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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Besuch des englischen Schulgeschwaders in Spitzbergen, 
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bestanden. Einer hatte sich in einem Schneesturm verirrt, als er einen Bären 
verfolgte, und wurde nicht wieder gesehen; ein zweiter war während des Winters 
gestorben. Sie hatten ein ganzes Jahr lang nichts von der Aufsenwelt gehört. 
Er hatte bis dahin 63 Eisbärenfelle und ungefähr 150 Seehundsfelle bekommen, jene 
5 bis 6 englische Pfund das Stück werth, und diese, der haarige Seehund zur 
Lederbereitung, ungefähr 10 Schilling das Stück. Wir waren erstaunt, zu hören, 
dafs der Eisbär ein feiges Geschöpf sei, der immer weglaufe, wenn er verfolgt 
werde, Sie hatten ein Junges in einem Käfig an Bord, dessen Mutter sie getödtet 
hatten. 
Sie fanden die Kälte nicht schlimm bis nach Dezember. Er und seine 
Leute litten, so oft es aus SE wehte, an malarischer Neuralgie, wie er es nannte, 
Es griff seine Augen an, schmerzte ihn sehr und liefs das rechte Auge mit Blut 
unterlaufen; andere litten an Schmerzen im Rücken und in den Gliedmafsen. 
Chinin half nichts, Fowler’s Lösung war das beste Mittel. Er fand das Thermo- 
meter an Land, obwohl frei aufgehängt, ungefähr 3° (1,7° C) höher als an Bord. 
Das Meer um die König Ludwig- und die Tausend-Inseln war den 
ganzen Winter offen gewesen. Der Stor-Fjord kann im Sommer offen und 
doch unzugänglich sein, weil das Kis bisweilen den Eingang schliefst. . Im 
Sommer ‘ist die Olga-Strafse frei; aber die Ostküste der Edge-Insel ist 
unzugänglich und ist es schon seit einigen Jahren gewesen. Durch Beobachtungen 
habe er den warmen Strom in der Hinlopen-Strafse gefunden, obwohl die 
Strafse nicht offen gewesen sei; ebenso im Helis-Sund und in der Freemans- 
Strafse. Dieser Strom öffnet seiner Ansicht nach die Olga-Straße. 
Wir erfuhren zuerst durch ihn, dafs die Lage des östlichen Packeises die 
Verhältnisse, auch die jahreszeitlichen, des Eises an der Westküste bestimme. Im 
Winter kommt es nie westlich vom Südkap auf Spitzbergen, indem es sich nach 
der Bären-Insel hinzieht. Es bricht auf im Juli oder August. und die freigewor- 
denen Schollen treiben um das Südkap. Bei den Dun-Inseln bilden diese 
schmelzenden Schollen eine Untiefe, die zunimmt. Der Bel-Sund ist fast immer 
bis zur Fox-Spitze offen. Die Recherche-Bai friert früh zu, bisweilen im 
September, und ist nicht vor Juni oder Juli offen. Die Magdalena-Bai ist im 
Frühsommer offener als die Recherche-Bai. 
Das nördliche Packeis kommt nie südlich von „Cloven Cliff“, Es ist 
ein schlechtes Eisjahr im Norden, da das nördliche Packeis dicht an der Nord- 
küste von Spitzbergen liegt. 
4. August. Das Geschwader dampfte heimwärts und kam am 10. vor 
Aalesund in Norwegen an, und so endete eine sehr lehrreiche und interessante Reise. 
Ueber oceanische Strömungen und praktische Winke über die 
Art ihrer Beobachtung.) 
Von Kapt. A. S. THOMSON, R. N. R. 
Die Bewegungen des Meerwassers werden eingetheilt in: 
Eigentliche Strömungen, die an der Oberfläche auftreten, sich gelegent- 
lich zu einer beträchtlichen Tiefe erstrecken. 
Gegenströmungen, abhängig von den eigentlichen Strömungen, Sie 
führen den Ueberschufs von Wasser zurück, der durch die Wirkung der eigent- 
lichen Strömungen weggeführt worden ist. 
Triftströmungen, verursacht durch die Wirkung von Winden, die mehr 
oder weniger allzeit in derselben Richtung wehen. 
Periodische Strömungen und Unterströmungen. Kiner der. Haupt- 
zwecke des Vortrags ist, die Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit der Unter- 
strömungen in ihrer Mitwirkung beim oceanischen Kreislauf zu lenken. Sie bieten 
ein. reiches und fast jungfräuliches Feld für wissenschaftliche Entdeckungen, 
besonders geeignet für Untersuchungen einzelner Personen mit Unternehmungssinn. 
_ 1) „Sechster Internationaler Geographen-Kongrefs“, London 1895. Dienstag, 30. Juli. B. No. 3. 
‚Kurze Auszüge aus den Vorträgen.“ London, Wm. Clowes and Sons. 
Ann. A. Hydr., etc,, 1896, Heft I.
	        
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