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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

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A 
Das Klima Helgolands. 
Die vorherrschende Windrichtung ist somit, wie in Nordwest-Deutschland 
und insbesondere an der Nordseeküste, die südwestliche und die westliche. 
Während aber demnächst an der südlichen Nordseeküste die Ostwinde am 
häufigsten sind, schliefst sich Helgoland mit den in dritter Reihe folgenden 
Nordwestwinden unserem westlichen, dem schleswig-holsteinschen Küstenlande 
an, unterscheidet sich jedoch von diesem wiederum dadurch, dafs auf Helgoland 
die Ostwinde den Nordwestwinden an Häufigkeit nicht viel nachgeben, während 
die ersteren dort sehr in der Minderzahl sind. Mit einem Worte, es zeigt 
sich ein Uebergang von dem Windregime der südlichen zu dem der östlichen 
Nordseeküste. 
In welcher Weise diese Gesammtvertheilung zu Stande kommt, ersieht 
man aus den Aenderungen der Windverhältnisse in den einzelnen Jahres- 
zeiten. Die Prävalenz der Südwestwinde in der ‚Jahresvertheilung ist das 
Resultat ihrer überwiegenden Häufigkeit im Herbst und Winter; im Frühjahr 
treten sie ihre Herrschaft an die Ostwinde ab, derart, dafs sie im April sogar 
zu den am wenigsten hervortretenden Winden gehören, im Sommer endlich 
stehen die nordwestlichen Winde im Vordergrund, die zuerst mit den Nordwinden 
und sodann im Hochsommer mit den Westwinden konkurrirend bei Beginn des 
Herbstes wieder den Südwestwinden die Oberhand lassen. Von den bevorzugteren 
Windrichtungen spielen die Westwinde eine sehr gleichmäßige Rolle, da sie in 
allen Jahreszeiten ziemlich gleich häufig sind und meist die zweite Stelle ein- 
nehmen. Die genauere Besprechung der Windvertheilung in der jährlichen 
Periode und die Vergleichung mit den Windverhältnissen auch nur des nord- 
deutschen Küsten- und Tieflandes von Monat zu Monat würde den hier zur 
Verfügung stehenden Raum weit überschreiten; doch mag das Eine noch hervor- 
gehoben werden, dafs die von Augustin gefundene Drehung des Häufigkeits- 
maximums der Windrichtungen — im Winter von Ost über Süd nach West, im 
Sommer von Ost über Nord nach West — klar hervortritt, wie es ja auch die 
Abwesenheit von Lokaleinflüssen erwarten lief, 
Die Windstärke wurde von Errichtung der Station bis zum Jahre 1879 
nach der 4theiligen, von 1880 bis Juli 1887 nach der 6theiligen und von da 
an nach der 12theiligen Skala geschätzt. Aus verschiedenen Gründen sind zur 
Herleitung der mittleren Windstärke nur die Beobachtungen von 1880 bis 1889 
benutzt worden, wobei die ganze Beaufort-Skala zur Grundlage genommen wurde. 
Die Zusammenstellung XIV giebt nun einen Ueberblick über den täglichen und 
jährlichen Verlauf. 
Tabelle XIV. 
Mittlere Windstärke (0 — 12). 
A 
20 
LO p 
Januar 
Februar 
März 
April 
Mai 
Juni 
Juli 
August 
September 7.9 2.8 
Oktober ‚7 3,8 3,9 
November 3,7 3,5 3,8 
Dezember 3,4 3,5 3,5 
Jahr 3,0 3,0 3,0 
Mittel 
3,2 
2.2 
1 
»3 
» 
3,8 
3,7 
3,5 
3,0 
Summe der Sturmtage in den Pentaden (1875/89); 
Mittlere Zahl der Sturmtage in den Monaten und im Jahre, 
Jan. Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nor. Dez. Jahr 
Pentade 1. 
is 
Mittel 
2 
5 
7 
10 
x ni 
2 2 
1 2 
4 
3 
Ta 
A 
7,9 M LG 2.3 12.3 0.3 0.1 0,9 
5 5 
— 8 9 
1 7 9 
8 6 
7 4 
0,8 2,7 
2,9 
10 
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