Dinklage: Von den Reishäfen in Britisch Birma nach Brasilien.
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Da der Südostpassat gewöhnlich erst in 5° S-Br, oft aber auch in einer
noch südlicheren Breite angetroffen wird und bis dorthin der Wind vorwiegend
südwestlich ist, so mufs auch südlich von 5° N-Br meistens noch ziemlich viel
Länge, zugesetzt werden, bevor man den Passat erfafst. Man sollte deshalb den
hoch südlichen Wind, den man oft aufßserhalb Kap Atji findet, dazu benutzen,
zunächst noch einige Grade West-Länge gutzumachen.
Aus der Uebergangszeit zum Nordostmonsun, den Monaten Oktober und
November, liegen der Seewarte nur sehr wenige Berichte über Reisen vor.
Heckford empfiehlt in seinen Segelanweisungen, !) dafs Schiffe, welche von Rangun
oder Moulmain kommen, im Oktober durch den Preparis-Nord-Kanal gehen und
dann jede Gelegenheit benutzen sollten, um die Westseite der Bai zu gewinnen,
weil hier der Nordostmonsun am frühesten einsetzt, während an der Ostseite der
Wind am längsten eine südliche und westliche Richtung behält. Im November
sollten sie den Weg durch .den Preparis-Süd-Kanal nehmen, dann nach WSW
steuern und in 84° 30‘O-Lg aus der Bai hinausgehen. .
Die mittlere Lage der Nordgrenze des Südostpassats ist im Januar,
Februar und März 10° S-Br, im April 8,5° S-Br, im Mai 6° S-Br, im Juni, Juli
und August 4° bis 5° S-Br, im September, Oktober und November 5° bis 6° S-Br
und im Dezember 7° S-Br. Die kräftigste Passatbriese findet man im Januar
und Februar zwischen 15° und 22°, im März, April und Dezember zwischen
13° und 20°, von Mai bis August zwischen 11° und 19° und im September,
Oktober und November zwischen 11° und 18° S-Br. Um von dieser möglichst
zu profitiren und nicht so bald in die unzuverlässigen Winde an der Südgrenze
des Passatgebiets zu gerathen, sollte man in den Monaten Mai bis November,
wenn der. Strom frischester Briese seine nördlichste Lage hat, seinen Kurs
nördlich von Rodriguez-Insel auf etwa 20° S-Br und 60° O-Lg setzen. Von
Dezember bis April, zur Zeit der südlicheren Lage jenes Windstromes,
passire man südlich von Rodriguez und nehme den Schnittpunkt von 60° O-Lg
in ungefähr 22° S-Br. Es ist dies die Jahreszeit, wenn in der Nähe der
Maskarenen Orkane vorkommen. Um diese vermeiden und frei operiren zu
können, muß man Seeraum haben; auch aus diesem Grunde erscheint die etwas
züdlichere Route, welche in etwas gröfserem Abstande an den Inseln Mauritius
und Reunion vorbeiführt, für die bezeichneten Monate empfehlenswerther. Von
60° O-Lx an des Weiteren schneide man 50° O-Lx in 25° bis 26° S-Br und
40° O-Lg in 28° bis 29° S-Br.
Die empfohlene Route hält sich, verglichen mit der gewöhnlichen, auf
einer etwa 500 Sm längeren Strecke in dem Striche des frischesten Passats,
wogegen die Strecke in dem Gebiete ungünstigerer Gelegenheit südlich von
diesem Windstrom um etwa 400 Sm abgekürzt wird. Hierzu kommt noch, dafs
der Passat in der Mitte seines Gebietes oft so steif weht, dafs die gewöhnliche
Route nur mit gekürzten Segeln eingehalten und infolgedessen die volle Segel-
fähigkeit des Schiffes nicht ausgenutzt werden kann. Auf der vorgeschlagenen
Route liegt hier aber der Kurs !/2 bis % Strich weiter vom Winde, und können
infolgedessen mehr Segel geführt werden. Voraussichtlich wird sich hier deshalb
auch noch eine größere Fahrgeschwindigkeit erzielen lassen und auf diese Weise
sich ein noch größerer Vortheil herausstellen.
Der etwas südlichere Kurs von 60° nach 50° O-Lg braucht kein Bedenken
zu erregen, da in dieser Gegend der Passat nicht nur schwächer, sondern auch
aus einer östlicheren Richtung zu wehen pflegt als auf der vorhergehenden
Strecke, so dafs man den gegebenen Kurs leicht einhalten kann. Ebenso wenig
braucht man zu besorgen, von 50° O-Lg und 25° S-Br aus die Südspitze von
Madagaskar nicht freisegeln zu können. Zwischen 50° und 44° O-Lg ungefähr
haben die Schiffe, wenn auch vorher eine Aenderung des Windes nach Nord
und West eingetreten ist, gewöhnlich wieder eine stramme Briese aus Ost bis
ENE. Man darf erwarten, dafs dieser Wind näher der Südküste von Madagaskar
noch mit größerer Regelmäfsigkeit auftritt. Die von Mauritius kommenden
Schiffe haben keine Schwierigkeit, ihren Kurs einzuhalten.
Eher sollte man vermeiden, dafs man zu weit südlich der Route kommt.
Die umlaufenden Winde, welche man auf der Strecke westlich von 60° O-Lg
'y Siehe Heckfords „Sailing Direetions for the Bay of Bengal and Straits of Malacca.“