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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Ann. d. Hydr. ete., XIHI. Jahrg, (1885), Heft V. 
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Theorie der Lamont’schen Instrumente zur Beobachtung der 
Variationen des Erdmagnetismus unter der Voraussetzung, dals 
die Deflektoren einen beliebigen Winkel mit der Nadel bilden und 
dafs sie aufserdem unter dem Einflusse störender magnetischer 
Massen stehen. 
Von Prof. Dr. C, Börgen in Wilhelmshaven. 
Die Theorie der von ihm konstruirten Instrumente zur Beobachtung der 
Variationen des Erdmagnetismus hat Lamont zu verschiedenen Zeiten und an 
verschiedenen Orten gegeben,!) jedoch stets unter der Voraussetzung, dafs die 
Nadeln genau senkrecht auf der: Verbindungslinie der ablenkenden Magnete 
und KEisenstäbe seien. Infolge dieser Voraussetzung sind in den Formeln 
Größen vernachlässigt worden, welche allerdings für kleine Variationen keinen 
erheblichen Einflufßs haben, die aber für grofse Aenderungen eine nicht zu 
unterschätzende Bedeutung erlangen, Auch, bringt diese Voraussetzung es mit 
sich, dafs eine Täuschung über das eintreten konnte, was man durch gewisse 
Hülfsbeobachtungen erlangt, welche in Wirklichkeit die gesuchte Gröfse nur in 
dem vorausgesetzten‘ Specialfalle ergeben. Auf diese Umstände ist zuerst von 
den Herren Steen?) und Paulsen?) hingewiesen worden, namentlich hat der 
Jeiztere, Chef der dänischen Polarexpedition nach Godthaab, nachgewiesen, dafs 
die von. Lamont angegebene Methode, den Ablenkungswinkel der Nadel zu 
bestimmen, streng genommen nicht diesen Winkel, sondern den Winkel bestimmt, 
welchen die Normale auf der Verbindungslinie der Deflektoren mit dem magneti- 
schen Meridian bildet,. vorausgesetzt, dafs die Nadel nicht viel von dieser Lage 
abweicht. . 
Für die Reduktion der Beobachtungen auf den arktischen Stationen sind 
von Steen sowie von Ekholm und Solander*) Formeln abgeleitet worden, 
welche bei den sehr grofsen Nadelausschlägen, welche in den arktischen Gegen- 
den vorkommen, die Variationen der Horizontal- und der Vertikal-Intensität 
streng ergeben sollen; Diese Formeln wurden auch bei der Reduktion der 
Beobachtungen auf der deutschen Station Kingua im Cumberland-Sund an- 
gewendet, es ergab sich aber bei einer von Herm Dr. Eschenhagen vor- 
genommenen Revision derselben nach ganz strengen Principien, wie sie in 
gegenwärtiger Arbeit durchgeführt werden sollen, dafs die Formel für ‚die 
Horizontal-Intensität einen kleinen Fehler enthalte, welcher für grofse Variationen 
nicht ‚ohne Bedeutung ist, und der für die Variationen der Vertikal-Intensität 
von grofser Wichtigkeit wird. 
Die nächste Veranlassung zu dieser Arbeit gab jedoch die Reduktion 
der Beobachtungen zu Wilhelmshaven, Die Instrumente, an denen die Variationen 
des Erdwmagnetismus bis zum September 1884 beobachtet wurden, waren an 
einem Orte aufgestellt, welcher ‚sehr beträchtlichen Einflüssen gröfserer Eisen- 
massen qusgesetzt war, Diese Eisenmassen bestehen der Hauptsache nach aus 
den Heizkörpern der Centralheizung, die aus einer Anzahl von vertikal stebenden 
1) Handbuch des Erdmagnetismus, S. 195 #. — Poggendorf’s Annalen, Bd. 109, S. 79, 
und Bd. 112, S. 612. — Annalen der Königl. Sternwarte bei München, 4. Supplement-Band. — 
Abhandlungen der Königl, bayrischen Akademie der Wissenschaften, u. Ss. W. 
2) Mittheilungen der internationalen Polar-Kommission, S. 152. 
3) eod. 1. S. 191, 
1) L’expedition suedoise au Spetsberg., Anhang.
	        
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