364 Eingänge. von meteorologischen Journalen etc., Februar 1885.
man dann bei veränderlichem Winde, der zwar vorherrschend aus westlicher
Richtung kam, recht oft aber auch durch Ostwinde unterbrochen wurde, die
ganze Fahrt über den Ocean zurück. Ereignisse, welche einer besonderen Er-
wähnung werth erscheinen, kamen während derselben nicht vor, Die Bark
kreuzte: 70° W-Lg in 39,7° N-Br am 24 November, 60° W-Lg in 39,3° N-Br
am 27. November, 50° W-Lg in 40,5° N-Br am 30. November und 30° W-Lg
in 40,7° N-Br am 6. December. Am 20. December gelangte sie .zur Strafe
en Gibraltar. Es waren dann 28 Tage seit der Abreise von New- York ver-
os8sen.
12. Reise des Vegesacker Vollschiffes „Salisbury“, Kapt. P. Reitzenstein.
Am 24. März 1884 trat das Vollschiff „Salisbury“ von New-York aus
eine Reise nach Fiume an. Auf den Anfang derselben begünstigenden West-
wind folgte am zweiten Tage der Reise ein stürmischer SE-Wind.. Dieser war
jedoch auch nicht von langer Dauer, denn schon nach einigen Tagen nahm der
Wind wieder westliche Richtung an, Oestlich von 51° W-Lg beobachtete man
jedoch abermals südöstlichen Wind, und nahm derselbe dort zu wiederholten
Malen bis zum heftigen Sturm zu. Der eine dieser Stürme, welcher am 8. April
in der Nähe von 42° N-Br und 36° W-Lg aus SSE begann, dauerte, nachdem
sich der Wind nach SW verändert hatte, mehrere Tage und zwang das Schiff
achliefslich beizudrehen. Das Barometer erreichte während desselben einen
niedrigsten Stand von 731,1 mm. Nachdem dieser Sturm sich gemälfsigt hatte,
kam der Wind für längere Zeit aus westlicher oder nördlicher Richtung und
bot dem Schiffe eine sehr erwünschte Gelegenheit zur Förderung der Reise.
Geführt von frischem Westwinde, erreichte „Salisbury“ auch am 16. April, dem
23. seit der Abreise verflossenen Tage, die Strafse von Gibraltar. Auf dem
Wege zu derselben war: 70° W-Ly in 40,4° N-Br am 25. März, 60° W-Lg in
39,7° N-Br am 31. März, 50° W-Lg in 40,4° N-Br am 3. April und 30° W-Lg
in 42,6° N-Br am 10, April überschritten worden. Am ?. Mai ankerte „Salis-
bury“ im Hafen von Fiume.
Von Fiume ging „Salisbury“. wieder am 19. Juni in See, um nach New-
York zurückzukehren. Das Schiff durchsegelte das Adriatische und das Mittel-
meer und passirte am 20. Juli die Strafse von G%raltar. Der in dieser wehende
heftige Ostwind wurde im Atlantischen Ocean zwar bald flauer, falste später
aber wieder kräftig durch und führte das einen nordwestlichen Kurs verfolgende
Schiff bis zum 27. Juli nach 39,7° N-Br in 28° W-Lg. Westlich von diesem
Punkte herrschten Westwinde vor, und wurde die Fahrt nicht eher, als bis 51°
W-Lg überschritten worden war, wieder von Ostwinden begünstigt. Durch
Stürme wurde die Reise nicht erschwert. Am 21. August, 32 Tage später als
das Mittelmeer verlassen worden war, erreichte „Salisbury“ die Bai von New-
York. Auf dem Wege zu derselben war: 30° W-Lg in 40,5° N-Br am 28. Juli,
50° W-Lg in 45,8° N-Br am 9. August, 60° W-Lg in 44,3° N-Br am 15. August
and 70° W-Lg in 40,4° N-Br am 19. August gekreuzt worden.
Im Gegensatze zu diesem Schiffe, welches, obgleich von einem südlich
yelegenen Abfahrtspunkte herkommend, doch eine nördliche Route zur Voll-
endung der Reise wählte, verfolgte das nach Baltimore bestimmte Bremer Voll-
schiff „Maryland“, welches sich am 23. Juli bei Fair Island befand, eine im
Verhältnifs zur Jahreszeit südlich gelegene Route. Dasselbe überschritt 30°
W-Lg in 498° N-Br am 2. August, 50° W-Lg in 32,3° N-Br am 17. August
und gelangte am 31. August, 39 Tage nach der Abfahrt von der Nordspitze
Schottlands, zur Chesapeake-Bai. Noch ein anderer Mitsegler, das auf einer
Reise nach Philadelphia begriffene Bremer Vollschiff „Magdalene“, welches Fair
Island am 16. Juli passirte, das 50° W-Lg in 40,5° N-Br am 11. August
kreuzte, ankerte am 24. August auf dem Delaware-Flusse, Auch von diesem
Schiffe war die Fahrt über den Ocean in 39 Tagen vollendet worden. Am
Mittage des 10. August hatte sich „Salisbury“ in 45,5° N-Br und 51° W-Lg,
„Maryland“ in 36° N-Br und 37,7° W-Lg und „Magdalene“ in 39,5° N-Br und
49,4° W-Lg befunden.