356 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1894.
täglich erfolgten Regenfälle, und nur vereinzelt und über kleinem Gebiet trat
am 1., 5., 7. und 15. heiteres Wetter an der Danziger Bucht ein. Sehr ergiebige,
20 mm erreichende Niederschläge wurden beobachtet am 6. in Keitum (36) und
Borkum (22), am 10. in Wittower Posthaus (30), am 13. in Rügenwaldermünde (31),
am 19. in Darsserort (23) und Brake (31), am 21, in Brüsterort (22), am 22. in Memel
(25) und am 23, in Pillau (22). Gewitter traten an der Ostsee häufig vom 2. bis 22.,
an der Nordsee häufig vom 2. bis 10., sowie vereinzelt am 13. auf. Die Winde
wehten meist aus Süd bis WNW und NW und nur vereinzelt aus einer östlichen
oder nördlichen Richtung beim Vorübergang flacher Theilminima südlich der
Küste. Stürmische Winde, Stärke 8, seltener 9, aus SW bis NW traten über
yröfserem Gebiet am 12. und 13. an der Ostsee, am 13. und 14. an der Nordsee,
am 22. an der mittleren Ostsee, am 23. und 30. an der östlichen Ostsee auf,
sowie an einzelnen mehr exponirten Stationen der Ostsee am 9., 17. und 18.
(Brüsterort), 25., 28. (Wittower Posthaus) und 31. In Marienleuchte wurde in
der Nacht zum 14. August eine viertelstündige Böe mit Schnee beobachtet.
Die Morgentemperaturen zeigten nur geringe Schwankungen und lagen an der
Nordsee und westlichen Ostsee, sowie vom 10. ab ostwärts bis Neufahrwasser,
mit nur ganz wenigen Ausnahmen unter den normalen Werthen, während in
Königsberg vom 2. bis 11., in Memel meist, «die Normale überschritten wurde;
am höchsten waren die Morgentemperaturen in der ersten Dekade und zumal am
5. und 7., worauf meist Abnahme bis gegen Monatsmitte und dann bis Monats-
schluß nur geringe weitere Aenderung erfolgte, abgesehen von einer vorüber-
gehenden, relativ stärkeren Erwärmung, die im Osten am 16., 17. und stellen-
weise am 18. eintrat.
Fallen des Druckes im Südwesten und Steigen im Nordwesten leitete eine
Aenderung der Wetterlage ein; das Maximum wanderte von der Biscaya-See
astwärts, an seine Stelle trat niedriger Druck, während von Nordwesten her am
24, hoher Druck nach Centraleuropa vorbuchtete und mit jenem nach dem Süden
and Südosten des HErdtheils verlagerten Maximum in Verbindung trat. Bis
Monatsende lag die Küste nunmehr auf dem Nordostabfall eines Hochdruck-
zebietes, doch zeitweise im Bereich der über Nordosteuropa lagernden Depression,
30 dafs das in der letzten Pentade beobachtete meist trockene, wenn auch trübe
Wetter am 28. und 29., sowie im Osten am 30., durch abermalige regnerische
Witterung unterbrochen wurde.
Nebel trat am 30. und 31. an der Nordsee vielfach, sonst im August nur
ganz vereinzelt auf.
In den Monatsmitteln lagen die Bewölkung erheblich und meist auch die
Niederschläge über, die Temperatur, aufser im Osten, sowie der Luftdruck unter
den normalen Werthen, während die registrirten Windgeschwindigkeiten theils
zu niedrig, theils zu hoch ausfielen bei mehr gleichmäfsiger Vertheilung gegen
die mittleren Werthe. Die Windrichtungen aus Süd bis West und stellenweise
WNW herrschten sehr entschieden an Häufigkeit vor, und traten die Richtungen
Nord—Ost—8Süd nur ganz vereinzelt auf.
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