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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1894,

Nachstehend mögen noch einmal kurz und übersichtlich die Operationen
beschrieben werden, welche bei Anwendung dieser Methode auszuführen sind.

i. Die zu denselben Tagesstunden an den aufeinander folgenden Tagen
beobachteten Wasserstände sind successive zu summiren und diese Summen in
ein Schema einzutragen, welches 24 Vertikalspalten und so viele mit 0, 1, 2,
3 u. s. w. bezeichnete Zeilen hat wie Beobachtungstage vorhanden sind. Die
Zeile 0 enthält also die am ersten Tage beobachteten Wasserstände, die Zeile 1
die Summe der am ersten und zweiten Tage, die Zeile 2 die Summe der am 1.,
2., und 3. Tage und Zeile n die Summe der am 1., 2., 3. «+. .n-+ 1% Tage
zu denselben Tagesstunden beobachteten Wasserstände. Dies ist das Summenverzeichnifs.

Für die Richtigkeit der Ausführung dieser Summirungen kann in folgender
Weise eine vollkommene Kontrole ausgeübt werden. Man bilde die Summe der
stündlichen Wasserstände für jeden Tag, eine Arbeit, welche nicht vergebens ist,
weil man diese Summen zur Ableitung der Tiden von langer Periode doch haben
muß, Will man nun die Richtigkeit des Summenverzeichnisses bis zur Zeile n
inkl. kontroliren, so bilde man einerseits die Summe der 24 in Zeile n stehenden
Zahlenwerthe und andererseits die Summe der entsprechenden n +1 Tagessummen.
 Beide Generalsummen müssen übereinstimmen, wenn Alles richtig ist,
andernfalls kann man leicht den Tag feststellen, an dem der Fehler gemacht
worden ist, indem man die Kontrole von Zeile zu Zeile rückwärts ausführt,
bis man auf eine Zeile stößt, wo die Kontrole stimmt, dann ist der Fehler in
der nächstfolgenden Zeile zu suchen. Es wird ausreichend sein, diese Kontrole
etwa für jede 10% oder 20% Zeile auszuführen.

2. Der zweite Schritt ist die Ableitung der Dj. Zu dem Ende werden
die in den unter II—V für jede Tide verzeichneten Zeilen stehenden Zahlen
dem Summenverzeichnisse entnommen und für jede Stunde in zwei Gruppen
(n, —1 und nz und n, und n,‘-—- 1) summirt und die Summe der zweiten
Gruppe von der Summe der ersten subtrahirt; das Ergebnifs sind die Werthe
von Di Erleichtert wird diese Entnahme der Zeilen, wenn man Kartonblätter
präparirt, welche mit Ausschnitten von einer bezw. zwei Zeilen Breite versehen
sind, durch welche die zu benutzenden Zeilen sichtbar sind, während alle anderen
verdeckt bleiben. Es ist zweckmäfsig am Rande der Blätter neben den Ausschnitten
 die positiv zu nehmenden Zeilen (n, — 1 und n,) mit +, die negativ
zu nehmenden (n, und n,‘-— 1) mit — zu bezeichnen. Wird dieselbe Zeile
zweimal gebraucht, so erhält sie das betreffende Vorzeichen zweimal. Man kann
natürlich auch für jede Seite des Summenverzeichnisses gleich die Summe der
positiven und die Summe der negativen Zeilen bilden und schliefslich die Summen
sämmtlicher Seiten zusammenfassen,
Für alle Tiden mit Ausnahme von M, (und 2SM) sind links vom Decimalkomma
 nur zwei Stellen (Einer und Zehner) zu berücksichtigen, die übrigen
Ziffern links und die bei der Summirung entstehenden Hunderte und Tausende
jedoch wegzuwerfen. Für M, (und 2SM) sind bei beiden Ableitungen von D; auch
noch die Hunderte mitzunehmen, dagegen die Tausende u. s. w. wegzulassen.
Erscheint eine der Summen, deren Differenz ein Dy liefern goll, kleiner
als die andere, während sie nach dem Gange der D; größer sein sollte, so ist
sie um 100 bezw. für M, um 1000 zu vergrößern.

3. Als nächsten Schritt haben wir die Ableitung von F,‘ und G,’ nach
dem ersten Theile der Formeln (A), (B) und (C) vorzunehmen, und zwar in
folgender Weise:
a) Halbtägige Tiden. Man bilde die Summe der um 12 Stunden auseinander
 liegenden Dr; und die Differenz der um 6 Stunden auseinander
liegenden Summen, also Dr + Dir: = Si und 8 — Sotı = A
Diese Differenzen sind mit cos (9 + 1) ix zu multiplieiren und die
Produkte jeder Gruppe für sich zu summiren, das Ergebnifs ist F,’
und G,‘. Zur Erleichterung dieser Rechnung sind oben die logg der
zu benutzenden Sinus und Cosinus gegeben.
            
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