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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Kleine Notizen. 
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auf dem sicli za diesem Zweck eine Gesellschaft cinflufsreicher und hervor 
ragender Personen eingefnnden hatte, feierlichst eingeweiht and darauf dem 
Verkehr übergeben worden. Nach dem Berichte ist der Kanal 3000 Yards 
(1,5 Sm oder 2,8 km) lang, 90 Yards (87,8 m) breit und hat eine Tiefe von 
18 Fufs — 5,5 m — bei Niedrigwasser. Er bewirkt eine Abkürzung des Weges 
von der See zur Stadt von etwa 2 Sm. Auf der Landspitze, welche, zunächst 
der Stadt, durch den neuen Kanal und den alten Flufslauf entstanden ist, sind 
von der Hafengesellschaft Werkstätten und ein Helgen angelegt, auf dem sie 
ihre Pontons repariren läfst. Die entstandene Insel hat einen Flächeninhalt von 
1700 acres, oder 6,9 qkm. 
3. (D. S.) Der Hafen von Fremantle an der Westküste von 
Australien 1 ) ist nach einer Bemerkung do3 Kapt, 0. Diekmann vom Schiffe 
„Paula“ zwar sicher, aber in der Zeit des südlichen Winters des schlechten 
Wetters und des vielen Regens wegen nicht zu empfehlen. Die Schiffe liegen 
auf dem Owen - Ankerplatz in 7,5 m — 4 Fad. — Tiefe, geschützt durch die 
Garden ■ Insel im Westen, durch Sandbänke und Felsen im Nordwesten und 
Norde«, 2Vs Sm von der Stadt entfernt. Auf der Rhede entsteht leicht ein 
solcher Seegang, dafs die Leichterfahrzeugo nicht längsseits des Schiffes liegen 
können. Infolge dieses Umstandes und des häufigen Regens wurde das Löschen 
der Stückgutladung der „Paula“ häufig unterbrochen, weshalb zu dieser Arbeit 
sieben Wochen — Anfang Juni bis Ende Juli 1887 — erforderlich waren. 
4. (D. S.) Humboldt-Bai an der Küste von Kalifornien, Ueber 
die Schwierigkeit der Einsegolung in die Humboldt - Bai und die Mangel dos 
Lootsendienstes daselbst schreibt Kapt. Benecko von der deutschen Bark 
„Hannover“: „Von Newcastle N. S.W. kommend, befanden wir uns am 10. De 
zember 1886 um 12 Uhr Mittags, in Gesellschaft von sechs amerikanischen 
Schonern, etwa 6 Sm vom Feuerthurm der Humboldt ■ Bai ontfernt, allein es 
kam weder ein Lootse noch ein Sehlepper zu uns heraus. Der mäfsige süd 
östliche Wind nahm bald darauf, bei dickem Regen weiter, zum vollen Sturm 
zu, wodurch wir wieder von der Küste abgetrieben wurden. Nachdem am 
folgenden Tage, bei abnehmendem Winde, anhaltender Nebel geherrscht hatte, 
war es uns am 12. Dezember bei frischer südöstlicher Briese und klarer Luft 
wieder möglich, uns der Küste zu nähern, und gelangten wir um l h p, m., in 
Begleitung derselben Schiffe, in 5 Sm Abstand von dem genannten Fcuerthurm. 
Aber auch jetzt kamen weder Lootse noch Schleppdampfer zu uns. So trieben 
wir bis zum 26. Dezember, während welcher Zeit das Wetter mit vorherrschend 
leichten bis frischen, südwestlichen bis südöstlichen Winden vorwiegend nebelig 
und regnerisch war, erfolglos unter der Küste, wobei wir uns derselben mehrere 
Male bis auf einen geringen Abstand näherten. Am letztgenannten Tage endlich 
kam ein Lootse an Bord, auf dessen Anrathen um 3 h p. m, bei mäfsiger süd 
licher Briese vor der Barre auf 31 m — 17 Faden — Tiefe geankert wurde. 
Bis zum Morgen des nächsten Tages war die See ruhig; dann aber stellte sich 
eine südwestliche Dünung ein, nnd als wir um ll h a. m. bei mäfsiger südöst 
licher Briese die Barre passirten, stiefs das Schiff öfters leicht auf den Grund. 
Um 0 11 30 m p. m. kamen wir in der Humboldt - Bai auf 7,3 m — 4 Faden — 
Tiefe zu Anker. Wir hatten also volle 17 Tage nutzlos vor der Barre getrieben, 
und dies hauptsächlich aus dem Grunde, weil kein Lootse zu uns hcrauskam. 
5. Flaschenpost. Durch Vermittelung des Herrn Apotheker Meyer 
zu Cnra^ao ist ein Flaschenpostzettel eingegangen, welcher von S. M. S. „Nixe“ 
auf der Reise von St. Thomas nach Laguayra, am 14. März d. J. um 12 u 
20 Ki Nachmittags in 12° 46' N-Br und 66° 15' W-Lg über Bord geworfen und 
am 24. März d. J. Mittags von einem Fischer aus Curafao, vor diesem Hafen 
treibend, aufgefunden worden ist. 
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 10 Tagen 
ungefähr 157 Sm nach rw. S 75° 12' W, also mithin ea 15,7 Sm pro Tag 
zurückgelegt. 
6. Erdbeben - Beobachtungen auf dem Kaiserlichen Observa 
torium zu Wilhelmshaven. Am Abend des 11. Juli wurde um ll h 34 m p. m. 
durch Herrn Stück, welcher gerade am Meridiankreise ein Nivellement der 
*) Sieb.« auch diese Annalen Jahrgang 1SS4, Seite £2.
	        
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