Johanna W robel: Das Klima von Katalonien und der Provinz Castellón auf Grund der spanischen Wetterbeobachtungen usw. H
Erst an der Mündung von Rambla und Mijares wächst der Küstensaum zum weiten „Küstenhof“ von Ca
stellón de la Plana an. Die Ebene von Castellón reicht vom Desierto de las Palmas im Norden bis zum
Hügelland von Almenara im Süden. Im Hinterland dieses Küstengebietes zwischen Ebro und Paláncia
treffen die Ketten des Iberischen und Katalanischen Gebirges aufeinander und bilden das Bergland des
Maestrazgo. Dieses besi^t in seinem nordöstlichen Teil noch größere Ebenen, während im südwestlichen Ab
schnitt das Gebirgsland mit Tafelbergen und Kegelgipfeln sich erhebt (Peñagolosa: 1813 m, Muela de Ares:
1319 m). Cenia, Monlléo, Mijares und Paláncia fließen in tief eingesehnittenen Tälern zum Mittelmeer. Am
Oberlauf des Paláncia liegt, von Bergen eingeschlossen, die Hochebene von Barracas, weiter flußabwärts
folgt zwischen den senkrecht zur Küste streichenden Ausläufern der Sierra de Javalambre das Becken von
Segorbe. Hier, im äußersten Südwesten, geht das untersuchte Gebiet in die Küstenlandschaft von Valencia
und in die Bergregionen von Teruel über.
Ich fasse noch einmal zusammen: Das gesamte Gebiet ist zum größten Teil Gebirgsland. Die höchste
Massenerhebung besitzt der die nördliche Naturgrenze bildende Wall der Pyrenäen- und Sierrenzone. Dann
folgt die Katalonische Binnenkette, die sich südwestlich des Ebro mit den Gebirgen des Iberischen Systems
vereinigt. Gegen das Mittelmeer hin trennt nordöstlich des Ebro das Katalonische Längstal die Küsten
erhebungen vom Hauptgebirgszug. Küstenparallele Höhen setjen sieh auc h südwestlich des Ebrodeltas fort.
Größere Tiefenzonen sind im W die zum Ebrobecken gehörenden Gebiete der Provinz Lérida, und nach NE
hin fügen sich dem Innenrand des Katalonischen Gebirges die Hochlandregionen von Manresa und Vieh ein.
Im NE greift am Mittelmecr die Tiefenzone des Ampurdan weit gegen das Gebirge vor und steht mit dem
Katalonischen Längstal in Verbindung. Weiter südwestwärts bietet die mediterrane Küste nur noch im
Llobregat- und Ebrodelta und dann an der Ostabdachung des Maestrazgo zwischen den einzelnen Küsten
gebirgen breiter sich ausdehnende Ebenen.
Die Grenzen des untersuchten Gebietes.
Im Norden erstreckt sich das Untersuchungsgebiet bis zur spanisch-französischen Grenze. Die östliche
und südöstliche Begrenzung wird vom Mittelmeer gegeben. Im SW wurde die Provinz Castellón mitbehandelt,
weil sie, geographisch gesehen, noch zur Landschaft Katalonien zählt. Vom kontinentalen Bereich im Westen
sind die aragonisehen Provinzen bereits in der Parallelarbeit von R. Schmitt (85) untersucht worden, an die
ich hier Anschluß nehme. Die katalonische Provinz Lérida wurde somit in die vorliegende Arbeit mit ein
bezogen, obwohl große Teile dieser Provinz dem Klimagebiet Aragoniens angehören.
Erster Hauptteil.
Die einzelnen klimatolo.gischen Elemente.
I. Die Hydroineteore.
Die räumliche Verteilung der Niederschläge.
Durch Reduktion auf die 20jährige Normalperiode habe ich die Jahresmittel für die pluviometrischen
Stationen erhalten (Tabelle II). Mit diesen Werten wurde unter Berücksichtigung der Oberflächenformen
die Isohyetenkarte entworfen. Da das zu untersuchende Gebiet ein sehr vielgestaltiges Relief aufweist, muß
beim Zeichnen der Isohyeten auf die Geländeverhältnisse geachtet werden. Angot, Hellmann und Semmel
hack (74, 15) zogen die Isohyeten nur nach den errechneten Niederschlagswerten. Während Patxot den Iso
hypsen schon großen Wert beimißt, vernachlässigt das Febrer im „Atlas Pluviometrie de Catalunya“. Marcel
Chevalier spricht in seiner „Geografia Fisica de Catalunya“ im Abschnitt „L’Atmosfera i el Clima“ immer
wieder von der „Cresta pluvio-geo-topografica“ und betont, daß sich die Isohyeten an die Konturen dieses
„pluvio-geo-topographischen Reliefs“ halten (17, 214).
Gaussen (47) hat in seinem Werk eine Karte des jährlichen Niederschlages für die östliche Hälfte der
Pyrenäen veröffentlicht. Darin wird für das von mir untersuchte Gebiet die mittlere jährliche Niederschlags