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Full text : Nordseezustand 2004 (BSH-Berichte, Nr. 40)

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Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte  und  des  Marineobservatoriixms.  —  57.  Bd.  Nr.  4.

liehen  Isobarenverlauf  in  der  Azorengegend  ermöglicht  wird,  nach  Nordosten  und  somit  nach  Mitteleuropa
abzufließen.  Zwei  Arten  kommen  hier  vor:  stationäre  Ausläuferlagen  (Typ  lh),  die  zu  einem  länger
anhaltenden  Warmlufteinbruch  in  Form  mehrerer  Warmluftstaffeln  führen,  und  schnell  am  Vortag  sich
bildende  und  schnell  nach  Osten  schwenkende  Ausläufer  (Typ  la),  die  nur  einen  Schub  warmer  Luft  in
Form  eines  Warmsektors  nach  Nordosten  bringen.  (Figuren  2  und  3.)  Zu  lb  gehören  7.  I.  1932,  18.  XI.
1926  und  4.  XI.  1931.  Daß  es  sich  bei  allen  dreien  um  lang  anhaltende  Warmlufteinbrüche  und  nicht
nur  um  einen  Warmsektor  handelt,  zeigen  die  Anstiege  der  Maxima  zum  Haupttag,  die  im  Mittel  der
3  Fälle  vom  2.  Vortag  zum  Haupttag  nur  3.3°  betragen,  während  das  Mittel  aller  16  Fälle  5.1°  ist.  Zum
Typus  la  gehören  die  5  übrigen:  12.  II.  1925,  2.  II.  1926,  5.  XII.  1929,  29.  XII.  1929  und  4.1.  1931.  Hier
beträgt  der  mittlere  Anstieg  6°;  der  Wert  liegt  über  dem  Mittel,  was  ja  für  die  schnell  ziehenden  Ausläufer ­
  typisch  ist.  Die  idealen  Drucklagen  für  Typus  la  zeigen  Figuren  2  und  3;  Abbildung  2  zeigt  den

Figuren  2  und  3.  Typus  la:  schnell  ziehende  Ausläufer.
2.  Vortag  der  schnell  ziehenden  Ausläufer.  Man  sieht  in  4  von  5  Fällen  noch  gar  keinen  Ausläufer,  nur
eine  flache  Rinne  tiefen  Druckes  zwischen  2  Hochdruckgebieten  in  ca.  45°  Länge,  die  vielleicht  der  Herd
der  am  nächsten  Tag  so  plötzlich  entwickelten  Ausläufer  ist.  Figur  3  zeigt  zeigt  auch  gleichzeitig  die  Lage
für  stationäre  Ausläufer,  wie  sie  oft  4  bis  5  Tage  anhält.

Einzelfälle.
Besser  als  alle  Mittelwerte  sind  die  Behandlungen  von  Einzelfällen,  wobei  ich  für  Typus  la  den  sehr
charakteristischen  29.  XII.  1929  herausgreife  (Figuren  4  bis  5).  Am  26.  XII.,  am  3.  Vortag,  liegt  eine
Sturmzyklone  mit  einem  Kern  unter  730  mm  auf  dem  mittleren  Atlantik.  An  ihrer  Südseite  melden
Schiffe  WSW-Stärke  12  bei  8  bis  12°  Lufttemperatur  in  50°  Breite.  Am  27.  liegt  der  Kern  mit  715  mm
südlich  Islands;  an  seiner  Südseite  melden  Schiffe  an  den  von  W  nach  E  verlaufenden  Isobaren  7  bis  9°
bei  W-Stärke  7.  Ein  Warmsektor  mit  10°  Kerntemperatur  liegt  mit  einer  Warmfront  über  den  Britischen
Inseln.  Mit  diesen  offenbar  gealterten  subtropischen  Luftmassen  können  die  am  29.  in  Deutschland  auftretenden
  Temperaturen  von  13  bis  14°  aber  nicht  erklärt  werden.  Ein  flaches  Tief  südlich  Neufundland
auf  35°  Breite  ist  durch  eine  Rinne  mit  dem  atlantischen  Sturmtief  verbunden.  Am  28.,  am  Vortag,  hat
es  sich  unter  Vertiefung  ungeheuer  rasch  als  V-förmige  sekundäre  Depression  an  das  Haupttief  angeschlossen ­
  und  liegt  nachts  noch  westlich  der  Azoren,  reicht  aber  bis  unter  30°  Breite  hinab.  Die  Azoren
haben  am  27.  abends  20°  und  SW-Wind  Stärke  5.  Man  kann  annehmen,  daß  sich  eine  echt  subtropische
Luftmasse  als  Warmsektor  mit  Temperaturen  von  mindestens  16°  auf  der  Vorderseite  dieses  Tiefs  am
28.  morgens  nach  Nordosten  in  Bewegung  setjt.  Am  29.,  2  Uhr,  also  am  Morgen  des  Haupttages,  erscheint
die  Warmfront  an  der  französischen  Küste  mit  10  bis  14°  bei  SW-Stärke  10;  um  7  Uhr  liegt  ein  gutausgeprägter ­
  Warmsektor  über  Frankreich.  In  der  Höhe  strömen  die  Warmluftmassen  mit  25  bis  30  m/sek.
nach  Ostnordosten  (nach  Pilot  Croydon,  Köln  und  Rochefort).  Die  Luftmassen  können  daher  die  1500  km
lange  Strecke  bis  Mitteldeutschland  in  15  Stunden  zurückgelegl  haben.  Die  Warmfront  erreicht  Potsdam
            
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