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Volltext : 61, 1941

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Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewartc  und  des  Marineobservatoriums,  61.  Band,  Nr.  4

Kriterien  unserer  Annahmen.  Entweder  lassen  sich  die  Wasserstandssch  wankungen  am  anderen  Ende  der  Ostsee
durch  Überlagerung  zweier  Partialwellen  bestimmter  Phase  und  Periode  genügend  genau  approximieren,
und  es  wird  damit  die  Richtigkeit  unserer  Annahmen  bewiesen,  oder  es  zeigt  sich  bei  der  Analyse,  daß  eine
Elimination  der  Schwingungen  aus  den  Registrierungen  nur  dann  möglich  ist,  wenn  andere  Phasen  und  Perioden
angenommen  werden.  Ist  das  letztere  der  Fall,  dann  läßt  sich  natürlich  auch  nicht  die  Behauptung  aufrecht
erhalten,  daß  die  Partialwellen  die  ein-  und  zweiknotige  Schwingung  darstellen.

Für  die  einknotige  Schwingung  brauchen  wir  nur  eine  andere  Amplitude  zu  wählen  *)  und  konstruieren
die  Kurve  der  ersten  Partialschwingung  für  Koivisto  (Kurve  B)  nach
Fj(t)  -  45  •  e~ A T  cos  2 ”  (t  —  £)
mit  T  =  28  Stunden,  X  =  0,5  und  t  —  0  am  13.  Januar  2  Uhr.
Wir  erkennen  bereits  an  der  Restkurve  A—B  deutlich  die  zweiknotige  Schwingung,  die  bei  Koivisto  mit
ganz  beträchtlichen  Amplituden  auftritt.  Um  diese  Schwingung  aus  der  Restkurve  zu  eliminieren,  steht  uns
nur  noch  die  Wahl  der  Amplitude  offen;  Periode  und  Phase  sind  durch  die  Kurve  c  in  Abb.  14  schon  festgelegt. ­
  (Das  logarithmische  Dekrement  konnte  beibehalten  werden;  s.  Fußnote.)

Für  die  zweite  Partialwelle  setzen  wir

mit  T  =  19,5  Stunden,
und

F 2 (t)  =  30  •  e  cos  2*  t
X  =  0,4  und  t  —  0  am  13.  Januar  4)4  Uhr
f 2 (t)  =  6  •  e  cos  ~  t

mit  T  =  19,5  Stunden,  X  ~  0,7  und  t  =  0  am  15.  Januar  4  Uhr.

Durch  diese  Partialwellen  (Kurve  C)  läßt  sich  die  Restkurve  A—B  mit  großer  Genauigkeit  approximieren.
Es  ist  gewiß  kein  Zufall,  daß  sich  die  Wasserstandskurven  an  zwei  gegenüberliegenden  Stationen  des  Schwingungsbeckens ­
  so  zwanglos  durch  Überlagerung  zweier  Schwingungen  erklären  lassen.  Bei  der  zweiten  Partialwelle ­
  (c  und  C)  scheint  es  sich  also  tatsächlich  um  die  zweiknotige  Eigenschwingung  der  Ostsee  zu  handeln.
Auch  der  Phasensprung  hat  sich  in  beiden  Fällen  an  derselben  Stelle  als  nötig  erwiesen.  Bis  zu  dieser  Unstetigkeitsstclle
  ist  die  zweiknotige  Schwingung  sehr  deutlich  und  mit  ziemlich  großen  Amplituden
zu  beobachten.  Daß  die  Amplitude  in  Koivisto  größer  ist  als  in  Ystad,  entspricht,  wie  später  gezeigt  werden
wird,  durchaus  der  theoretisch  berechneten  Hubhöhen  Verteilung.  Nach  dem  Phasensprung  am  15.  Januar
0  Uhr  sind  die  Amplituden  sehr  viel  kleiner;  wahrscheinlich  stören  sich  nach  diesem  Zeitpunkt  die  Schwingungen ­
  gegenseitig.
Die  Restkurve  (A—B)—C  für  Koivisto  enthält  ebenso  wie  die  für  Ystad  (a—b)—c  nur  unbedeutendeWasserstandsschwankungen.
  Es  scheint,  als  ob  noch  eine  Schwingung  von  etwa  11,5  Stunden  in  den  Restkurven  enthalten ­
  ist.  Eine  solche  Schwingung  könnte  vielleicht  als  dreiknotige  Schwingung  des  Ostseebeckens  angesehen
werden.  Da  die  Amplituden  aber  im  Vergleich  zu  den  beobachteten  Wasserstandsschwankungen  in  Ystad  und
Koivisto  sehr  klein  sind  und  für  beide  Stationen  nur  vierstündliche  Wasserstandsangaben  vorliegen,  kann  auf
diese  mehrknotigen  Schwingungen  nicht  näher  eingegangen  werden.  Da  sie  sicher  nur  mit  sehr  kleinen  Amplituden ­
  auftreten,  werden  sie  bei  den  Wasserstandsschwankungen  der  Ostsee  kaum  eine  Rolle  spielen.

Die  Wasserstandskurve  von  Kungsholmsfort  (a’  in  Abb.  14)  kann  allein  durch  die  einknotige  Schwingung  (b’)
Fj(t)  =  26  •  e - * T  cos
(Phase,  Periode  und  X  wie  bei  Ystad)  genügend  genau  approximiert  werden.  Die  zweiknotige  Schwingung
fehlt  hier,  weil  diese  Station  der  Knotenlinie  sehr  nahe  liegt.  Abgesehen  von  einer  Störung  am  13.  Januar,
steigt  der  Wasserstand,  wie  aus  der  Restkurve  a’—b’  hervorgeht,  bis  zum  15.  Januar  an  und  bleibt  dann  ziemlich ­
  konstant.
1 )  Selbst  das  logarithmische  Dekrement  konnte  hier,  wie  auch  bei  den  zweiknotigen  Schwingungen,  beibehalten  werden,
was  nicht  unbedingt  der  Fall  zu  sein  braucht.
            
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