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Full text: 61, 1941

Fr. Model : Pegelstationen des Kriegsmarine-Pegelnetzes der Ostsee. 
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Es wird deshalb am Rand des Pegelbrunnens angebracht, damit z. B. die Rundeisenbügel, die 
die Gürtellenchte tragen, das Einbringen langer Gegenstände nicht verhindern, zugleich wird 
dadurch die Kopffläche zum Betreten und Ablegen der mitgebrachten Handwerkszeuge, Geräte 
usw. vergrößert. Die Steigeisen, die vom Mannloch zum Bohlenbelag führen, dürfen aus glei 
chem Grunde nicht „überstellen“, sie wären sonst beim Einbringen großer Gegenstände im 
Wege. Bei geöffnetem Zustand wird der Deckel an einen Bügel angelehnt, damit einmal die 
Scharniere nicht belastet werden, zum anderen der Deckel nicht selbsttätig zuschlagen kann. 
Der Deckel muß abschließbar sein (S. 15). 
Die Oberfläche des Kopfes ist nur leicht geneigt, damit Spritz- und Regenwasser abläuft, 
abgelegte Gegenstände dagegen liegenbleiben. — Die Kabelausführung für die Gürtelleuchte 
geht in geeigneter AVeise durch den Kopf des Pegelbrunnens. Ob die Laterne auf Rundeisen- 
bügel, wie in Bülk und Groß-Möllen, oder direkt auf den Kopf des Pegelbrunnens, wie in Ar- 
kona und Kahlberg, gesetzt wird, bleibt freigestellt (Abb. 2. Tafel 1). In Arkona wird sie durch 
überkommende Spritzer leicht vereist und damit unklar, an anderen Stellen ist dafür die Ge 
fahr größer, daß grobe See sie abschlägt. 
Der Pegelbrunnen wird durch ein Belüftungsrohr mit Frischluft versorgt, das entgegen der 
bisher üblidien Konstruktion (Abb. 2, Tafel 1) keine Belüftungskappe trägt, da durch diese 
das Spritzwasser doch durchschlägt, sie andererseits im Winter vereist und damit eine Belüf 
tung unmöglich wird. Es wird dafür bis zu den Rundeisenbügeln oder dem Griff cler Steigleiter 
hochgeführt und dort umgebogen, um auf diese Weise das Eindringen von Regen- und Spritz 
wasser zu verhindern. 
Wegen der Vereisung müssen für den Pegelwärter Handgriffe zum Festhalten am Brunnen 
kopf angebracht werden. Entweder dienen dazu die Rundeisenbügel der Gürtelleuchte, oder 
es werden, wie in Arkona, besondere Griffe angebracht (Abb. 2, Tafel 1). 
Im Pegelbrunnenkopf muß ferner die Aufstellung des (abnehmbaren) Davits für den Band 
maßpegel vorgesehen werden, sowie — nötigenfalls - die Aussparung für die Hilfsnivellier 
latte (siehe S. 55). Der Vollständigkeit wegen sei nochmals darauf hingewiesen, daß die Pilz 
form Aussparungen für den Bandmaßpegel und die Steigleiter besitzt (Abb. 2, Tafel 1). Der 
Kuriosität wegen soll noch erwähnt werden, daß cler Pegelbrunnen Neuland mit Blitzschutz ver 
sehen werden mußte, da der „Blitz" dreimal am Kabelmantel entlang ins Maschinenhaus ein- 
geclrungen war und dort Beschädigungen hervorgerufen hat; wie sich der Vorgang physikalisch 
abgespielt hat, konnte nicht ergründet werden. 
Uber die Ausgestaltung des Brunneninneren wurde bei den Gerätebeschreibungen ausführ 
lich gesprochen, es soll hier nicht wiederholt werden. Nur über die Beleuchtung muß noch kurz 
einiges gesagt werden. Es stehen im Kabel dafür zwei Adern zur Verfügung, durch die mög 
lichst niedrig gespannter Strom fließen soll (Größenordnung 45 bis 60 V). Um den Kenngeber 
und die Gürtelleuchte aus- und das Deckenlicht bzw. eine Kabellampe (siehe unten) einschalten 
zu können, befindet sich an Land und im Brunnen je ein entsprechender Schalter. Der Schalter 
an Land gestattet, nach freier Wahl entweder den im Kennrhythmus unterbrochenen Strom 
oder einen dauernd fließenden auf die beiden Kabeladern zu legen, und mit dem im Brunnen 
wird der Strom entweder der Giirtelleuchte oder der Innenbeleuchtung zugeführt. Außer einer 
festen Decken- oder Seitenbeleuchtung ist es zweckmäßig, noch eine Kabellampe anzu- 
schliefien, z. B. um den Schacht beleuchten zu können. 
Zum Betreten des Brunnens wird der schon mehrfach erwähnte Bohlenbelag gelegt. Der 
obere Teil des Schachtes hat zu diesem Zwecke einen größeren Durchmesser als der eigentliche 
Brunnen (Abb. 2, Tafel 1). Die Bohlen sollen möglichst dicht liegen, da bekanntlich immer aus 
der Hand gleitende Gegenstände durch die unscheinbarsten Spalten fallen. Sollte es einmal im 
laufenden Betrieb notwendig sein, in den Brunnen einzusteigen, so können die Bohlen, wenn 
auch mit Mühe, hochgehoben werden. Da andererseits für das Rohr des mechanischen Pegels 
und für die Drahtdurchführung zum Schwimmer des elektrischen Pegels die Bohlen aus 
geschnitten werden müssen, werden diese Stellen durch einen oder zwei eingelegte Eisenbügel 
gehalten.
	        
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