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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 21 (1893)

Seemann und Köppen: Tropische Wirbelstürme im südlichen Indischen Ocean. 19

Auch hier scheint demnach der Wirbel, zwischen dem Südostpassat und
NW-Monsun gebildet, vielleicht erst nach SW und dann nach SO gewandert zu
sein. Ueber den Verbleib der Erscheinung ist aus den Journalen der Seewarte
nichts zu entnehmen.

4. Wirbelsturm auf 90° 0-Lg im März 1883.
Nicht weniger als neun für die Seewarte beobachtende Schiffe befanden
sich in diesem Wirbelsturm, welcher für eine tropische Cyklone bedeutende Ausdehnung
 hatte. Da keines der Schiffe der Mitte nahe gekommen ist, so läßt
sich nicht bestimmen, ob der Wirbel die volle Stärke eines Orkans erreichte
oder nicht. Auf diesen Schiffen hat der Wind nur in vereinzelten Böen die
Stärke 10 überschritten. Sechs von den Schiffen: „Cuba“, Kapt. Reinefahrt
(auf den Kärtchen mit Cu bezeichnet), „Hermann“, Kapt. Bambach (H), „Polynesia“,
 Kapt. Bahlke (P), „Areturus“, Kapt. Samme (A), „Madeleine Rickmers‘‘,
Kapt. Heins (M R) und „Dido“, Kapt. Crantz (D) waren auf der Fahrt nach

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Fig, 4.

Süden, drei Schiffe: „Speculant‘“, Kapt. Kampehl (S), „Constanze“, Kapt. Jarck
(Co) und „Hermes“, Kapt. Grube (G) waren auf der Fahrt nach Norden
begriffen. Das Kärtchen, Fig. 4, zeigt uns Wind und Barometerstand auf diesen
Schiffen um Mittag am 20., 21. und 22. März, ;
Von diesen Schiffen entfernten sich Co und G rasch von dem Wirbel,
weil sie nur von seinem nördlichen Theile gestreift wurden und nordwärts bestimmt
waren. Als sie die Gegend der späteren Bahn der Cyklone kreuzten, scheint
diese noch gar nicht ausgebildet gewesen zu sein. Die Schiffe hatten vom
13. bis 18. Passatwind, anfangs leicht, dann frisch, der dann nach NE und am
19. nach NW holte. Der NW war am 20. auf Co von früh an, auf G erst am
Nachmittage frisch bis steif. Dabei den Tag über öfters Böen und Regenschauer,
In der Nacht darauf hatte G um 2% a eine furchtbar heftige Böe aus WNW
(Stärke 10), in welcher Klüver, Grofsstengstagsegel und Mittelstagsegel zerrissen
and wegflogen, gegen 8*a trat Stille und Mallung ein, die bis 12 Uhr anhielt.
Darauf mehrere Tage lang Nordwestmonsun schwach bis mäfsig, zeitweise böig,
mit unbeständigem Wetter, wiederholt Blitzen im ‚Süd und NNO.
            
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