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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

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Kleine Notixen. 
Kleine Notizen. 
1. Ueber den Hafen von Port-Saïd 1 ) berichtet der Kommandant 
S. M. S. „Stosch“, Kapt. z. See Junge, das Folgende: Soweit den in diesem 
Hafen ankernden Schiffen überhaupt die Wahl des Platzes seitens der Hafen» 
behörden überlassen wird, ist Kriegsschiffen, welche dort einen längeren Aufent 
halt zu nehmen haben, zu empfehlen, einen Platz in dem lemaíLBassiu gegen 
über dem englischen und holländischen Konsulat zu verlangen. In demselben 
kann eine größere Anzahl von Schiffen in der Weise liegen, dafs sie mit dem 
Bug nach dem Kanal zu ankern und mit dem Heck an Tonnen festmachen, 
welche den erwähnten Konsulaten gegenüber liegen. Diese Lage ist verhältuifs- 
mäfsig sicher, und sind die Schiffe so nur selten dem unerträglichen Kohlenstaub 
der auf der gegenüberliegenden Seite des Kanals Tag und Nacht löschenden 
Kohlendampfer ausgesetzt. Die Schiffe des Schulgeschwaders fanden diese 
Ankerplätze besetzt. S. M. S. „Stosch“ mufste am Eingänge des AsmarZ-Bassins 
ankern und mit dem Heck in der Richtung des Kanals an einer Tonne fest 
machen, eine äufsorsfc ungünstige Lage, da das Schiff gerade zu dem heftigsten 
Winde dieser Jahreszeit, dem Chamsin, quetschiffs lag. Dieser Wind weht 
durchschnittlich aus der Richtung des südwestlichen Quadranten und führt bei 
gröfserer Stärke ungeheure Massen Wüstensandes mit sich, welche die Luft 
zeitweise bis zur Undurchsichtigkeit verdunkeln. Während des 18tägigen Aufent 
haltes des Geschwaders hatte dasselbe dreimal einen derartigen Wüstensturm 
durehzumachen, und zwar wehte der letzte Chamsin mit einer solchen Stärke 
(9—10), dafs es sehr viel Mühe kostete, die Schiffe vor dem Treiben zu bewahren. 
Fiir einen längeren Aufenthalt, wenigstens in dieser Jahreszeit (März), ist es 
daher anzurathen, das Schiff von vornherein ev. durch Ausbringen von Ankern 
zu sichern, besonders da die Tonnen und Landanker der Bassins nicht für einen 
längeren Aufenthalt und hauptsächlich nicht für Schiffe von dem Windfange 
unserer Kreuzer-Fregatten berechnet sind. 
2. Wind- und Wetter Verhältnisse seewärts der Molonta-Inseln. 
Dalmatien. Adriatisches Meer. („Hydrographische Nachricht“ No. 13/101, 
Pola 1889.) Einem Berichte des Kommandanten des österreichisch-ungarischen 
Schiffes „ZrinyiFreg.-Kapt. Josef Ritter von Lehnert, sind die nach 
stehenden, seewärts der Molmta - Inseln noch nie beobachteten merkwürdigen 
Wind- und Wetter Verhältnisse entnommen. 
„Das genannte Schiff versuchte am 28. Januar d. J. bei sehr heftiger 
Bora aus nordnordöstlicher Richtung, nngef. 4 Sm seewärts der J/ofowte-Inseln 2 ) 
und 6 Sm nordöstlich der Spitze Ostro im Schutze des Gattaro- Gebietes beizu- 
liegen, gelangte jedoch an dieser Steile in ein Gebiet von 8—10 Sm Ausdehnung, 
in welchem Irische Böen aus allen Quadranten, ja selbst Wirbelwinde geringerer 
Dimension mit vollkommener Windstille abwechselten. Während an der Peri 
pherie des gedachten Gebietes frische Bora herrschte, bedurfte es eines mehr 
stündigen, sehr aufmerksamen Manövers mit gleichzeitigem Brassen aller Raaen, 
um aus dem Bannkreis von JMolonta herauszokommen.“ 
Freg.-Kapt. von Lehnert hält auf Grund der geschilderten Erscheinung 
die Küstenstrecke von Molonta für das ßeiliegen bei nordnordöstlichen Winden 
nicht geeignet. 
3. Bemerkungen über Hatteras Inlet, Ocracoke Inlet, Lookqut 
Bucht und Beaufort Hafen, östküste von Amerika. Da zwischen dem 
Kap Hatteras und dem Kap Fear, an der Ostküste der Vereinigten Staaten 
von Amerika, nur wenige gute Häfen und Ankerplätze vorhanden sind, hat der 
Kaiserlich Deutsche Konsul in Wilmington nachstehende, amtlich zu Protokoll 
gegebene Aussagen über die besten derselben, welche als Nothhäfen zu benutzen 
sind, mitgetheilt. 
Der seit 22 Jahren zu Portsmouth am Ocracoke Inlet lebende Lootse 
Marcus Masón versichert, dafs in den letzten 10 Jahren auf der Barre des 
Ocracoke Inlet stets 3 m Wassertiefe gewesen ist, und dafs ein Schiff zu jeder 
1) „Red Sea Pilot“, 1888, S. 252. 
ft „Mediterianean Pilot“ Vol. Ш, 1880, S. 282.
	        
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