312 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1895,
zahlen anzunehmen sei, gewifs nicht als zu hoch gegriffen erscheinen, und es
würde demgemäfs eine Sichtigkeitsweite von 1,1 Sm oder 2 km für die Helligkeit
von 1 Hefner-Licht zu Grunde zu legen sein.
Es ist also mindestens erforderlich:
Für eine Sichtweite von: __ 1 2 3 4 5 Sm
sine Helligkeit der Laterne von: 0,8 32,3 74 13,2 20,7 Hefner-Licht;
oder abgerundet:
Sichtweite: 1 2 3 4 5 Sm
Helligkeit: 4 4 8 14 21 Hefner-Licht.
Diese Resultate befinden sich in naher Uebereinstimmung mit den von
anderer Seite gefundenen.
Resultate der Untersuchungen in anderen Ländern. Bei den Versuchen,
die auf Veranlassung der Beschlüsse der Maritimen Konferenz in Washington
auf der Long Beach Light-Station gemacht wurden, war bei sehr sichtigem Wetter
ein weißes Licht von:
1 Kerzenstärke deutlich . . . . . . auf l Sm sichtbar
3 * ‚deutlich . .. 0... „ ?Sm »
Lo » nur mit Fernrohr. . . „ ‘Sm
29 ” schwach . . . . . . , dSm
33 w gut. . . 0. 5Sm
An einem zweiten Abende war ein weißes Licht deutlich unterscheidbar:
bei 3,2 Kerzen auf 3 Sm,
„ 56 » » 4 Sm,
„ 175 „ 5 Sm,
Aus den Versuchen, die im Jahre 1893 auf Veranlassung der holländischen
Regierung auf der Oldebrook’schen Haide bei Amsterdam ausgeführt wurden, ist
von der Kommission gefolgert worden, es seien erforderlich für eine Sicht-
weite von:
. ...0 «1 Kerzenstärke
‚20. 35 „
18 .
Prof. Weber in Kiel hält nach seinen Versuchen für eine Sichtweite von
5 Sm ebenfalls 20 Kerzen Lichtstärke für erforderlich.
2. Erfordernisse in Bezug auf Konstruktion und Beschaffenheit der
Laternen zur Erzielung der vorschriftsmäfigen Sichtweite,
Linsen. Aus den photometrischen Messungen über die Helligkeit der
Laternen geht zunächst hervor, dafs bei Anwendung von Petroleum als
Brennmaterial es mit den gewöhnlichen Brennern, deren Gröfse man ohne
eine zu grofse Erhitzung der äufseren Laterne nicht wesentlich wird steigern
können, nicht möglich ist, ohne Zuhülfenahme von dioptrischen Linsen eine
genügende Helligkeit für eine Sichtweite von 5 Sm:zu erzielen. Da eine solche
Sichtweite aber für die Topplichter aller Seedampfschiffe vorgeschrieben ist, so
folgt daraus, dafs die Topplaternen unbedingt mit dioptrischen Linsen versehen
sein müssen. Es ist nicht geradezu nothwendig, geschliffene, aus mehreren einzelnen
Stücken (Elementen) zusammengesetzte Linsen zu verwenden, da aus einem Stück
gegossene und nachgeschliffene Linsen, wenn sie auch etwas weniger Licht geben,
doch genügen dürften. Indefs hat die Erfahrung gezeigt, dafs bei gleicher Er-
wärmung die aus einem Stück bestehende Linse leichter springt als die aus
mehreren kleineren Theilen zusammengesetzte. — Man wird daher die ganze
Laterne und damit auch die Linse, dieser Gefahr wegen, von etwas gröfseren
Dimensionen zu wählen haben als dies bei geschliffenen und aus mehreren Theilen
zusammengesetzten Linsen der Fall ist. Bei geprefsten Linsen wird man nicht
unter 16 bis 18 cm Linsenhöhe bei entsprechender Weite gehen dürfen, während
bei gut geschliffenen Linsen eine Höhe von 14 cm bei einem Durchmesser von
20 cm genügt. — Springt aber wirklich von den aus mehreren Stücken bestehenden
Linsen einmal eins der Stücke, so ist der Verlust nicht so grofs, als wenn
die ganze Linse einen Sprung bekommt, so daß auch aus wirthschaftlichen Gründen