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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Aydrographische Arbeiten der russischen Marine an den Küsten des Eismeers, 27 
Meer und dessen Eingang mit acht Leuchtfeuern versehen, zu denen binnen 
Kurzem ein neuer auf Kap Gorodetski hinzukommen wird; an der Eismeerküste 
aber finden sich nur zwei Baken, beim Hafen Yekaterinenskaya und bei Port 
Vladimirski. Es sollten nun noch im Laufe von 1895 an fünf Punkten: Tsip- 
Navolok, Kap Teriberski, Insel Khorlof, den sieben Inseln und einer der Inseln 
Voron’yi Lidi Leuchtfeuer eingerichtet werden. Ferner wird der Bau von See- 
zeichen fortgesetzt, der 1893 mit der Aufrichtung von zwei steinernen Baken in 
Form von Thürmen von 6 m Höhe am Eingange in den Mätotshkin Shar, Kap 
Stolbovöi und den Yugörski Shar (Insel Vdigatsh) begonnen wurde. 
Auch östlich von Növaya-Zemlyd wurden die systematischen Forschungen 
im Jahre 1894 aufgenommen durch Entsendung einer hydrographischen Expedition 
unter der Leitung des Oberstlieutenants der russischen Marine Vilkitski. Diese 
hatte den 1893 erbauten stählernen Dampfer „Lieutenant Ovtsin“ und das Segel- 
schiff „Lieutenant Skuratof“ zur Verfügung, die in Yeniseisk überwintert hatten 
und dort die Expedition erwarteten. Ein Theil der letzteren kam nämlich dort- 
hin auf dem Landwege über Perm, Tomsk und Krasnoydrsk. Am 9. Juni‘) 
erreichte sie Yeniseisk; die Zeit bis zum Fortgang am 9. Juli wurde zu einer 
kleineren Vermessung, zu magnetischen Beobachtungen und Zeitbestimmungen, zur 
Untersuchung der Chronometer sowie zu Schwerebestimmungen mittels eines von 
der Kaiserlich Russischen Geographischen Gesellschaft mitgegebenen Pendel- 
apparats benutzt. Auf der langen Flufsfahrt konnten nur einige Breitenbestimmungen 
ausgeführt werden, weil die Zeit für die Aufnahmen an und vor der Mündung 
gespart werden mußte. Doch hatte die Expedition den Auftrag erhalten, das 
Fahrwasser beim Kap Gostinni (oberhalb Zverevo) zu untersuchen und zu 
bezeichnen, weil an dieser Stelle die Seeschiffe auf ihrem Wege zu dem guten 
Liegeplatz in der Lukov£ya Protöka Schwierigkeiten durch flaches Wasser fanden, 
Die Breite des Stromes beträgt daselbst 20 und mehr Kilometer. Das Ergebnifs 
dieser Untersuchung war sehr günstig, weil am linken Ufer eine Rinne von 
mindestens sieben Faden Tiefe gefunden wurde, womit, nach Vilkitski, für See- 
schiffe die Möglichkeit des Heraufkommens bis oberhalb Turukhänsk gesichert 
ist bis zur Osinofski-Stromschnelle. Eine Barre hat der Yenisei überhaupt nicht. 
In Dudinka versorgte sich der Dampfer mit Steinkohlen aus den 100 km 
von da gelegenen Gruben; die Kohle ist gut, trocken und giebt sehr wenig Asche. 
Auf dem Wege von Goltshikha (gegenüber Zverevo) nach Dickson-Hafen 
wurde vom Schiff aus das Ufer aufgenommen und bei der Insel Krestofski an 
Land, ebenso wie in Dickson-Hafen, eine Breitenbestimmung und Messung aller 
drei Elemente des Erdmagnetismus vorgenommen. Die Korsäkofski-Inseln erwies 
es sich am vortheilhaftesten, östlich zu lassen. Von dort ab sind am östlichen 
60 und mehr Meter hohen Ufer die Tiefen überall bedeutend, wodurch es auch 
der Expedition möglich wurde, in den Dickson-Hafen bei ziemlich dichtem Nebel 
einzulaufen. 
Vom 3. August an machte der Dampfer Vorstöfse ins offene Meer, um 
das Kap Mate-Sale, die Insel Sibiryaköf und die Lage des Eises aufzunehmen, 
Am 26. August kehrte die Expedition nach Goltshikha zurück, wo inzwischen 
Kapt. Wiggins mit zwei Fahrzeugen der russischen Regierung auf dem Seewege 
eingetroffen war. Auf der gemeinsamen Fahrt flufsaufwärts wurde eine Kompafs- 
aufnahme der Ufer gemacht. Am 5. (17.) Oktober kamen die Schiffe glücklich 
nach manchen,‘ durch den sinkenden Wasserstand bewirkten Schwierigkeiten in 
Yenisseisk an. 
Im Ganzen hat die Expedition 17 Punkte astronomisch bestimmt, davon 
fünf im Yenissei-Busen, sechs auf der Strecke zwischen Goltshikha und Turu- 
khänsk und sechs oberhalb der letzteren Stadt. 
Die magnetischen Beobachtungen wurden mittels eines Lamont’schen 
Theodoliten und eines Inklinators von Gambey ausgeführt, die beide auf dem 
Observatorium in Pavlofsk untersucht worden waren, und zwar auf zehn Punkten im 
YenisGi-Gebiet und auf zwei anderen schon auf der Reise nach Yeniseisk. Dekli- 
nation sowohl als Inklination wachsen, je weiter man nach Norden kommt, und 
betragen in Dickson-Hafen 26'/2 Grad bezw. 82*/2 Grad. Die Horizontal-Intensität 
ist dagegen in Dickson-Hafen nur halb so grofs wie in 60° N-Br. Beim Kap 
‘) Alle diese Angaben beziehen sich vermuthlich auf alten Stil.
	        
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