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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1896. 
verbunden, der am Strande eingegraben ist, um sie gegen ein Schleppen (Durch- 
gehen) auf dem sehr abschüssigen Meeresboden zu schützen. Die Stärke der zur 
Verwendung gelangten Ketten beträgt 3,7 cm (1'/z Zoll). 
Was den Segelweg von Australien nach Malden-Eiland und die Ansegelung 
der Insel betrifft, so möchte ich anrathen, sich gar nicht an die vom Befrachter 
erhaltenen Segelanweisungen zu kehren. Ich meinerseits werde, falls ich nochmals 
in die Lage kommen sollte, eine Reise von Australien nach Malden-Eiland machen 
zu müssen, nicht wieder nördlich von Neu-Seeland gehen. Dafs die Schwierigkeit, 
nach Norden zu kommen, hier größer sein sollte als auf dem Wege von Kap 
Horn her, kann ich nicht glauben, der kleine Umweg um das Südende von Neu- 
Seeland herum wird aber reichlich durch ‚die beständigeren westlichen Winde 
beim Ablaufen seiner Länge aufgewogen.!) Bei der Ansegelung hat man sich, 
wie gezeigt, in Acht zu nehmen, dafs man nicht zu weit nach Lee segelt, so- 
lange allein die englische Flagge am Topp des Flaggenmastes auf der Insel weht 
and noch nicht die blaue Flagge von der Süd-Raanock gezeigt wird. Eine Flagge 
an der nach Norden gerichteten Raanock dient den an verschiedenen Stellen der 
Insel beschäftigten Arbeitern als ein Signal. 
Wie man hier allgemein behauptete, waren wir insofern sehr vom Glück 
begünstigt worden, als wir, trotzdem das Schiff leicht beladen war, schon fünf Tage 
nach unserem Abtreiben die Insel wieder erreicht hatten. Hätten wir uns übrigens 
in der Breite derselben gehalten, so wären wir wohl nie wieder zurückgekommen, 
denn eine westliche Strömung von 25 bis 30 Sm in 24 Stunden gehört durchaus 
nicht zu den Seltenheiten. Gegen einen solchen Strom aufzukreuzen, ist für ein 
Schiff in Ballast ganz unmöglich. 
Um das Schiff an der Tonne bei Malden-Eiland möglichst auf dem Winde 
zu halten und das Gieren zu verhüten, hatten wir, solange noch wenig Ladung 
übergenommen war, den Besan stehen. Bei einem beladenen Schiffe ist es oftmals 
nöthig, um den gewünschten Zweck zu erreichen, das Großsmarssegel zu setzen, 
Strömungen auf dem Wege von 30° S-Br bis Malden-Eiland. Um 
möglichst genaue Angaben über die Strömung zu erhalten, wurde die gröfste 
Sorgfalt auf die Besteckrechnung verwandt. Zu dem Ende wurde das Kielwasser 
jede Wache mehrere Male gepeilt und die Fahrt des Schiffes nach dem Patentlog 
bestimmt. 
Die in der folgenden Tabelle gegebenen Positionen beziehen sich auf den 
Mittag des vorgeschriebenen Datums, die Strömung auf das diesem vorangegangene 
Etmal, während der Wind den ungefähren Durchschnitt der letzten 24 Stunden 
bezeichnet. 
Datum 1891 
Mai 14 
5 
16 
17 
18 
21 
22 
23 
24 
25 
26 
27 
S-Br 
30° 27 
27° 45 
24° 42 
22° 15’ 
19° 36’ 
17° 31 
15° 25° 
13° 55° 
11° 41‘ 
8° 51‘ 
6° 0 
4° 6 
W-Lg 
153° 23° 
152° 29 
151° 17° 
151° 7 
151° 34 
152° 4 
152° 37° 
152° 15’ 
151° 49’ 
152° 11° 
153° 32 
134° 45 
Wind rw. 
SSE 5 
ESE 5—6 
ESE 5 
EzN 5 
NNE—NW 6—3 
SSE—NE 6—3 
EzN 3-—5 
ENK—EzS 5 
E 5 
SEZE—EZN5S 
EzS Ä 
EN 
Strömung 
in 24 Stunden 
N 59° W 37,5 Sm 
N62°W 30,0 ,„ 
N51°W 48 = 
S 86° W 150 
in 72 Stunden 
S45°0 14, 
S39°W 17 
S80°W 60 „ 
S562°W 20 , 
N 83° W 26,0 
S 76° W 29,0 
S 75° W 836,0 
Am 27, Mai fand, wie schon gesagt, die erste Ankunft bei Malden-Eiland 
statt; die am 29., 30., 31. Mai und 1. Juni während des Zurückarbeitens nach 
dieser Insel beobachteten Versetzungen sind bereits aufgeführt. 
1) Vgl. „Der Pilote“, Bd. V; hiernach ist von April bis Oktober die nördliche, während der 
übrigen Monate die südliche Route zu nehmen.
	        
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