Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1896.
Tafel 12 bis 16. Isobaren, die „stellenweise merklich von den bisherigen
Darstellungen abweichen“; (vgl. I. 0, T.15 bis 18 und diese Annalen 1894, Seite 165).
Bei Tafel 18 fällt die örtlich sehr begrenzte hohe Windstärke der ost-
nordöstlichen Winde zwischen den Neu-Hebriden und Fiji-Inseln im Januar und
Februar auf.
Tafel 25. Die aufserordentlich schwierige Aufgabe, sämmtliche Regen-
gebiete übersichtlich und auch dem Laien verständlich darzustellen, also hier
den Meteorologen und den Seemann zu befriedigen, ist auf dieser Tafel gelöst,
Beständige Regenarmuth, beständiger Regenreichthum, Niederschläge zu allen
Jahreszeiten und periodische Regen, diese Eintheilung scheint so selbstrerständlich
and natürlich, dafs sie sich auch ohne Karte sofort einprägt. Der zweite Punkt,
Uebergewicht im Sommer oder Winter, ist ebenso leicht zu behalten.) Wenn
man diese Tafel mit der entsprechenden des I. O. 'T. 27 vergleicht, möchte man
bezweifeln, dafs sachlich gar kein Unterschied besteht, und doch ist nur die Dar-
stellung geändert (siehe Einleitung, Bemerkung zum Atlas, Seite 12, T. 25).
Tafel126. Das einzige Fragezeichen auf den magnetischen Karten findet sich
in T, 26, Linien gleicher Mifsweisung für 1895, nördlich von den Markesas-Inseln,
bei dem dortigen Minimum (5° ?). Schiffsführer in der Fahrt zwischen Australien
und Kalifornien, und von Kap Horn nach Honolulu (T. 29, 30) könnten den etwas
zweifelhaften kleinsten dortigen Werth durch wenige aber möglichst scharfe Beob-
achtungen in engere Grenzen einschlielsen.
Tafel 29, 30. Der Hauptverkehr der deutschen Schiffahrt bewegt sich
im Süden und Osten des Oceans, der Nordwesten enthält, mit Ausnahme der
China- und Japan-Fahrt, nur einen grofsen Seglerweg, den von Ostasien nach
der Nordwestküste Amerikas. Der frühere Weg im Nordostpassat von Ost nach
West ist ganz eingegangen.
Die Tafeln, in deutlicher, sauberer Ausführung, entstammen der geo-
graphischen Anstalt von Wagner & Debes in Leipzig, wie die beiden Vorgänger.
Sie sind im Ganzen kräftiger in der Zeichnung als beim Indischen Ocean (man
vergleiche z. B. T. 18, 19, 21 bis 24, 26 bis 28 mit den entsprechenden des
Indischen Oceans), was an-Bord, bei oft mangelhafter Beleuchtung in der Kajüte
oder im Kartenzimmer, eher ein Vortheil ist.
Die Reihe der Atlanten ist mit dem Stillen Ocean abgeschlossen; das zu-
gehörige Segelhandbuch wird nach dem Vorwort zum Atlas bald erscheinen,
E. K.
A)
Notizen.
Ueber die Witterung in Santa Rosalia am Golf von Kali-
fornien schreibt Kapt. A. Scheepsma vom Schiffe „Adolf“: Unser Aufenthalt
in Santa Rosalia währte von Anfang September bis in den November 1891, Bis
Anfang Oktober war der Wind vorwiegend südöstlich, durchschnittlich sehr leicht.
Das Weiter war während dieser Zeit ziemlich unruhig, fast in jeder Nacht wetter-
leuchtete es im Osten, und mitunter kamen rasch vorübergehende Stofswinde aus
dieser Richtung. An den drei ersten Oktobertagen wehte meistens ein harter
Nordwestwind, der bisweilen die Stärke 10 annahm und einen hohen Seegang
verursachte. Während der übrigen Zeit dieses Monats herrschie schönes Wetter
mit leichten veränderlichen Winden, Anfang November setzten die hier 80
beständigen Nordwestwinde ein, welche zwar die Stärken 7 oder 8 nicht
überschritten, aber soviel Seegang verursachten, daß das Löschen oft unter-
brochen werden mufste. Es ist indes zu bemerken, dafs die hiesigen Landungs-
vorrichtungen zur Zeit noch sehr mangelhaft sind. Die Temperatur der Luft war
im September drückend, das Thermometer stieg im Schatten mehreremal bis auf
41°C. In den beiden anderen Monaten war das Klima angenehm und die Nächte
waren selbst kühl. Regen fiel während unserer Anwesenheit in Santa Rosalia
nicht, mit sehr vereinzelten Ausnahmen war der Himmel stets wolkenlos und
die Luft derartig trocken, dafs alle Holztheile, sowohl in- als auswendig am
Schiffe, Risse bekamen.
I) Die Grundzüge siehe ausführlicher in den Annalen 1895, S. 451, unten.