Eingänge von meteorologischen Journalen etc., Jannar 1885.
Der frische Südwind, bei dem „Patagonia“ wieder nördlich von 50° S-Br
gelangte, endete am 7. August in Windstille. Das seit dem 31. Juli fast un-
unterbrochen, zwar langsam, aber beständig steigende Barometer hatte dann
einen höchsten Stand von 762,5 mm erreicht. Mit demselben stellte sich eben
jene Stille ein, und als der Luftdruck dann nach kurzer Zeit wieder zu sinken
begann, auch ein stürmischer, sich bald nach rechts verändernder Ostwind.
Später‘ wehte der Wind jedoch noch wieder für längere Zeit aus einer hoch
nördlichen Richtung und bewirkte dadurch noch eine längere Verzögerung der
Reise. Am 19. August gelang es schliefslich, die Rhede von Valparaiso zu
erreichen. Es waren bis dahin 94 Tage seit der Abreise von New- York ver-
gangen. Im Grofsen Ocean. hatte man 40° S-Br in 78° W-Lg am 11. August
gekreuzt. Der Mitsegler „Ceres“ gelangte nach Valparaiso am 15. August, und
„Niagara“ ankerte in diesem Hafen am 25, August.
Von Valparaiso aus versegelte „Patagonia“ nach Pisagua, und nachdem
das Schiff in diesem Hafen eine neue Ladung erhalten hatte, trat es von ihm
aus am 5. Oktober die direkt nach Hamburg gerichtete Heimreise an. Bei dem
zunächst schwach und unbeständig, in gröfserem Abstande vom Lande aber
kräftig und beständig wehenden SE-Passate wurde mit B.-B.-Halsen gesegelt,
bis zu der am 13. Oktober in 27° S-Br und 83,5° W-Lg angetroffenen polaren
Passatgrenze. Dieselbe wurde durch Windstille bezeichnet und in ihrer Nähe
herrschte damals ein höchster Barometerstand von 768,8 mm. Während der
etwa 24 Stunden anhaltenden Stille sank der Luftdruck bis auf 763,8 mm. Als
dieser Stand erreicht war, kam ein leichter NW-Wind durch, der sich bald nach
links veränderte und frischer wurde. Als die Windrichtung am 16. Oktober
wieder eine südöstliche geworden war, hatte auch das Barometer einen höchsten
Stand von 772,2 mm erreicht. Unweit von 32,5° S-Br in 85° W-Lg wurde die
Fahrt abermals durch Windstille unterbrochen. Der nach dieser am nächsten
Tage folgende Westwind war jedoch von Dauer und gewährte dem Schiffe eine
längere Zeit anhaltende günstige Gelegenheit zur Förderung der Reise,‘ Die
Bark segelte dabei, ohne dafs sich ferner Nennenswerthes ereignete, bis zum
1. November zur Länge des Kap Horn. Der 1. November war der 27. seit
der Abreise vergangene Tag. Während dieser Zeit hatte man: 30° S-Br in
82,2° W-Lg am 16. Oktober, 40° S-Br in 85,4° W-Lg am 22. Oktober und
50° S-Br in 84,4° W-Lg am 29, Oktober gekreuzt. Am 10. Oktober waren unweit
22° S-Br in 77° W-Lg Signale zwischen „Patagonia“ und der von Rangoon nach
Valparaiso bestimmten Altonaer Bark „Ökeia“ ausgetauscht worden.
Im Atlantischen Ocean konnte „Patagonia“ bei den dort anugetroffenen,
zunächst fast nur aus westlicher Richtung wehenden Winden ebenfalls in günstiger
Weise vorrücken. Als die Bark sich am 8. November in der Nähe von 50° S-Br
befand, überstand sie dort einen sehr heftigen Sturm, der aus NE begann und
in dem sich der Wind, nachdem der Luftdruck bis auf 724,1 mm gesunken war,
von NW nach WSW veränderte. Nachdem sich dieser Sturm gemäfsigt hatte,
blieb die Richtung des heftigen Windes für längere Zeit eine südwestliche.
Man segelte dann bis zum 12. November nach 42° S-Br in 29,5° W-Lg. In
geringer Entfernung von diesem Punkte drehte der Wind durch S nach SE,
und indem der langsam zunehmende Luftdruck bis zu dem unweit von 35,5° S-Br
in 26° W-Lg abgelesenen. höchsten Stand von 774,5 mm stieg, entwickelte sich
später der Passat, ohne dafs von Mallung eine Spur beobachtet wurde, In
etwa 22,5° S-Br veränderte sich der zur mäfsigen Briese herabgesunkene Wind
nach NE, doch wurde seine Richtung bald darauf eine östlichere. Von dem
frisch und beständig wehenden Passate wurde „Patagonia“ bis zum 27. November
zu der in 29,5° W-Lg überschrittenen Linie geführt. Um zu derselben vom
Kap Horn her zu gelangen, waren 26 Tage erforderlich gewesen. Während
dieser Zeit hatte man: 50° S-Br in 43° W-Lg am 7. November, 40° S-Br in
28° W-Lg am 13. November, 30° S-Br in 26° W-Lg am 16. November, 20° S-Br
in 29,5° W-Lg am 20. November und 10° S-Br in 30,7° W-Lg am 23. November
gekreuzt. Am 20, November hatte die Bark sich in Sicht von der Insel Trinidad
befunden, ;
Der SE-Passat dehnte sein Gebiet in nördlicher Breite bis nach 5,7° N-Br
in 28° W-Lg aus. Als die Bark sich am 30. November in der Nähe dieses
Punktes befand, zerieth sie dort in Windstille. Bei dieser und leichter Mallung
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