Port Natal, Südost-Afrika,
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auf der Barre vorhanden, wird das Schiff binnen gebracht. Eine Schlepptrosse
vom Schiffe wird nicht gebraucht, der Dampfer benutzt seine eigene Trosse.
Bei hartem Südostwind ist es nicht rathsam, sich dem. Lande zu nähern,
denn dann kann kein Schiff die Barre passiren. Da man hier immer. vom Lande
ab und zu halten kann, ohne befürchten zu müssen,. vurbei zu treiben, sollte
man, ‚ausgenommen. bei Windstille, vermeiden zu.ankern. Die Anker versanden
hier leicht, so dafs: heim Ankerlichten die Kette bricht; eine holländische‘ Bark
verlor während unserer Anwesenheit auf diese Weise einen Anker, nachdem sie
nur eine Nacht hindurch vor demselben gelegen hatte. Für Segelschiffe, die
draufsen löschen müssen, . ist Port Natal ein schlechter Platz. Sollte jedoch
Südoststurm einsetzen, und das Schiff genöthigt sein in See zu stechen, so liegt
stets ‚ein Schlepper unter Dampf bereit, der das Schiff soweit in. See hinaus
bringt, dafs es unter Segel kommen kann. Die Ketten müssen dann natürlich
geschlippt werden. Der Leichterlohn stellt sich für die draufsen löschenden Schiffe
auf 10 Schilling die Tonne.
Innerhalb der Barre liegt man in Port Natal ganz‘ sicher, da kein: See-
gang aufkommen kann. Während unseres Dortseins vom 26. Dezember 1894 bis
zum 28. Januar 1895 wehte es fast jeden Tag steif aus Nordost. Zuweilen ging
der Wind, mit Gewitter und Regen einsetzend, auf Südwest und wehte dann noch
stärker. Januar und Februar ist hier die Regenzeit und das Wetter drückend
heifs; Krankheiten kamen jedoch nicht vor, und von Mücken hatte man wenig
Plage.‘ Als wir dort waren, lagen viele Schiffe im Hafen, so dafs nicht jedes
Schiff einen Platz am Lande bekommen konnte. Sie wurden deshalb einander
auf Seite gelegt, und das äufsere löschte über das am Lande liegende Schiff
hinweg... Die Landungsbrücken werden aber verlängert, und wird in Zukunft
Platz genug vorhanden sein. a
Die Hafenkosten betragen ein Schilling die Registertonne für die ersten
400 Tonnen der Schiffsgröfse und für jede folgende Tonne bis 1500 Register-
tonnen 9: Pence mehr. Dies ist für Feuergeld, Lootsgeld und Werftgeld. Hs
gilt aber nur für 21 Tage; liegt ein Schiff--Jänger, ‚so mufs :es 3 Pence die
Registertonne nachzahlen und kann dafür dann. wieder 21 Tage liegen. Für
Schiffe, selbst grofse, die mit Stückgütern beladen sind und mit Dampfwinden
gelöscht werden können, wofür man die gar nicht hohen Kosten von: 6 Pence
die Tonne bezahlt, ist 21 Tage Zeit genug, für grofse Schiffe mit Holzladung
aber zu.wenig. Für jede Tonne Deckladung mufs man 10 Pence extra zahlen;
der Standard (165 engl. Kubikfuls) wird zu 2'/a Tonnen gerechnet.‘ Der Schlepp-
lohn stellte sich für „Magnat“, ein Schiff von etwa 1000 Registertonnen, zu
21 Lstrl. ein- und dasselbe ausgehend und aufserdem 2 Lstrl. für die Benutzung
der Schlepptrosse. Da kein Platz vorhanden war, unsere Holzladung zu lagern,
verflossen drei Tage, ehe wir anfangen konnten zu löschen, und dann wurden
Sonn- und Festtage bei Berechnung des Werfigeldes in der Liegezeit mitgerechnet.
Frisches Wasser kostet 17 Schilling und 6 Pence für 1000 Gallonen, und weniger
wird nicht verabreicht. Das Wasser ist gut.
Ostpreufsens Fischereihafen an der samländischen Küste.
Von Korv.-Kapt., z. D. DARMER, Küstenbezirks-Inspektor für Ost- und Westpreufsen.
£in wesentlicher Antheil an dem erfreulichen Aufschwung der Lachsfischerei
in der Danziger Bucht mufs dem neuerbauten Hafen auf der Halbinsel Hela’ zu-
geschrieben werden. Infolge seiner günstigen Lage in der Nähe der Fangplätze
auf dem tiefen Wasser der Danziger Bucht dient er den. Fischern nicht nur als
Zufluchtshafen bei schlechtem Wetter, sondern auch als Stützpunkt für ihre
Operationen. Sie fahren abends mit ihren Fanggeräthen in See, treiben nachts
vor ihren Netzen und bringen am folgenden Morgen den Fang nach Hela, wo
Aufkäufer ihrer harren, um ihn mit Dampfer baldigst nach Danzig überführen zu
lassen. Ein grofser Theil der gefangenen Fische geht mit der Bahn nach Berlin,
die meisten aber sollen direkt nach dem Rhein und Paris versandt werden: