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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

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Annalen der Hydrographie nnd Maritimen Meteorologie, Juni 1896. 
Von Suva (Viti Levu, Fiji-Inseln) über Nukualofa (Tonga-Inseln) 
nach Apia. 
Aus dem Reisebericht S. M. S. „Falke“, Kommandant Korv.-Kapt. Graf HEINRICH MOLTKE. 
Während der Fahrt von Suva nach Nukualofa (20, Juli 1895, 8a, bis 
21, Juli, 11"55"” a) wehte bei ziemlich bedecktem Himmel und einem mittleren 
Barometerstande von 764,0 mm beständig der Passat aus SSE bis SE mit einer 
durchschnittlichen Stärke 4 bis 5. Von Suva bis zur Ono-Insel machte sich fast 
gar kein Strom bemerkbar, von der Ono-Insel bis zum Sichten von Tongatabu 
dagegen eine ganz bedeutende Stromversetzung, in 19 Stunden 38 Sm nach 
N 11° O0. Die Stromkarte giebt für diese Gegend einen direkt südlich laufenden 
Strom an. Während des Aufenthaltes S. M. S. „Falke“ in Nukualofa (Tongatabu) 
vom 21. bis 27. Juli sollen an Land zweimal KErdstöfße zu spüren gewesen sein. 
Auf der Fahrt von da nach Apia (27. Juli, 7*a, bis 29, Juli, 5*p) wehte statt 
des Südostpassates ein leichter nordnordöstlicher Wind von Stärke 0 bis 2 bei 
klarem Himmel und hohem Barometerstande von durchschnittlich 768,0 mm. Der 
Strom setzte in den ersten 24 Stunden S 85° W, 10 Sm, und in den nächsten 
24 Stunden N 17° O, 11 Sm. 
Reise der Bark „Mona‘“ von Rotterdam nach Samarang. 
Von Kapt. C. FESENFELDT, 
Am 3. April 1895 um 4*a peilten wir die Feuer von Lizard NO!/N mw. 
in der Kimm. Der Wind war frisch aus Nordnordost bei mittilerem Barometerstande, 
holte später westlich und dann wieder nördlich, und dachte ich schon, dafs er 
ans direkt in den Passat führen würde. In 35° N-Br und 17° W-Lg wurde es 
indessen am 10. April flau, und der Wind ging auf Südost; gleichzeitig begann’ das 
Barometer erst langsam, dann schneller zu fallen, und der Wind nahm zu. In 
der Voraussetzung, dafs er nach West oder Südwest umlaufen würde, liefs ich 
mit vollen Segeln nach Südwest steuern, bis der zunehmend stürmische Wind, 
bei drohender Luft und heftigem Gewitter, uns zwang, kleine Segel zu machen, 
In 31,4° N-Br und 19,7° W-Lg trat am 12. April bei Südsüdwest 9 mit einem 
Barometerstande von 749,2 mm (unred.) das Minimum ein. Der Wind nahm dann 
ab und holte westlicher, später aber nur ganz allmählich durch Nord nach Nordost. 
Wir steuerten an der Ostseite der Kapverden hinunter und erhielten, nachdem 
wir die Inseln passirt hatten, den Passat recht flau. In 3,3° N-Br und 25,7° W-Lg 
kamen wir in den Stillengürtel und am 30. April, nach 27 tägiger Reise von 
Lizard, in 25,6° W-Lg nach der Linie. 
Auch südlich der Linie wollte der Südostpassat sich nicht sofort einstellen. 
Erst in 3,1° S-Br und 25,8° W-Lg kam am 3. Mai abends flauer Ostnordostwind 
durch, der später auffrischte und zum Passat wurde. Dieser holte später nicht 
allmählich nördlich, ‚sondern ging in 19° S-Br und 30° W-Lg in Stille über, 
worauf Südwind folgte. Da der Barometerstand anzeigte, dafs ich es mit einem 
Maximum. zu thun hatte, liels ich das Schiff auf B. B.-Halsen legen, worauf der 
Wind denn auch langsam aufraumte, später durch Nordost nach Nord ging und 
einen guten Fortgang erlaubte. Es folgte indessen noch kein beständiger West- 
wind,. und da es auch häufig unerwünscht flau war, konnten wir erst am 28, Mai 
in:42° S-Br den Meridian von Greenwich überschreiten. Reisedauer von der 
Linie 28 Tage. . 
- ... Den ersten. ziemlich harten Weststurm, vor dem wir indessen gut lenzen 
konnten, ‘hatten wir am 2. Juni in 43° S-Br und 22° O-Lg. Die Temperatur des 
Wassers stieg hier in zwei Wachen von 8,4° auf 16,2° und fiel während der 
folgenden acht Stunden wieder auf 7,8° — kein Wunder, dafs unter solchen 
Verhältnissen das Wetter unruhig und stürmisch ist. Schon am 3. Juni begann 
der Wind wieder nördlich zu holen und näherte sich uns eine neue Depression.
	        
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