderungen ist auch bei dieser Bearbeitung die schon im Jahre 1905
eingeführte Form beibehalten und namentlich Gewicht darauf gelegt worden, die
Beziehungen zwischen dem Wetter, vornehmlich den Windrichtungen‘ und den
Eisverhältnissen der einzelnen Fahrstraßen, Buchten, Häfen usw. zum Ausdruck
zu bringen,
Beigegeben ist diesmal eine Tabelle der Schluß- und Eröffnungstage der
letzten 10 Jahre von einigen wichtigen schwedischen und russischen Orten,
[. Die Eisverhältnisse in den schwedischen und russischen Gewässern.
A. Schluß der Schiffahrt 1913.
1. Der Nordbotten. Die erste Eisdecke in den schwedischen Nordbotten-
häfen trat etwa zur mittleren Zeit ein: gegen Ende Oktober in den nördlichsten,
nach Mitte Dezember in den südlichsten Nordbottenhäfen. Die Dampferfahrt
wurde aber wie gewöhnlich je nach der Stärke des Verkehrs in den nördlichen
Häfen noch 2 bis 3, in den südlichen noch 3 bis 5 Wochen aufrechterhalten,
zum Teil noch, nachdem die in Betracht kommenden Feuerschiffe schon ein-
gezogen waren.
Von den finnischen Häfen liegen nur einige Pressemeldungen vor, Da-
nach ging der letzte Dampfer am 21. XII. mit Hilfe eines Eisbrechers von Wasa
ab. Amtliche Meldungen fehlen; man geht aber kaum fehl, wenn man den Schluß
der Schiffahrt an’ der finnischen Nordbottenküste auf dieselbe Zeit setzt, wie die
Tabelle für gleiche Breiten an der gegenüberliegenden schwedischen Küste an-
yibt. Dies ist aber, das muß hervorgehoben werden, nur für den Schluß der
Schiffahrt zulässig, nicht für ihre Eröffnung, weil diese viel abhängiger ist von
der Ankunft der im Winter weiter südlich beschäftigten Eisbrecher und nament-
lich auch von den Windverhältnissen, die das Wintereis an der einen oder anderen
Stelle zusammenschieben können.
2, Der Finnische Meerbusen. Auch von diesem fehlen amtliche Berichte.
Nach Zeitungsmeldungen war der Hafen von Helsingfors am 12. X. schon so
zugefroren, daß das Eis nicht wieder wegtaute, und man wird annehmen können,
daß die Vereisung aller finnischen Häfen damals begann. Die Zusammenstellung
weiter hinten zeigt allerdings, daß die ersten Eismeldungen von weit östlicheren
Häfen, wo die Vereisung vermutlich schneller fortschritt, viel später gemacht
wurden, doch darf man sich daran nicht stoßen, weil diese Meldungen unter dem
Einflusse von Kreisen stehen, denen daran liegt, die Schiffahrtsverhältnisse günstig
darzustellen. So wurde z. B. als erste Eismeldung von Kolka am 16, XIL ge-
meldet, der Eisbrecher »Samsö« sei angekommen; die Eisverhältnisse hätten den
Ann. d. Hydr. usw. 1915. Heft XI.