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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Mohn: Studien über Nebelsignale, 
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ebensowohl in Lee als zu Luvard oder Dwars von der Signalstelle sich befinden. 
An den Grenzen des berechneten Schallschattens wird dieser auch wegen Beugung 
der Strahlen etwas eingedrückt sein. Andererseits kann die Intensität des Schalles 
dadurch sehr klein werden, daß ein schmaler Strahlenbündel der einen Schicht 
in der anderen sich fächerförmig ausbreitet, z. B. Fig. 9, 12, 14, 26 und 27, 
gerade über oder unter der Grenzschicht, 
Das Resultat dieser Untersuchung bleibt daher dasselbe wie früher, 
die Unzulänglichkeit der. Signalisirung mittels des Schalles in der 
Luft. Als Hauptregel bleibt diejenige, dafs man, wenn man kein Signal hört, 
äufserst vorsichtig sein mufs. Die normale Hörweite und die Brennlinie- 
Hörweite, von aufsen gerechnet, sind um so größer, je höher das Ohr ist, da- 
gegen ist die auf Totalreflexion beruhende Hörweite um so gröfser, je niedriger 
das Ohr sich befindet. Es mufß daher empfohlen werden, in verschiedenen Höhen 
nach dem Signal zu horchen. ; 
Die beschränkte Anwendbarkeit der Luft für Schallsignale leitet unwillkür- 
lich den Gedanken auf die Anwendung des Wassers als Medium für die Fort- 
pflanzung der Schallsignale. 
Die Anstrengungen, welche man in dieser Richtung gemacht hat, haben 
bisher nicht zu einem praktischen Resultat geführt, aber die Trostlosigkeit der 
Ergebnisse meiner Untersuchungen mag vielleicht dazu ihr Scherflein beitragen, 
zu weiteren Untersuchungen und Versuchen in diesen Richtungen anzuregen. 
So wie die Sachlage jetzt ist, haben genauere Untersuchungen über die 
jetzigen Nebelsignale vielleicht eine gröfsere Bedeutung für die Erforschung der 
Fortpflanzung des Schalles in der Luft als physische Erscheinung als für die 
Aufstellung von Regeln für die Navigation im Nebel. In der letzten Beziehung 
ist es von gröfster Wichtigkeit, dafs handgreifliche Beweise für die Kürze der 
Hörweiten in solcher Weise gebracht werden, dafs der Seemann die Ueberzeugung 
gewinnen kann, dafs der Schall sich nicht in derselben Weise wie das Licht durch 
die Luft seinen Weg bricht, und dafs die Schallsignale oft eine unerwartet kleine 
Hörweite besitzen. 
Indem man die Hörbarkeit eines Schallsignals als ein physisches Problem 
betrachtet, konnte man dieses in der Weise behandeln, dafs man die Hörweite 
in verschiedenen Richtungen von der Signalstelle aus durch Beobachtungen be- 
stimmte und daraus die Konstanten At, Ae, Aw u. s. w. zu finden suchte. Da 
die Anzahl der Konstanten, für anomale Hörweiten 7 ist, mulste man wenigstens 
sieben verschiedene  Werthe der stattfindenden Hörweiten bestimmen. Diese 
Bestimmungen mülsten aber streng simultan sein, und um dies zu erlangen, müfste 
man ein dichtes Netz von Beobachtungsstationen haben, was eine vielleicht 
unüberwindliche Schwierigkeit bietet. Der direkte synthetische Weg ist daher 
empfehlenswerther. Man bestimmt den Zustand der Luft in demselben Moment, 
in welchem man in irgend einer Richtung die Grenze der Hörbarkeit des Signals 
in einem bestimmten Niveau gefunden hat, und kann dann die Richtigkeit der 
Formel kontroliren. Zugleich giebt dies Anleitung, zu finden, wie weit die Beugung 
der Schallstrahlen die geometrisch berechnete Ausbreitung des Schallschattens 
eginengt. 
Die Bestimmung der atmosphärischen Konstanten, der vertikalen Temperatur-, 
Feuchtigkeits- und Windgeschwindigkeits-Gradienten in der unteren und der oberen 
Schicht und der Höhe der Grenzschicht, ist gewifs möglich mittels Ballons, 
Drachen und selbstregistrirender Apparate. Thermographen in verschiedenen 
Höhen durch Ballons oder Drachen getragen, können die Temperatur für jeden 
Augenblick registriren, ebenso Anemometer die Windgeschwindigkeit. Freie 
Ballons, mit Theodoliten oder mit Photogrammetern, von den Endpunkten einer 
Grundlinie beobachtet, können die Richtung und Geschwindigkeit der Luft in 
verschiedenen Höhen geben. Die Registrirungen erlauben die Bestimmung der 
Konstanten für jedes Moment, in welchem man andererseits die Grenze des 
Schallschattens in irgend einer Richtung gefunden hat. 
Das Phänomen, welches man das Luftecho genannt hat, steht noch ohne 
befriedigende Erklärung da. Um dies genauer zu studiren, sollte man nicht nur 
die Zeit zwischen Signal und Echo und die Richtung des Letzteren beobachten, 
sondern zur selben Zeit den Zustand der Atmosphäre bestimmen, um zu sehen, 
welchen Zusammenhang es giebt zwischen denselben. Sobald ich wieder nach
	        
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