Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Februar 1885,
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inzwischen kräftig gewordenen Windes wieder Nord, worauf die Bark den noch
übrigen Theil des Weges zum ersten Meridian bei günstigem nördlichem Winde
zurücklegen konnte, Am 26. September, dem 25, bis dahin auf südlicher Breite
zugebrachten Tage, ging „Okeia“ in 37,5° S-Br von westlicher in östliche Länge
über. Vorher war: 10°-S-Br in 28,7° W-Lg am 6. September, 20° S-Br in
31° W-Lg am 9. September und 30° S-Br in 27,8° W-Lg am 14. September
geschnitten worden. An demselben Tage, an welchem „Okeia“ es that, erreichte
auch der Mitsegler „Stephan“ die von ihm in 40,5° S-Br berührte Länge von
Greenwich,
Während der Zeit, in welcher „Okeia“ die erforderliche Länge zurück-
legte, hielt sich diese Bark zunächst in der Nähe von 40° S-Br. Als dort die
Verhältnisse sich nicht nach Wunsch gestalteten, wurde der Parallel von
43° S-Br aufgesucht, und indem man unweit desselben , einen Östkurs ver-
folgte, rückte man bis zum 21. Oktober nach 41,5° S-Br in 80° O-Lg vor.
Am 21. Oktober waren 25 Tage verflossen, seit westliche Länge verlassen
worden war. Unter den während dieser Zeit beobachteten Stürmen war der-
jenige, welchen man 28, und 29. September unweit von 40,5° S-Br in 13° O-Lg
überstand, der heftigste.. In demselben erreichte das Barometer einen niedrigsten
Stand von 749,0 mm, und der anfänglich aus Nord wehende Wind veränderte
sich später nach SW. „Okeia“ wurde durch denselben zum Beidrehen ge-
nöthigt, während der Mitsegler „Stephan“, bei dem dieser Sturm auch herrschte,
im Stande war, vor ihm wegzulenzen. Dieses, seine Länge in der Nähe von
42° S-Br zurücklegende Schiff kreuzte 80° O-Lg in 40,3° S-Br am 15. Oktober.
Auf dem Wege zum Gebiete des SE-Passats traf „Okeia“ zunächst lange
Zeit anhaltende Nordwinde an. Nachdem man bei denselben bis zum 29. Ok-
tober nach 35° S-Br in 105° O-Lg vorgerückt war, veränderte sich der kräftige
Wind nach West und im Laufe der folgenden Tage langsam weiter bis nach
einer östlich von Süd liegenden Richtung. In’ der Nähe von 27,5° S-Br in
109,6° O-Lg, wo dieses am 1. November geschah, schien die polare Passat-
grenze zu liegen. Der bald schwach werdende Wind hielt sich jedoch nur für
kurze Zeit in südöstlicher Richtung. Er nahm vielmehr, wie in diesem Meeres-
theile und zu dieser Jahreszeit gewöhnlich, bald wieder südwestliche Richtung
an und führte, während er nördlich von 16° S-Br nur noch sehr schwach auf-
trat, die Bark bis zum 14. November in Sicht von der Sandelbosch-Insel. Der
Mitsegler „Stephan“ hatte diese Insel am 1. November erblickt. „Okeia“ er-
reichte im ferneren Verlaufe ihrer Reise am 23. November die Molukken-See
und am 5. Dezember den Aequator. Nachdem die Pelew-Inselgruppe an ihrer
Ostseite passirt worden war, wurde in 14° N-Br der NE-Monsum angetroffen
und bei demselben bis zum 20. Dezember zu den Bashee-Inseln gesegelt, Am
28, Dezember, 144 Tage seit der Abreise vom Kanal, konnte „Okeia“ auf der
Rhede von Hongkong den Anker fallen lassen. 30° S-Br hatte die Bark in
108,8° O-Lg am 31. Oktober und 20° S-Br in 111,6° O-Lg am 6. November
geschnitten, Der Mitsegler „Stephan“, welcher nördliche Breite in 129° O-Lg
am 30. November betreten hatte, ankerte am 5. Januar 1885 in der Nähe seines
Bestimmungsplatzes.
Nachdem „Okeia* in Hongkong entlöscht worden war, versegelte die in
Ballast geladene Bark von dort aus nach Rangoon. Sie trat diese Reise am
24. Januar an und beendete sie bis zum 1. März. In Rangoon erhielt das
Schiff aufs Neue eine für Valparaiso bestimmte Ladung Reis, mit welcher es
am 19. März die offene See erreichte. Es verfolgte bei leichten Winden einen
östlich von den beiden Inselgruppen nach Süden führenden Kurs und rückte bis
zum 10, April zum Aequator vor. Erst als man sich am Mittage dieses Tages
in 0,7° S-Br und 93,3° O-Lg befand, wurde wieder mit der Führung des meteo-
rologischen Journals begonnen. Der damals wehende schwache NW-Wind
veränderte sich während der folgenden Tage langsam nach links, wurde dann
aber auch kräftiger, so dafs man bei ihm bis zum 16, April nach 9° S-Br in
97,8°. O-Lg segeln konnte. Südlich von diesem Punkte wurde die Fahrt für
mehrere ‚Tage durch leichte westliche Mallung und Stille unterbrochen. Als
der Schiffsort am 20. April unweit von 11,5° S-Br in 98,5° O-Lg war, stellte
aich dort der SE-Passat ein, bei dem man mit B.B.-Halsen nach Süden segelte.
Der im Allgemeinen nicht sehr kräftig und beständig wehende Passat begleitete
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