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Full text: 59, 1939

Gerhard Schumacher: Das Klima Südkoreas auf Grund der japan. Wetterbeobachtg. der Jahre 1914 bis 1933 37 
Stürme großer Stärke sind wieder Begleiter der Zyklonen, die den maximalen Regen über Korea ausschütten, 
z. B. in Saisyü ein Sturm aus SSW-Richtung der Stärke 19,4 m/Sek., in Moppo aus SSW der Stärke 15,3 m/Sek., 
in Husan aus S der Stärke 11,7 m/Sek., in Zensyü aus SE mit 11,0 m/Sek. und in Taikyü aus W mit 13,2 m/Sek. 
7. Juni. 
Die mittleren Monatstemperaturen steigen bei allen Stationen über 20°. Die Niederschlagshöhe schwillt 
beträchtlich an. In 18,3% aller betrachteten Jahresreihen weist der Juni sogar den Maximalwert an Niederschlag 
im Jahreslauf auf. Die Hitze wird allmählich intensiver, der Regen heftiger, der Sommer ist da. 
Ein Blick auf die Frocsche Isobarenkarte des Juni lehrt, daß das sommerliche Festlandsminimum in der 
Mongolei und der Mandschurei voll ausgebildet ist. Der Kern zeigt 752 mm durchschnittlichen Druck. Das sibi 
rische Maximum ist derartig abgeschwächt, daß es auf das Klima unseres Gebietes überhaupt keinen Einfluß mehr 
hat. Ebenso ist das Minimum der Aleüten völlig bedeutungslos. Das Zentrum des großen ozeanischen Maximums 
mit dem durchschnittlichen Luftdruck von 766 mm ist seit Mai um 10 Breitengrade nach Norden gerückt; die 758-mm- 
Isobare liegt am Pazifikrand Japans. Das Luftdruckgefälle geht vom Pazifik zum Festland. Das ist der charakte 
ristische Zug des Sommer-Monsun-Systems. Allgemein ist der Luftaustausch aber weniger heftig als beim Winter- 
Monsun-System. Es sei ausdrücklich betont, daß der Sommermonsun, der Ostasien überstreicht, nicht, wie man oft 
liest, aus Australien kommt. Nur 2,9 Tage gehören durchschnittlich den Msxj^-Wetterlagen an, 14,7 dagegen den 
Msx 2 -W etter! agen. 
H-Wetterlagen kommen nur noch vereinzelt vor. Dann ist der Himmel unbedeckt, so daß durch die starke 
Ausstrahlung nachts die tiefsten Monatstemperaturen des Juni gemessen werden. Am Tage ist umgekehrt die Ein 
strahlung stark, so daß diese Tage wieder Wetterlagen der größten Temperaturgegensätze sind. 
Die höchsten Monatstemperaturen werden von Msax-Wetterlagen gebracht. Wie schon in den Vorbetrach 
tungen dieses Kapitels erwähnt, kommt nur das Tief über der Mandschurei in starker Ausprägung vor. Die Ent 
fernung des Tiefkerns von Südkorea ist also nicht allzu groß. 
Vergleicht man eine Tabelle des täglichen Niederschlagsbetrages irgendeines Juni mit der Tabelle der täg 
lichen Wettertypen, so fällt sofort ein für alle Sommermonate charakteristischer Zug auf: der Regen wird vor 
wiegend nicht vom Sommermonsun, sondern von sommerlichen Zyklonen gebracht (Lit. Nr. 23, 28). Der 
Sommermonsun erzeugt nur eine große Feuchtigkeit des Luftmeeres. Fehlen T-Wetterlagen, so ist trotz dauernder 
Ms-Wetterlage der Monat relativ trocken (Juni 1931). Erst Tc 2 -, Td 2 -, Te 2 -Tage bringen den für die Sommer 
monate charakteristischen Niederschlag. So zeigt der feuchte Juni 1928 in der Typentabelle: 2 Tc 2 -Zyklonentage, 
1 Td 2 -Tag, 2 Te 2 -Tage und 4 Tf 2 -Tage. An Hand einer Tabelle wird dieser Unterschied im folgenden Monat noch 
zahlenmäßig genau gefaßt werden. 
Einige Juni-Niederschlags-Einzelwerte seien wieder herausgegriffen: eine f 2 -Zyklone brachte am 26. Juni 1928 
Saisyü 103,5 mm Regen, eine c 2 -Zyklone am 26. 6. 1926 Husan 155,2 mm, ebenso Moppo am 28. 6. 1929 114,7 mm 
und Taikyü 126,6 mm Regen. 
Stürme maximaler Stärke sind wieder Begleiter von Zykloneneinbrüchen. Nur selten ist der Sommermonsun 
so stark, daß an einem Msa r Tag die maximale Windstärke des Monats verzeichnet wird. Als Beispiel sei der 
28. Juni 1929 erwähnt. Seit dem 21. liegt ein stabiles Festlandstief über der Mandschurei, es kräftigt sich all 
mählich, so daß am 28. Msa,-Wetterlage herrscht; die an diesem Tage gemessenen Windstärken sind in Saisyü 
14,0 m/Sek. aus SSW-Richtung, in Moppo 14,6 m/Sek. aus SSW-Richtung, in Husan 10,4 m/Sek. aus S-Richtung, 
in Zensyü 7,2 m/Sek. aus SW-Richtung und in Taikyü 9,7 m/Sek. aus SSE-Richtung. Erst am 2. Juli wird dieses 
Monsunwetter von einer e 2 -Zyklone gestört. Die Windstärken, die bei Zyklonenwetter erreicht werden, sind nur 
wenig größer als die soeben erwähnten Monsunwetter-Windstärken: 
Saisyü : 
ENE 
16,3 m/Sek. 
am 
15. 6. 1930 bei 
Tf. 
Husan: 
N 
11,2 „ 
95 
15.6.1930 „ 
55 
Husan: 
SSW 
10,2 ,, 
55 
23.6.1927 „ 
Tc. 
Moppo: 
s 
14,6 „ 
55 
23.6.1927 „ 
59 
Zensyü: 
SE 
9,3 „ 
59 
23. 6. 1927 „ 
95 
Taikyü : 
SSW 
9,5 „ 
55 
25. 6.1926 „ 
55 
Einen katastrophalen Zykloneneinbruch erlebte Lautensach am 5. und 6. Juni 1933 und schildert ihn folgen 
dermaßen (Lit. Nr. 24, 190):
	        
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