EMice-, Gilbert-, Marshall- und Carolinen-Inseln. 511
ein Schiff zeigt, eine Laterne angebracht wird.') Auf der Ostseite des Atolls
ist keine Einfahrt für Schiffe,
4. Jaluit- (Bonham-) I. Die nördliche Untiefe beim Ankerplatz ist
durch eine kleine Boje gekeunzeichnet, die aber bei Springzeit-Hochwasser unter
Wasser kommt, die südliche Untiefe, die bei Springzeit-Niedrigwasser trocken
fällt, ist durch eine kleine Stange gekennzeichnet, beide Untiefen sind leicht
erkennbar.?) Schiffe können hier frisches Fleisch erhalten; 1883 lagerten
daselbst 1000 Tons Kohlen. Zum Ankern wird ein Platz S27° W 3 Kblg von
der Nordwestspitze der Insel, auf welcher die Handelsstation liegt, empfohlen.
In der SO-Passage läuft um die Springzeit ein sehr starker Strom.
5. Namorik- (Baring-) In. Diese Inseln sind flach und ca 15m hoch.
Das umgebende Riff. ist mit grofsen schwarzen Steinen besetzt; die Südspitze
liegt in 5° 35‘ N-Br und 168° 6‘ O-Lg. Anukerplätze sind nicht vorhanden.
6. Wind und Wetier im Juni. Der Wind war gewöhnlich schwach
und etwas nördlicher als Ost. Leichte Böen traten an einzelnen Tagen häufig
auf; sie hatten gewöhnlich eine Aenderung des Windes zur Folge, und nicht
selten eine kurze Periode vollkommener Windstille. Viel Regen und dickes
Wetter macht die Navigation zwischen den Korallenriffen schwierig.
Die Strömungen waren meistens östlich und überschritten die Ge-
schwindigkeit von 1 Kn nicht.
1V.. Die Carolinen-Inseln.®) -
1. Kusaije- (Ualan-) I. Chabrol-Hafen. Der Muddboden des Hafens
macht, wenngleich er guten Ankergrund gewährt, das Wasser trübe; doch
können bei heller Sonnenbeleuchtung die Untiefen erkannt werden, D’Urville-
Spitze scheint nicht der östlichste Ausläufer von Lel&-I. zu sein, vielmehr. eine
kleine Sandinsel sich auf dem benachbarten Riff gebildet und mit D’Urville-
Spitze verbunden zu haben.
2. Ponape- (Ponapi-) I. Port Metalamin. Die drei isolirten Un-
tiefen dieses Hafens sind seibst bei Niedrigwasser und guter Beleuchtung schwer
zu schen. Nach den angestellten Beobachtungen liegt die Nordspitze von
Tauche-I. in 6° 51‘ N-Br und 158° 18‘ O-Lg.. Zwischen Ponape und Nukuor
wurde ein östlicher Strom von 20 Sm per Tag beobachtet, ;
3. Nukuor- (Monteverde-) I. In die Lagune führt nur eine 18m
breite Passage an der Südostseite, in welcher starke Strömungen laufen.
4. Greenwich-In. Dieselben bilden ein Atoll ähnlich wie Nukwuor; auf
der östlichen Seite liegen 28 kleine Inseln, die westliche Seite wird durch ein
Korallenriff gebildet. Eive Bootseinfahrt befindet sich an der Südseite, ungefähr
1 Sm westlich von der westlichsten Insel.
Die in 4° 18‘ N-Br und 136° 20‘ O-Lg gelegene Stelle, auf welcher
Brecher beobachtet sein sollen, wurde von der „Espiegle“ passirt, ohne irgend
welche Untiefen in der Nähe zu entdecken. Es wurden östlich und westlich in
2 Sm Abstand Lothungen gemacht, die aber mit 91m (50 Fad.) Leine keinen
Grund. gaben. Das Wetter war klar und schön, so dafs durch: gute Obser-
vationen die Position des Schiffes: genau festgelegt werden konnte; auch stand
genug Dünung, um; wenn Untiefen vorhanden gewesen wären, Brecher zu
erzeugen.
5. Eap- (Uap- oder Yap-) IL. Tomil-Hafen. - Von den Molen bei
dem Orte. Kul ist wenig erhalten, die Mole bei Tomil ist jedoch beinahe
vollendet und gewährt eine gute Landmarke. = Der höchste Gipfel der Insel
ist nur 357m, der 2% Sm SSW'/2W von +diesem liegende Berg 320m hoch;
das Land unmittelbar nordwestwärts von Rul erreicht eine Höhe bis 135m.
Die Hafenzeit heträgt 7* 15”, die Fluthhöhe 1,4m. Ein Felsen mit 3,7 m Wasser
soll vor der Einfahrt nach Tomil-Hafen ca 5 Kblg 0'428 vom Entrance Rock
entfernt. liegen.‘*) Winde. Nach den Mittheilungen des verschiedene Jahre auf
Eap lebenden Kapt. Holcomb ‚sind Taifune und Cyklone dort vollkommen
'!) S. „Nachr. f. Seef.“, 1884, No. 547,
” S. „Nachr. f. Seef.“, 1884, No. 548.
3) Annalen 1876 S. 270 und 280, 1882
1870 S. 734; Rosser-Imray’s „North Pacific
%) S. „Nachr, f, Seef,“, 1884, No. 542.
Ann. d,. Hydr, ete., 1885, Heft IV.
3. 233; Findlay’s- „North Pacific Ocean Directory“,
Pilot“, Part II, 1870 S. 183.