Aus dem Reiseberichte S, M. Kr.-Freg. „Leipzig“.
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da dieselben von Bord aus nicht ausgemacht werden konnten, obwohl man nach
der Karte zwischen ihnen und der Insel Boano einmal hätte müssen hindurch
sehen können.
Während der Nacht wurde durch die Pitt-Passage gesteuert, und am nächsten
Morgen beim Hellwerden war die Insel Great Canary in Sicht. Eine Strom-
versetzung hatte nicht stattgefunden. Die Unsicherheit der Lage des Fitz
Maurice - Riffes macht einen kleinen Umweg nothwendig, so dass sich eine
gelegentliche genaue Bestimmung desselben empfehlen dürfte („Reported Dangers
to Navigation in the Pacific Ocean“ "Theil II, No. 92). Die hohen Berge der
Insel Rattanta- kamen bereits in Sicht als sich das Schiff noch querab von der
Insel Popa befand.
Am Nachmittag desselben Tages wurde die Pitt-Strafse passirt und in der-
gelben ein 3 Sm starker östlicher Mitstrom wahrgenommen, der sich jedoch nach
dem Verlassen der Strafse nicht mehr bemerkbar machte.
Die Fahrt durch die Strafse ist für Dampfer äufserst einfach.
Von der Insel Amsterdam ab bis zum Kap D’Urville, sowie über die
Geelving-Strafse fehlen in den Segelanweisungen jegliche Angaben. Der Weg
durch letztere Strafse scheint für westlich steuernde Dampfschiffe während des
Ost-Passats vortheilhaft, weil sie in der Strafse voraussichtlich weniger Strom
und See gegenan finden werden, als wenn sie aufsen herum gehen. Um 3 Uhr
Nachts befand sich das Schiff querab von der Insel Amsterdam und stellte von
hier bis zum Kap Ingnesui (Ort des Schiffes beim Dunkelwerden am nächsten
Tage) durch zuverlässige astronomische Beobachtungen einen westlichen Strom
von 1!% Sm in der Stunde fest. Beim Hellwerden am 17. August befand sich
das Schiff in der Mitte des Eingangs der Geelving-Strafse. Während der Nacht
hatte der starke westliche Strom vom Tage vorher nachgelassen und das Schiff
im Ganzen nur etwa 4 Sm westlich gesetzt. Die Inseln Mojia, Korido und Mefur
waren gleichzeitig in Sicht. Mehrfache Kreuzpeilungen ergaben, dafs ihre gegen-
seitige Lage zu einander richtig war. Die astronomischen Öbservationen stimmten
ebenfalls mit den Kreuzpeilungen überein, so dafs.auch die geographische Länge
der Inseln als richtig angesehen werden kann. Die Insel Mofia war bei 20 Sm
Entfernung eben über dem Horizont sichtbar. ;
Bei der Fahrt durch die Geelving-Straßse wurde am Vormittag ein Mit-
strom (östlich) ‘von mindestens 3 Sm in der Stunde übereinstimmend durch Ob-
servation und Landpeilungen beobachtet. Da dieser Mitstrom am Nachmittag
verschwand und während der darauf folgenden Nacht wieder ein Gegenstrom fest-
gestellt wurde, dürfte er auf Gezeitenströmungen zurückzuführen sein, umsomehr
da es zwei Tage nach Neumond war.
Die Aufsenlinien der Insel Biak der Mysori-Gruppe scheinen nicht ganz
richtig zu sein. . Die Lage der Padeaido-Inseln stimmte genau mit dem observirten
Besteck überein; die nächstgelegenen wurden auf 5 Sm Abstand passirt. Es sind
niedere stark bewaldete Inseln.
Am darauf folgenden Mittag (18. August) wurde das Kap D’Urville bei
15 Sm Abstand passirt. Genanntes Kap war eine Stunde lang als ganz niedriges
Land über dem Horizont in Sicht. Nachmittag gegen 3 Uhr kam die Insel
Kumamba bei 40 Sm Abstand in Sicht, dieselbe muls daher über 300 m hoch sein,
Am: 19. August Abends befand sich das Schiff in unmittelbarer Nähe der Humboldt-
Bai. Eine Peilung der westlichen Huck stimmte mit dem observirten Besteck
überein.
Vom 18. Mittags bis 19. Mittags wurde eine nordwestliche Stromversetzung
von 3/4 Sm per Stunde festgestellt, am darauffolgenden Tage verminderte sich
dieselbe jedoch auf 0,3 Sm. Am 20. August Nachmittags wurde die Bertrand-,
Guilbert- und D’Urville-Insel passirt. Die Gröfsenverhältnisse der beiden Inseln,
sowie ihre gegenseitige Lage zu einander sind, nach den genommenen Kreuz-
peilungen zu schließen, richtig; ihre geographische Länge dagegen differirte nach
zuverlässigen astronomischen Beobachtungen um 5‘, und zwar müssen die Inseln
in der Karte weiter nach Ost gerückt werden. Die Länge der Insel D’Urville
stimmte mit der astronomischen Observation überein. Während der Nacht wurde
an der Innen- (südlichen) Seite der Schouten-Inseln längs gedampft und die Fahrt
so geregelt, dafs sich das Schiff beim Hellwerden beim Kap della Torre befand,
Ann. d, Hydr. etc., 1891, Heft II,