Aunalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1896.
der Brücke, erwähnen. Es ist weiß angestrichen, mit Blechdach: versehen und
hat an der linken Seite ein Erkerthürmchen mit rothem spitzen Dach,
Von San Benito nach San Blas.
Ueber diese Reise, welche am 22. Januar 1895 angetreten und am
16. Februar nach 25tägiger Fahrt beendet wurde, schreibt Kapt. Grube:
Die Reise ist, wie man in dieser Jahreszeit erwarten konnte, sehr lang-
wierig geworden. Sie hätte vielleicht noch um 8 Tage verkürzt werden können,
wenn ich vor dem Golf von Tehuaniepek steife Nordwinde angetroffen hätte,
welche ja oft dort wehen; statt dessen war es aber still. Dennoch glaube ich,
daß die Reise, wenn ich den Weg längs der Küste genommen hätte, ebenso
lang, wenn nicht noch länger geworden wäre, da dort, wo der Nordwestwind
weht, die Windrichtung am Tage und des Nachts meistens nur drei Striche
Aifferirt und dazu ein starker Gegenstrom auftritt. Gut traf ich es — vielleicht
ausnahmsweise — insofern, als ich, nachdem ich schon bei den Socorro-Inseln
wegen der schralen Richtung des Windes ostwärts hatte wenden lassen, am
Tage darauf stürmischen Nordwestwind bekam, welchen ich wunderschön benutzen
konnte, um die fehlende Breite gutzumachen,
Bemerkung. „Theodor“ steuerte von San Benito aus zunächst auf einem
Kurse südlich von West landabwärts nach dem Passat, den er am 2. Februar
auf 12° N-Br und 101° W-Lg erfafßste, segelte dann bei dem Winde nordwestwärts
bis 19° N-Br und 112° W-Lg, wo am 12, Februar gewendet wurde, und nahm
nun mit dem bald nordwestlich holenden Winde seinen Kurs nach dem Be-
stimmungsplatze. Dafs der Wind sich gleich so weit nach links drehte, war
Freilich ein Ausnahmefall.
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Reisen der Schiffe „Selene‘“, „Neck“; „Najade‘“ und „Bertha“
vom Kanal nach dem Stillen 0cean im Mai, Juni und Juli 1895.
Die in Hamburg mit Kokes und 400 Tonnen Kohlen beladene „Selene“,
welche den Kanal am 4. Mai 1895 verlassen hatte, zeigte sich bei dieser Beladung,
als im offenen Ocean kräftige Gegenwinde angetroffen wurden, derartig rank,
dafs die Segelfähigkeit dadurch geschädigt wurde. Es mulsten, um das Schiff
steifer zu machen, die Royalraaen .und auch die Voroberbramraa an Deck
genommen werden. Auf dem Wege vom Kanal zur polaren Passatgrenze war
die Richtung der angetroffenen Winde eine vorherrschend günstige. Deren Stärke
war jedoch oft eine zu geringe, um dabei raschen Fortgang erzielen zu können,
Erst nachdem die sich östlich von den Kap Verden haltende „Selene“ am 21. Mai
in 25,5° N-Br und 20,4° W-Lg das Passatgebiet betreten hatte, wurde die Wind-
stärke eine größere. Das Schiff segelte dann bis zum 30, Mai nach 4,7° N-Br
and 23,2° W-Lg, wo der hoch südlich laufende Wind das Aufhören des Nordost-
passates andeutete. Der Stillengürtel, in welchem leichte südwestliche Winde
vorherrschten, erforderte zu seiner Ueberschreitung zwei Tage. Am 1, Juni
wurde bei 3,8° N-Br in 23,2° W-Lg der schwach einsetzende, aber bald auf-
frischende Südostpassat angetroffen, bei welchem „Selene“ bis zum 3. Juni zu
der in 26° W-Lg überschrittenen Linie segelte, Die Strecke Lizard— Aequator
war in 30 Tagen zurückgelegt worden.
Drei Mitsegler von „Selene“, die ebenfalls auf Reisen zur Westküste
Amerikas begriffen waren, gingen mit nur wenigen Tagen Zeitunterschied damals
auch von nördlicher in südliche Breite über. Das Bremer Schiff „Neck“, Kapitän
Ulrich, welches den Kanal zusammen mit „Selene“ verlassen hatte, erreichte
auch nahezu gleichzeitig mit diesem Schiffe den Aequator. Ein anderes Bremer
Schiff,. die „Najade“, Kapt. Hasselmann, welches die Länge von Lizard am
2. Mai überschritten, mit welchem „Selene“ am 19. Mai in 28,5° N-Br und 20,3° W-Lg
Signale gewechselt hatte, gelangte zum Aequator in 28,7° W-Lg am 31. Mai nach
39tägiger Reise von Lizard. Die von Kapt. Rasch geführte Hamburger Bark
„Bertha“ endlich, welche am 7, Mai vom Kanal abgegangen war, ging 28 Tage
später, am 4. Juni in 25,2° W-Lg, von nördlicher in südliche Breite über. Alle
diese Schiffe hatten die Ost von den Kap Verden nach Süden führende Route
eingehalten. Am Mittage des 26. Mai hatte sich „Selene“ in 11,3° N-Br und