Theorie der Lamont’schen Instrumente zur Beobachtung des Erdmagnetismus, 313
welcher durch die störenden magnetischen Massen hervorgebracht wird; 2. der
Winkel ‘, oder der Ableukungswinkel der Nadel nach Anbringung von Deflek-
toren, nach (22) oder (23) oder direkt mit Hülfe von zwei Theodoliten oder
ähnlichen Vorrichtungen, wie unter C. a beschrieben, wobei nur zu beachten
ist, dafs man durch alle diese Methoden zunächst den Winkel @‘— ı erhält;
3, der Ablenkungswinkel #1‘, den die Deflektoren, welche unverändert in ihrer
Stellung belassen werden, an einem eisenfreien Orte hervorbringen, wobei der
Winkel zwischen der Nadel und der Verbindungslinie der Deflektoren derselbe
sein muß wie .bei der Beobachtung des Winkels @‘. Dies erreicht man am
einfachsten dadurch, dafs man in beiden Fällen die Nadel möglichst senkrecht
zu den Deflektoren einstellt, eine kleine Abweichung von dieser Stellung hat
dann nur einen geringen Einfluls auf die zu messenden Winkel. Auch ist es
gut, das Minimum der Ablenkung herzustellen, um den Einflufs, welchen eine
atwaige Verschiedenheit der Lage der Nadel haben könnte, zu eliminiren. .
Diese drei Beobachtungen entsprechen der Reihe nach den folgenden
Ruhegleichungen der Nadel:
X sin 4‘ = A’ sin («g'—w)
X sing’ = K’ sin (e1'—") + A’ sin (as‘—g*)
X sin 1‘ == K‘ sin («1 —60p‘)
Die Kombination dieser drei Gleichungen ergiebt zunächst:
- sin (aa’—) = sin ;
sin («a'—) == sin @’ — ein 1‘
und hieraus:
A’ u sin 1’ sin
= 81 a9 => "in (0 —y GM,
A! ,__ sin 1 cos __
zn ag = "ein (g’—0) 1
‘
woraus A und a2‘ leicht ermittelt werden.
Beispiel. In Wilhelmshaven wurden zwar die Beobachtungen, wie sie
im Vorstehenden vorgeschlagen sind, nicht angestellt, weil die Instrumente
demontirt wurden, ehe die Entwickelung der Theorie in gegenwärtiger Form
vorgenommen wurde. Dagegen wurde nachträglich der Winkel 1‘ sowohl für
das Instrument für die Horizontal-Intensität, als auch für die Vertikal-Intensität
bestimmt, indem die Schienen und Magnete bezw. Eisenstäbe (welche letzteren
bis dahin in senkrechter Stellung aufbewahrt worden waren) in dieselbe Stellung
zur Nadel gebracht wurden wie vorher, was nach den vorhandenen Marken
leicht geschehen konnte, worauf mit Hülfe des magnetischen Theodoliten der
Ablenkungswinkel gemessen wurde. Der Winkel g‘ wurde für beide Instrumente
unter der Voraussetzung, dafs die Nadel senkrecht auf der Verbindungslinie
der Deflektoren gewesen war, nach Formel (24), welche dann übergeht in:
A cos (qa—ı))
wos tm Bi dg Ir COS
? 15 tg dp A!’ cos (ag’—gp*)
+xz ‘
co8 .
Sa
abgeleitet. Die Gröfsen zz a3 und ıv, sowie > und &«2‘ wurden auf die früher
beschriebene Art abgeleitet (Gl. (11) und (12)), waren also bekannt, Für &@‘
wurde rechts eine vorläufßge Annahme gemacht, die so lange varilirt wurde bis
cos @' sich nicht mehr änderte, ein Verfahren, welches jedenfalls bequemer ist,
als wenn man sich eine Formel abgeleitet hätte, welche rechts #‘ nicht mehr
enthält. .
Sind diese Größen bekannt, so ergiebt sich gı‘ aus:
sing‘ == sin @’ — = sin («2'—e')
und die Uebereinstimmung des so berechneten Werthes mit dem durch Beob-
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nchtung gefundenen kann als Kriterium dafür dienen, ob die Gröfsen = und a‘
richtig sind.
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