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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1896. 
Registertonne, nebst 50 Doll. Lootsengeld, trotzdem kein Lootse am Platze ist 
und man, weil San Benito nur eine offene Seerhede hat, auch einen solchen 
gar nicht benöthigt. Trinkwasser kann man nur gelegentlich von der Eisenbahn- 
verwaltung bekommen, und auch dann nur gegen Zahlung eines hohen Preises. 
San Benito ist von der See aus jetzt an einem Hause nahe der Brücke 
— in der That das einzige vorhandene Gebäude, welches die Bezeichnung Haus 
verdient —, auf dessen Nordseite sich ein kleiner rother Thurm befindet, gut 
erkennbar. Der beste Liegeplatz für Schiffe auf der Rhede befindet sich !a Sm 
im Westen der Brücke, auf einer Wassertiefe von 11m (6 Faden), woselbst der 
Ankergrund gut ist. Nach Aussage des Hafenmeisters soll indefs die Wassertiefe 
einer steten Veränderung unterworfen sein. 
Nach den mit ziemlicher Regelmäfsigkeit an jedem Tage um 8 Uhr 
morgens und 8 Uhr abends angestellten meteorologischen Beobachtungen und 
einigen weiteren Bemerkungen war auf der Rhede von San Benito der Wind 
vom 26. Februar bis zum 23. März 1892 des Tags über während 6 bis 7 Stunden 
aus einer westlichen Richtung, allmählich nach rechts (nördlich) holend, um 
während der Nacht aus östlicher Richtung zu wehen. Seine größte Stärke er- 
reichte er etwa um 2 Uhr nachmittags mit 4 bis 5 der Beaufort-Skala. Es 
fand also ein Wechsel von See- und Landbriese statt. Um 8 Uhr morgens war 
die Windrichtung fast immer aus dem östlichen Halbkreise und nur ganz ver- 
einzelt aus dem westlichen, um 8 Uhr abends überwogen die westlichen Winde 
mit 60°%o gegen die östlichen mit 40%. Die Seebriese setzte also verhältnifs- 
mäfsig lange nach 8 Uhr morgens ein und endet bald nach 8 Uhr abends. Nach 
bestimmten Angaben im ‚Journale setzte erstere am 1, März um 8 Uhr, am 
2. März um 12 Uhr und am 3. März um 1 Uhr nachmittags ein; bezüglich der 
Landbriese ist nur einmal erwähnt, dafs sie um 1 Uhr nachts durchkam, 
Die mittlere Windstärke war eine nur geringe, etwa 2 der Beaufort-Skala; 
die höchste verzeichnete war 5, und zwar bei Wind aus östlicher Richtung. 
Der mittlere, auf 0° Temperatur reducirte Barometerstand ergab sich für 8 Uhr 
morgens zu 759,7, für 8 Uhr abends zu 759,9 mm. Die mittlere Temperatur der 
Luft betrug 24,9° C um 8 Uhr morgens, und 27,1° C um 8 Uhr abends. Die 
Bewölkung des Himmels, welche fast ausschliefslich aus Cum-Wolken bestand, 
erwies sich im Allgemeinen als gering, indem sie im Mittel um 8 Uhr morgens 3,0, 
am 8 Uhr abends 3,9 der zehntheiligen Skala betrug. Nur an einem Abende 
bedeckten bei einem frischen Ostwinde Nim-Wolken, aus denen Regenschauer 
herabkamen, den Himmel fast vollständig. Abgesehen von diesen Regenschauern 
und einem andern zweistündigen Regen, war das Wetter stets schön; trotzdem 
ist ein vollständig wolkenloser Himmel nicht verzeichnet worden. In den beiden 
letzten Nächten der Anwesenheit in San Benito und am Abend des letzten Tages, 
5 Stunden nach dem Verlassen des Ankerplatzes, aber noch unter der Küste, 
war das Wetter dick von Nebel. 
Es stand für gewöhnlich eine mäfsige See auf dem Ankerplatze, welche 
überwiegend eine südwestliche, zuweilen aber eine südliche oder westliche Richtung 
hatte. Die mittlere Temperatur der Meeresoberfläche ergiebt sich aus den 
Beobachtungen zu 26,1° für 8 Uhr morgens und zu 27,0° C für 8 Uhr abends, 
Der Strom setzte mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 2 Knoten fast immer 
recht nach Süd, ganz gelegentlich nach SSO und SO abschwenkend. Je einmal 
ist ein Strom von !/@ Knoten Geschwindigkeit nach Nord und nach NW vor- 
gekommen. 
Am 23. März um 4 Uhr nachmittags wurde der Anker gelichtet und die 
Reise von San Benito nach San Jose de Guatemala angetreten. Dieselbe wurde 
bei leichter, zwischen Nord und SW verändernder Briese ausgeführt und um 
dö Uhr am Nachmittage des 25, März beendet. Nachdem der für San Jose 
bestimmte Theil der Ladung gelöscht war, ging am 27, März die Reise weiter 
nach Amapala, am Eingange des Golfs von Fonseca. Dieselbe gestaltete sich 
infolge der leichten veränderlichen, wenngleich etwas häufiger aus dem westlichen 
(dem günstigen) als aus dem östlichen Halbkreise wehenden Winde zu einer 
verhältnifsmäfsig langen, denn man benöthigte, um die 180 Sm betragende Ent- 
lernung zurückzulegen, volle fünf Tage, Das Wetter war dabei fast immer heiter. 
Am 1. April um 2 Uhr nachmittags kam eine frischerer Südwestwind durch, der 
das Schif um 5 Uhr nach der Rhede von Amapala brachte. 
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