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von Cuba, Im Golf von Mexico herrschten wieder ungünstigere Verhältnisse.
Nachdem „Julius“ bei aus östlicher und nördlicher Richtung kommenden Winden
schon in die Nähe des Bestimmungshafens gelangt war, verursachte nordwest-
licher Wind und sehr dichter Nebel dort noch eine Verlängerung der Reise
um drei Tage. Krst am 20. November konnte man auf der Rhede von Galveston
den Anker fallen lassen. Es waren dann 62 Tage verflossen, seit nan 50° N-Br
überschritten hatte, und während dieser Zeit war 40° N-Br in 21,1° W-Lg aın
29, September, 30° N-Br in 18,5° W-Lg am 7. Oktober und 20° N-Br in
31,4° W.Lg am 14. Oktober, ferner 30° W-Lg in 20,4° N-Br am 13. Oktober
und 50° W-Lg in 16,5° N-Br am 23. Oktober geschnitten worden,
Am 1. Februar ging der mit Baumwolle beladene „Julius“ von Galveston
aus wieder in See, um nach Liverpool zurückzukehren. Während der ersten
auf See verbrachten Woche herrschten veränderliche Ostwinde, die meistens
nur sehr geringe Stärke hatten und bei denen nur ein langsamer Fortgang zu
erzielen war. Erst am 8. Februar, an welchem Tage man sich noch in 28,3° N-Br
und 90° W-Lg befand, setzten günstigere Winde ein, Bei auf 747,0mm ge-
fallenem Luftdrucke sprang der in kurzer Zeit von ganz leisem Zug bis zum
Sturme zugenommene Ostwind in einer Böc, welche die Stärke 10 besafs, um
nach WSW. Nach diesem Vorgange blieben die Verhältnisse ziemlich günstig.
Zwar nahm der Wind nach kurzer Zeit wieder südöstliche Richtung an, doch
crfolgte dann unweit 28° N-Br in 87° W-Lg zum zweiten Male, diesmal bei
einem niedrigsten Barometerstande von 753,0mm, ein ähnliches Umspringen des
Windes von SE durch Süd nach NW, Nach diesem ‚letzteren Vorgange hielt
der Wind sich für längere Zeit in nordwestlicher Richtung. Am 15. Februar
erreichte „Julius“ den Meridian von 80° West, und von hier aus führte mäßiger
Ostwind das Schiff am nächsten Tage zur Bemini-Strafse. Bei mäfsigem süd-
östlichen Winde erreichte „Julius“ am 18, Februar in 79,5° W-Lg den Parallel
von 30° Nord. Am 21. Februar drehte unweit 35° N-Br in 72° W-Lg der
stürmische Wind von SE durch Süd nach West. Nach dieser Zeit hatten die
Winde meistens günstige Richtung, waren aber so anhaltend stürmisch, dafs
ihrer übergrofsen Stärke wegen dieselben häufig nicht voll ausgenutzt werden
konnten. Besonders unruhig war das Wetter vom 25, Februar bis zum 5, März
auf der zwischen 58° und 48° W-Lg liegenden Strecke. Ein Sturm folgte dort
auf den anderen. Die meisten derselben kamen aus nordwestlicher Richtung,
doch stürmte es an einem Tage auch aus NE. Der damals anhaltend niedrige
Luftdruck erreichte am 3. März während dieses Oststurmes mit 737,1 mm seinen
niedrigsten Stand. Am 26. Februar erhielt das Schiff durch einen von SW
nach NW ausschiefsenden Sturm mehrere schwere Brechseen an Bord, die viele
Beschädigungen verursachten. Nach dem 5. März trat der Wind nicht mehr
so stürmisch auf, und wehte er dann meistens aus hoch südlicher, selbst süd-
südöstlicher Richtung. In der Nähe von Irland wurde durch dort angetroffene
ganz leichte nördliche Winde noch eine Verzögerung der Reise von mehreren
Tagen verursacht. Am 16. März befand „Julius“ sich in der Nähe von Twuskar.
Die Dauer der Reise betrug 43 Tage. Während dieser Zeit hatte man 70° W-Lg
in 35,7° N-Br am 21. Februar, 60° W-Lg in 38,5° N-Br am 25, Februar,
50° W-Lg in 39,8° N-Br am 28. Februar und 30° W-Lg in 47,2° N-Br am
9, März gekreuzt.
Der Teifun vom 19. bis 27. August 1880 im Stillen Ocean östlich
von Japan und den Kurilen.
Herr E. Knipping zu Tokio, welchem wir schon mehrere wichtige Bei-
träge zur Teifun-Kunde für diese Annalen verdanken, hat über den grofsen
Teifun vom 19. bis 27. August 1880 an der Ostküste des Japanischen Reiches
in dem 23. Hefte der „Mittheilungen der Deutschen Gesellschaft für Natur- und
Völkerkunde Ost- Asiens“ einen ausführlichen Bericht veröffentlicht, welcher auch
in einem Separat-Abdruck erschienen ist. Wir theilen hier auszugsweise aus
diesem Bericht, welcher von sieben Kärtchen auf einer Tafel begleitet ist, Nach-
stehendes mit.