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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

352 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1893. 
NW bis West za bestehen, und liefs sich mit dem tief mit Eisen beladenen 
Schiffe in der ungestümen See wenig Süd gewinnen. Am 9. Oktober flaute end- 
lich der Wind ab und holte nach Nordwest. Jedoch nur für kurze Zeitz sehr 
bald krimpte er wieder nach West und Südwest und hielt sich für mehrere Tage 
in diesen Strichen. Indem sich der flaue Wind durch Nordwest und Nord drehte, 
schien in 35° N-Br und 13° W-Lg die polare Passatgrenze erreicht zu sein, was 
sich auch darin zeigte, dafs das vorher auf 764 mm gestiegene Barometer wieder 
zu sinken begann und eine tägliche Periode erkennen lie[s. 
Der Passat war im Ganzen nur von mäfsiger Stärke, 3 bis 4. Am 23. Okto- 
ber liefen wir zur Kontrolirung unserer Chronometer, die einen sehr unsicheren 
Gang zeigten, die Insel San Antonio in Sicht. Südlich von 10° N-Br flaute der 
Nordostpassat ab und nahm eine östliche Richtung an. Derselbe hörte in 
7° N-Br und 25° W-Lg gänzlich auf, und an seiner Statt kam Südwestmonsun 
durch, mit einer ziemlich stark nach ONO bis NO setzenden Strömung. Immer- 
hin konnten wir etwa SSO-Kurs gutmachen. Am 31. Oktober, als der Wind 
recht Süd geworden war, wurde gewendet und am 3. November in 25,8° W-Lg 
der Aequator überschritten. 
Der mäfig starke Südostpassat war anfangs ziemlich südlich, raumte 
aber sehr bald auf, so dafs wir von 10°S-Br und 30° W-Lg an einen rechtweisen- 
den Südkurs einhalten konnten. Wir schnitten 20° S-Br am 11. November in 
29° W-Lg und passirten an der Ostseite von Martin Vas. Auf den Passat, der 
uns bald darauf verlief, folgten abwechselnde flaue Nordost- und Nordwestwinde. 
Am 24. November wurde der Wind kräftiger und brachte uns drei Tage später 
nach 0° Länge in 42° S-Br. 
Es war meine Absicht, beim Ablaufen der Länge die mir in der 
Segelanweisung der Seewarte empfohlene Route über 45° S-Br einzuhalten, 
Da ich aber schon etwas nördlicher genügend Wind vorfand, und um 
die vermehrte Eisgefahr zu vermeiden, hielt ich mich zwischen 43° und 44° S-Br. 
Schwere Stürme wurden hier nicht angetroffen; wohl aber hätte in der Folge der 
Wind an einigen Tagen etwas kräftiger sein können. Am 17. Dezember wurde 
80° O-Lg in 394° S-Br geschnitten. 
Beim Aufsteuern nach dem Südostpassat von 100° O-Lg an wurden flaue 
nördliche Winde angetroffen, die uns weit ostwärts führten, und befürchtete ich 
schon, der australischen Küste zu nahe gekommen zu sein, doch wurde der Passat, 
den wir in 25,5° S-Br erhielten, wenn er auch anfangs flau war, bald kräftiger 
und führte uns in vier Tagen nach 17,5° S-Br. Ein mitsegelndes englisches 
Schiff, welches mehrmals in Sicht der Küste gewesen war, hatte auch hier steifen 
Wind gefunden. Nördlich von 17,5° S-Br herrschten flaue, unstete, oft von 
Stillen unterbrochene Winde aus West, Süd und Nordost, mit denen wir am 
10. Januar 1892 in Sicht von Sandelholz-Insel gelangten, Wir fanden hier vom 
Westmonsun keine Spur, vielmehr flaue östliche Winde und dazu eine starke 
nach Südwest setzende Strömung. Was wir tags mit der Seebriese aus Südost 
gewonnen hatten, ging uns nachts bei der konträr aus Nordost wehenden Land- 
briese wieder verloren. Um mit dem unter solchen Umständen sehr langwierigen 
Aufkreuzen nach der Ombai-Strafse nicht unnütz Zeit zu verlieren, entschlofs ich 
mich, nach der Allas-Strafse abzuhalten. 
Mit leichten umlaufenden Winden und einer starken westlichen Strömung 
kamen wir am 14. Januar in Sicht dieser Strafßse. Hier hatten wir für zwei 
Tage Windstille; dann trieb uns am 16. Januar ein um 10"a, einsetzender nörd- 
licher Strom in die Straße hinein. Während der Nacht kam Gegenstrom durch, 
doch konnten wir denselben mit der bereits eingetretenen Landbriese aus ESE 
ohne Mühe todtsegeln; nur in den Morgenstunden, als der Landwind abgeflaut 
war, trieben wir etwas zurück und nach der Bali-Seite hinüber. Um 8" morgens 
standen wir querab von dem Dorfe Bali. Gegen 10*a, kenterte der Strom, 
and wir machten wieder gute Fahrt nach Norden, zuletzt kreuzend gegen 
frischen Nordostwipd, der am Nachmittage durchkam. Querab von den Rocky- 
Inseln Dpassirten wir starke Stromscheiden, in denen das Schiff kaum 
steuern wollte. 
Abends 6 Uhr waren wir klar von der Allas-Strafse. Aufserhalb der- 
selben flaute der Nordostwind plötzlich ab, und heftige Gewitter, von Sumbawa
	        
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